Der österreichische Autor Elias Hirschl steht am 8. September 2026 als einziger Vertreter seines Landes auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Die Jury gab die sechs Finalisten bekannt, darunter auch Peggy Mädler mit einem Roman über Computerpionieren in der DDR. Die Vergabe des mit insgesamt 37.500 Euro dotierten Preises findet am 5. Oktober im Frankfurter Römer statt.
Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026 steht fest. Aus den 205 eingereichten Titeln, die zwischen Oktober 2025 und September 2026 veröffentlicht wurden, hat die siebenköpfige Jury sechs herausragende deutschsprachige Romane ausgewählt. Dies gab die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bekannt. Die Bekanntgabe markiert den Startschuss für die heiße Phase vor der Verleihung, die am 5. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse zelebriert wird.
Elias Hirschl als einziger Österreicher im Finale mit dem Roman „Schleifen“
Bereits auf der im August veröffentlichten Longlist war Elias Hirschl der einzige Autor aus Österreich, der den Sprung unter die Kandidaten geschafft hatte. Nun zog er mit seinem im Paul Zsolnay Verlag erschienenen Werk direkt in das Sechser-Finale ein. Schleifen
verhandelt in einer überdrehten und komischen Form eine fanatische Linguistin sowie eine sektenartige Sprachguerilla, die auf der Suche nach einer gerechten Sprache sind.
Nicht auf die Shortlist geschafft hat es hingegen der ebenfalls nominierte Wiener Luftschacht Verlag mit dem Roman Aus anderem Holz
von Giuliano Musio. Damit hält Hirschl die österreichische Fahne im diesjährigen Wettbewerb allein hoch.
Peggy Mädlers DDR-Roman über Kybernetik und leise Dissidenten
Einen zentralen Platz auf der Shortlist nimmt die in Dresden geborene und seit 1994 in Berlin lebende Autorin Peggy Mädler ein. Ihr im Galiani Verlag verlegter Roman „Selbstregulierung des Herzens entführt die Leserschaft in die 1960er-Jahre der DDR und spannt den Bogen bis in die Gegenwart.
Im Zentrum der Handlung steht Georg, ein junger Wirtschaftswissenschaftler und Programmierer aus einer Arbeiterfamilie. Er setzt große Hoffnungen in die Kybernetik – die wissenschaftliche Untersuchung von Steuerungsprozessen und komplexen Systemen –, in der er den Schlüssel sieht, um die Wirtschaft der DDR mit Hilfe der ersten Computer voranzubringen. Die Jury lobte, dass Mädler empathisch und unaufgeregt, aber mit großem Faktenwissen über ein selten betrachtetes Kapitel der DDR-Geschichte
erzähle. Ihre Figuren seien leise Dissidenten, die sich unter dem Druck des Staates stets treu blieben.
Die weiteren Finalisten und das Preisgeld im Überblick
Neben Hirschl und Mädler vervollständigen vier weitere Autorinnen das Feld der Nominierten. Die Auswahl zeigt eine deutliche Verschiebung im Geschlechterverhältnis gegenüber der Longlist: Standen dort noch 13 Frauen sieben Männern gegenüber, verbleiben im Finale fünf Autorinnen und ein einzelner Autor.

| Autorin / Autor | Titel | Verlag | Erscheinungstermin |
|---|---|---|---|
| Shida Bazyar | Die Lücken | Kiepenheuer & Witsch | September 2026 |
| Franziska Gänsler | Orca | Kein & Aber | August 2026 |
| Valeria Gordeev | Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle | S. Fischer Verlag | August 2026 |
| Elias Hirschl | Schleifen | Paul Zsolnay Verlag | Januar 2026 |
| Peggy Mädler | Selbstregulierung des Herzens | Verlag Galiani Berlin | Februar 2026 |
| Dana Vowinckel | Anton und Alma | Suhrkamp Verlag | September 2026 |
Für die sechs Nominierten geht es im Herbst um eine erhebliche finanzielle Anerkennung und hohe literarische Aufmerksamkeit. Der Hauptgewinner oder die Hauptgewinnerin erhält am 5. Oktober ein Preisgeld von 25.000 Euro. Die übrigen fünf Finalisten dürfen sich jeweils über 2.500 Euro freuen, womit die Auszeichnung insgesamt mit 37.500 Euro dotiert ist.
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