Fünf britische Männer im Alter von 23 bis 25 Jahren sind nach Festnahmen wegen eines Terrorverdachts am Luftwaffenstützpunkt Fairford im Südwesten Englands am Montag unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden. Die Anti-Terror-Polizei betont, dass die Ermittlungen nach dem Vorfall vom vergangenen Sonntag keineswegs beendet sind.
Die britische Anti-Terror-Polizei hat die fünf Verdächtigen, die in der Nacht zum Sonntag im Umfeld der militärischen Anlage im Südwesten Englands festgenommen worden waren, am Montag auf freien Fuß gesetzt. Zuvor waren die Männer unter anderem wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags sowie möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz in Gewahrsam genommen worden. Laurence Taylor von der Anti-Terror-Polizei erklärte, die Freilassung sei nach umfangreichen Befragungen und Ermittlungen
erfolgt.
Strengste Auflagen und ungeklärte Motive rund um den Stützpunkt Fairford
Die fünf britischen Staatsbürger unterliegen nach ihrer Freilassung weiterhin strengen Auflagen
bezüglich ihres Aufenthaltsortes sowie ihren Kontakten zu anderen Personen
. Was genau in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Fairford geplant gewesen sein könnte, bleibt vorerst unklar. Die Einsatzkräfte waren in der Nacht zum Sonntag alarmiert worden, nachdem in der Umgebung verdächtige Fahrzeuge
aufgefallen waren. Eine Anwohnerin berichtete dem Sender BBC, sie habe eine große Gruppe maskierter Männer
in dem Gebiet beobachtet.

Die betroffene Militärbasis im Südwesten Englands wird im Krieg gegen den Iran auch von der US-Armee genutzt. Der Fall zog umgehend internationale Reaktionen nach sich. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump erklärte in Chicago, man habe die Verdächtigen schon lange im Blick
gehabt und lobte die Zusammenarbeit mit Großbritannien. Gegenüber Reportern zeigte sich Trump am Montag überrascht über die Entscheidung der britischen Behörden: Ich bin überrascht, dass sie sie freigelassen haben.
Ich hätte das nicht getan.
„Sie werden sehr bald davon hören. Wir haben sie geschnappt.“
Donald Trump, US-Präsident
Geopolitische Spekulationen und Krisensitzung in London
Die Ermittler gehen inzwischen mehreren Spuren nach. Unter anderem prüfen die Beamten, ob die Beschuldigten im Auftrag eines anderen Staates
gehandelt haben könnten. Britische Medien brachten den Vorfall am Montag mit möglichen Verbindungen zum Iran in Verbindung. Die iranische Botschaft wies diese Mutmaßungen aufs Schärfste
zurück und sprach von böswilligen Spekulationen
, die lediglich dazu dienen sollten, die antiiranische Propaganda im Vereinigten Königreich weiter anzuheizen
, wie Salzburger Nachrichten meldeten. London hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach erklärt, dass sowohl der Iran als auch Russland Verdächtige als Mittelsmänner für verdeckte Aktivitäten auf britischem Boden einsetzen.
Angesichts der Sicherheitslage berief der britische Premierminister Andy Burnham eine Dringlichkeitssitzung ein. Er werde den Vorsitz des Koordinierungsgremiums Cobra übernehmen, um sicherzustellen, dass wir uns ein vollständiges Bild der Lage machen und die Situation genau im Blick behalten
, sagte Burnham dem Radiosender LBC. In diesem Gremium kommen Regierungsmitglieder mit Vertretern der Polizei und der Geheimdienste zusammen.
Vicki Evans, Senior National Coordinator bei der Anti-Terror-Polizei, appellierte an die Öffentlichkeit, den Ermittlungen den nötigen Freiraum zu geben. Sie sei sich der intensiven Spekulationen über die Motive und die damit verbundenen geopolitischen Fragen bewusst, betonte jedoch, dass eine sorgfältige und zielgerichtete Arbeit jetzt oberste Priorität habe.