Das US-Außenministerium plant die Rückkehr von Diplomaten in den Nahen Osten. Nach früheren Evakuierungen infolge des Iran-Krieges soll das Personal an Botschaften in Israel, Saudi-Arabien und weiteren Golfstaaten schrittweise aufgestockt werden, wie ein internes Dokument belegt.
Rückkehr der US-Diplomaten nach Evakuierungen in der Golfregion
Monate nach den umfassenden Evakuierungen im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran bereitet das US-Außenministerium die Entsendung von Diplomaten an Botschaften im Nahen Osten vor. Wie aus einem internen Dokument hervorgeht, über das die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könnte die Rückkehr von Foreign Service Officers bereits in dieser Woche anlaufen.
Betroffen von der geplanten Lockerung der Notfallmaßnahmen sind diplomatische Vertretungen in mehreren Ländern der Region. Dazu gehören unter anderem Botschaften in Israel, im Libanon, in Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Oman, im Irak und in Kuwait. Zuvor hatte das Ministerium im Februar im Zuge der Eskalation die freiwillige Ausreise für nicht lebensnotwendiges Personal sowie Familienangehörige aus Israel und anderen Staaten angeordnet oder genehmigt.
Gestaffelte Obergrenzen für das Personal an US-Botschaften
Die Wiederbesetzung der Posten erfolgt jedoch nicht sofort in vollem Umfang. Dem internen Papier zufolge stellt die US-Botschaft im Libanon das erste Ziel für zurückkehrende Diplomaten dar, wobei das Personal dort vorerst unter dem regulären Niveau bleibt. Vollständig besetzt werden sollen im weiteren Verlauf die Vertretungen in Israel, Jordanien und Oman.
Für andere Missionen gelten strikte personelle Obergrenzen. An den Standorten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar und im Libanon wird das Personal laut dem Dokument zunächst auf 85 Prozent limitiert. Strengere Vorgaben greifen in den Botschaften in Irak, Kuwait und Bahrain, wo die Obergrenze bei 75 Prozent liegt.

In einer vom New York Times zitierten Erklärung betonte das State Department: "Based on our latest assessment, we are adjusting our staffing posture at certain posts in the Middle East to ensure we can continue advancing U.S. foreign policy objectives while protecting the safety and security of our personnel."
Zusätzlich wird darauf verwiesen, dass die Behörde die Sicherheitslage an allen diplomatischen Vertretungen weltweit kontinuierlich überprüft. Die bisherigen Unterbringungszuschüsse für das im Rahmen von Evakuierungen abgezogene Personal liefen unterdessen aus, weshalb die US-Regierung für Botschaften in der Golfregion die Kategorie der eingeschränkten Operationen eingeführt hat. John Bass, ein ehemaliger Undersecretary of State for Management, erklärte zu dieser Regelung, dass dies Botschaften erlaube, während einer verlängerten Phase der Unsicherheit mit stark reduziertem Personal zu arbeiten.
Kritik an reduzierter Präsenz und diplomatischen Lücken
Die monatelange Ausrichtung auf Notbetrieb und Fernarbeit hat spürbare Folgen für die amerikanische Präsenz vor Ort hinterlassen. Ehemalige Diplomaten weisen darauf hin, dass unter anderem die reguläre Bearbeitung von Visa an vielen Standorten stark eingeschränkt war. So berichtete NPR über Gespräche mit früheren Amtsinhabern wie dem ehemaligen Botschafter in Tunesien Joey Hood, wonach Geschäftsleute und Reisende in den Golfstaaten erhebliche Hürden bei Kontakten mit den US-Vertretungen erlebten.

State-Department-Sprecher Tommy Pigott erklärte hierzu: "The safety and security of Americans, including our personnel and their families, is, was and remains the department’s top priority as we continue to assess conditions across the region."
Auch John Bass betonte, dass die Arbeit per Video- oder Telefonkonferenz klare Grenzen habe, wenn es darum gehe, einen ausländischen Regierungsvertreter zu überzeugen, im Sinne amerikanischer Interessen zu handeln. Zudem wies er auf die Frustration zurückkehrender Familien hin, deren Leben in den Golf-Hauptstädten größtenteils hinter verschlossenen Türen zurückgeblieben sei.
Hintergrund der Sicherheitsmaßnahmen und Regionale Lage
Die Evakuierungen und Personalkürzungen waren zu Jahresbeginn eine direkte Reaktion auf den Konflikt mit dem Iran und dessen Angriffe auf US-Interessen in der Region.
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