Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die angeklagte Gina H. am 22. Verhandlungstag am Landgericht Rostock erstmals selbst ausführlich ausgesagt. Vor den Augen zahlreicher Zuschauer beteuerte die 30-jährige Pferdesportlerin am Montag ihre Unschuld und erhob schwere Vorwürfe gegen mehrere Zeugen.
Der Prozess um den gewaltsamen Tod des Jungen nähert sich am Landgericht Rostock einer möglichen Entscheidung, während die Hauptangeklagte erstmals selbst vor Gericht das Wort ergriff. In einer mehr als vierstündigen Erklärung, die sie von einem umfangreichen Stapel ablas, wies die 30-Jährige die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft voll und ganz zurück. Sie bestritt jede Tatbeteiligung an dem Verbrechen vom 10. Oktober 2025.
Nach Aussage der Angeklagten im Fabian-Mordprozess erhebt ihr Anwalt
Nach Angaben der Verteidigung hatte sie zu dem Zeitpunkt 50 der insgesamt 95 Seiten ihrer Erklärung verlesen. Dabei machte sie bislang nur allgemeine Aussagen – etwa zu ihrem Verhältnis zu verschiedenen Männern und ihrer psychischen Situation. Die 30-jährige Angeklagte sprach über ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter und dem häufigen Gefühl, überfordert zu sein. Sie ging auch auf den Vorwurf wechselnder Männerbekanntschaften mit finanziellen Hintergedanken ein. „Ich war geradezu süchtig nach Aufmerksamkeit und Komplimenten, sagte sie, als sie ihr Verhältnis zu mehreren Männern schilderte. Sie bestritt dabei aber, etwa die Beziehung zum Vater des ermordeten Fabian wegen Geldsorgen aufgenommen zu haben.

Nach zwei Stunden unterbrach der Vorsitzende Richter Holger Schütt die Verlesung für eine Pause. Die Angeklagte wirkt nervös. In der rechten Hand rollt sie unentwegt eine kleine Silberkugel, in der linken Hand hat sie ein Papiertaschentuch, vor sich einen Stapel 95 eng bedruckter DIN‑A4‑Seiten, die sie Seite um Seite vorliest. Es ist ihr Tag im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian. Die 30-Jährige soll das Kind heimtückisch ermordet haben. So sieht es die Staatsanwaltschaft. Die Angeklagte widerspricht. Die Wahrheitssuche bleibt schwierig.
Aussage der Angeklagten und Vorwürfe gegen Nachbarn
Mordprozess Fabian: Angeklagte beteuert ihre Unschuld
Die Staatsanwaltschaft hält sie für die Mörderin des Jungen, der am 10. Oktober 2025 getötet und erst vier Tage später in Klein Upahl gefunden wurde. Ihrer Darstellung nach traf sie den achtjährigen Jungen am 10. Oktober nicht. Stattdessen stieß sie eigener Aussage zufolge erstmals drei Tage später an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) auf dessen Leichnam. Zeugen hatten im Prozess ausgesagt, die Frau am 10. Oktober mit […] Demnach war am Tag von Fabians Verschwinden, dem 10. Oktober 2025, morgens der Hufschmied auf ihrem Grundstück in Reimershagen (Landkreis Rostock), danach war sie bei einer Bank in Güstrow und dann bei einem langen Spaziergang in einem Wald südlich von Klein Upahl unterwegs. Von da aus sei sie zu einem Treffen mit einem Bekannten am sogenannten Bolzsee gefahren, das gegen 13 Uhr stattgefunden habe. Die Ermittler gehen davon aus, dass Fabian zwischen 11 und 15 Uhr entführt und ermordet wurde. Gina H. beteuerte, sie hätte Fabian nie etwas antun können
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„Fabian hat mir nie etwas getan, und ich hätte ihm auch nie etwa antun können. Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu tun, sagt die Frau, als sie die letzte Seite ihrer Erklärung liest.
Kritik der Verteidigung und strittige Beweismittel
22. Verhandlungstag: Fall Fabian: Pause nach Hälfte der Aussage
Der Verteidiger im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow, Andreas Ohm, hat den Zeitdruck der Verhandlung am Landgericht Rostock kritisiert. Auf einige Fragen, die zur Entscheidung des Gerichts beitragen könnten, werde seiner Ansicht nach nicht genügend eingegangen, sagte er im Gespräch mit dem Nordkurier. Im Prozessverlauf würden viele Vermutungen geäußert. Andreas Ohm (l-r), Anwalt, die Angeklagte und Thomas Löcker, Anwalt, im Saal des Landgerichts Rostock (Foto: Bernd Wüstneck/dpa) Mögliche Tatbeteiligung im Umfeld der Familie? Ohm räumte ein, dass es eine Vielzahl von Indizien gegen seine Mandantin gebe, davon seien nicht alle richtig. Einige würden auch zu neuen Ermittlungsansätzen führen. „Bei einer Verhandlung mit solch schweren Rechtsfolgen ist es einfach absurd, diesen Ermittlungsansätzen nicht nachgehen zu wollen, so wie es die Staatsanwaltschaft will, sagte Ohm. Er nannte als Beispiel eine mögliche Tatbeteiligung im Umfeld der Familie.

Terminplan und offene Fragen im Mordprozess
Am 22. Verhandlungstag im Mordprozess zum Fall Fabian hat sich zum ersten Mal die Angeklagte geäußert. In einer mehrstündigen Aussage beteuerte sie ihre Unschuld und machte einigen Zeugen schwere Vorwürfe. von Andreas Frost In Prozess um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow am Landgericht Rostock hat sich am Montag zum ersten Mal die Angeklagte geäußert. Gina H. bestritt dabei, etwas mit dem Mord an dem Jungen zu tun zu haben. Sie wiederholte als Alibi, was aus dem bisherigen Prozessverlauf bereits bekannt war.