Zum Inhalt springen
Welt

Russland greift Kiew an: Mehrere Tote nach Drohnenangriffen auf Stadtzentrum

Russische Kampfdrohnen und Raketen haben bei schweren Angriffen auf das Stadtzentrum von Kiew und weitere ukrainische Regionen sieben Menschen getötet und Dutzende verletzt. Laut Berichten vom 25. September 2026 traf eine mit Düsenantrieb ausgestattete Shahed-Drohne ein Wohnhochhaus in der ukrainischen Hauptstadt, wobei ein 14-jähriger Junge ums Leben kam. Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben. Über dem Zentrum war Abwehrfeuer zu hören, dann der Flug der Drohne mit Jetantrieb und der Einschlag, wie ein dpa-Reporter berichtete. Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.

Akademie der Wissenschaften und Gebäude in Kiew getroffen

Die Angriffswelle traf neben dem Wohnblock auch das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Kiew, nahe der Nationaloper, mehrerer Regierungsgebäude und der deutschen Botschaft. Auf Videos war dichten Rauch zu sehen, der aus den Fenstern des Gebäudes drang, während die Feuerwehr versuchte, die Flammen zu löschen. Menschen drängten sich in den Fensterstöcken, um den Flammen und dem Rauch zu entkommen. Auf der Straße vor dem Gebäudekomplex brannten mehrere Autos. Die Akademie der Wissenschaften verurteilt den Angriff als „russischen Terror“ und „Barbarei“. Die Attacke habe sich gegen „friedliche Menschen, die einfach nur an ihren Arbeitsplätzen waren“ sowie „die ukrainische Wissenschaft, Bildung und Kultur“ gerichtet. Das deutsche Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den Angriff „auf das Schärfste“. Russland nehme „erneut zivile Todesopfer und Verletzte in Kauf – auch in unmittelbarer Nähe unserer Botschaft“, erklärte das Auswärtige Amt auf der Plattform X: „Wir unterstützen die Ukraine weiter. Unmittelbar neben dem Gebäude der Akademie befindet sich der Hauptsitz des Telekommunikationsunternehmens Ukrtelecom.””””””

Russischer Angriffskrieg: Kiew unter Beschuss | #russland #ukraine #krieg #shorts

Vitali Klitschko und Wolodymyr Selenskyj zu den Opfern

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko stieg die Zahl der Verletzten in der Hauptstadt auf 57 Personen, während sieben Menschen bei den russischen Angriffen insgesamt getötet wurden. Demnach sind unter den Verletzten zwei Kinder. Im Bezirk Solomjanskyi schlug eine Drohne in ein Bürogebäude ein, wo nach Polizeiangaben vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt wurden. „In der Nähe und im Bürogebäude selbst wurden die Leichen von vier Personen gefunden. Zwei der Toten befanden sich auf der Straße neben dem Gebäude, eine Leiche im Gebäude selbst und eine weitere tote Person wurde in einem Auto auf dem Parkplatz entdeckt“, hieß es. Selenskyj erklärte zudem, bei einem weiteren Angriff auf Kiew sei eine medizinische Einrichtung getroffen worden. Die private Klinikkette Dobrobut bestätigte der Nachrichtenagertur Interfax-Ukraine einen Einschlag in einer Einrichtung. Das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda berichtete, dass sieben Personen verletzt worden seien, seien sechs von ihnen Angestellte des Krankenhauses. Nach ukrainischen Angaben nahm die russische Armee zuletzt verstärkt kulturelle Einrichtungen, Regierungs- und Geschäftsgebäude sowie Schulen ins Visier. Anfang September hatte eine Drohne im Zentrum Kiews das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU getroffen.”

Johann Wadephul begrüßt Einladung an Wladimir Putin

Außenminister Johann Wadephul hat die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Teilnahme am G20-Treffen in Miami grundsätzlich begrüßt. „Diese Einladung, die ja jede Präsidentschaft aussprechen kann, wird ein Lackmustest sein für Wladimir Putin, ob er bereit ist, ernsthaft zu verhandeln“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner Kollegin Anita Anand in der Hauptstadt Ottawa. „Derartige Chancen müssten genutzt werden“, fügte er hinzu. „Wir haben mehrfach die russische Regierung und Wladimir Putin persönlich aufgefordert, endlich an den Verhandlungstisch zu kommen“, sagte Wadephul. Er ergänzte: „Wenn das ein Weg ist, dann wäre es zumindest mal der Beginn von ernsthaften Verhandlungen.“ Die Voraussetzung für ein sinnvolles Gespräch in diesem Rahmen sei natürlich, dass sowohl der russische Präsident als auch die russische Regierung ernsthaft und substanziell bereit seien, in Verhandlungen einzutreten und dazu die Waffen schweigen zu lassen.””””

Russland greift Kiew an: Mehrere Tote nach Drohnenangriffen auf Stadtzentrum
Foto: zeit.de

Beobachter und Berichte weisen darauf hin, dass Moskau bei den Angriffen, bei denen die Ukraine noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb arbeitet, verstärkt auf diese Technologie setzt. Russland versucht, mit seinem Angriffskrieg seit mehr als viereinhalb Jahren die Ukraine zu unterwerfen, während sich die Ukraine mit Hilfe westlicher Unterstützung wehrt.

Huge Russian daytime drone strike in Kyiv

Wolodymyr Selenskyj bestätigt Drohnenangriffe in Russland

Als Reaktion auf die russischen Offensiven führte die Ukraine ihrerseits Drohnenangriffe auf Öl- und Industrieanlagen in Russland fort. Präsident Selenskyj bestätigte vorherige inoffizielle Berichte. „Wir antworten auf Russlands brutale Angriffe gegen das Leben“, schrieb der Staatschef auf Telegram. Demnach wurden Raffinerien in Perm am Ural, rund 1.500 Kilometer von der Ukraine entfernt, und eine Raffinerie in Nowoschachtinsk im Süden Russlands getroffen. Ein weiteres Ziel war den Angaben nach eine Elektronikfabrik in Uljanowsk an der Wolga. Einen Angriff auf ein Chemiewerk in Woronesch bestätigte er zunächst nicht.”

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.