Nach dem plötzlichen Tod von Senator Lindsey Graham im Juli wählen die Republikaner in South Carolina am Dienstag in einer vorgezogenen Stichwahl ihre Kandidatin für die Senatswahl im November. Zur Wahl stehen die von Gouverneur Henry McMaster ernannte Übergangssenatorin Darline Graham und der Kongressabgeordnete Ralph Norman, unterstützt von intensiver Parteipartei- und PAC-Finanzierung.
South Carolinas Republikaner entscheiden am Dienstag in einer intensiven Sonder-Vorwahlstichwahl darüber, wer den verstorbenen Senator Lindsey Graham im November auf dem Stimmzettel vertreten wird. Nach Angaben übereinstimmender Berichte treten in diesem parteiinternen Duell die von Gouverneur Henry McMaster ernannte Übergangssenatorin Darline Graham und der Kongressabgeordnete Ralph Norman gegeneinander an, nachdem beide bei der Vorwahl am 11. August die meisten Stimmen erhalten hatten.
Ein rasanter Wahlkampf nach dem Tod von Lindsey Graham
Der unerwartete Tod des langjährigen US-Senators Lindsey Graham im Juli infolge einer Aortendissektion hatte den Wahlkalender des US-Bundesstaats völlig durcheinandergebracht. Gouverneur Henry McMaster ernannte Darline Graham, die Schwester des Verstorbenen, kurz darauf zur kommissarischen Nachfolgerin für den verbleibenden Rest der Amtszeit bis zum Januar. Da Lindsey Graham jedoch den republikanischen Vorwahlkampf im Juni bereits gewonnen hatte, schrieb das Wahlrecht des Staates eine neue Nominierung für den Sitz vor.
In einer von lokal und bundesweit bekannten Akteuren geprägten Dynamik entwickelte sich der knapp bemessene Wahlkampf zu einem harten Schlagabtausch. Während Darline Graham als politische Quereinsteigerin und ehemalige Leiterin der staatlichen Blindenkommission das Erbe ihres Bruders fortführen möchte, setzt Ralph Norman auf seine jahrzehntelange Erfahrung im Bundesstaat und in Washington.
Die Rolle von Donald Trump und die Millionenströme aus Washington
US-Präsident Donald Trump schaltete sich frühzeitig in das Rennen ein und sprach Darline Graham seine Unterstützung aus, noch bevor diese offiziell ihre Kandidatur erklärt hatte. Bei einem Auftritt am Freitag in Myrtle Beach untermauerte der Präsident diese Rückendeckung vor tausenden Anhängern. Trump bekräftigte seine Motivation, sie als mögliche Verbündete im Senat zu gewinnen.

Diese prominente Unterstützung schlug sich auch in den Finanzen nieder. Ralph Norman kritisierte diese Einflussnahme scharf und warf seiner Kontrahentin vor, von der politischen Elite in Washington gelenkt zu werden.
She’s being financed, 100 percent, by the Washington elite and the lobbyists. My money comes from the people in South Carolina who I will represent. Ralph Norman, US-Kongressabgeordneter, via The Post and Courier
Erfahrung gegen Außenseiterstatus im TV-Duell
Während Norman, ein Gründungsmitglied des konservativen House Freedom Caucus, auf konservative Mitstreiter wie Senator Mike Lee und die frühere UN-Botschafterin Nikki Haley verweisen kann, stand Darline Grahams mangelnde außenpolitische Erfahrung im Fokus der Kritik. In einer Fernsehdebatte räumte sie ein, keine ausgewiesene Expertin für nationale Sicherheit zu sein.

Darline Graham erklärte, sie sei keine gewiefte Politikerin; die nationale Sicherheit sei nicht ihr Ding und nicht ihr Fachgebiet, aber sie unterstütze das Militär. Darline Graham, Interimssenatorin, via CBS News
Diese Äußerung rief umgehend Kritiker auf den Plan. Nikki Haley merkte auf X an, dass Sicherheitspolitik im Senat eine kritische Kompetenz darstelle, die man nicht einfach erbe. Dennoch zeigten sich viele Wähler in South Carolina bereit, der langjährigen Verwaltungsangestellten trotz der steilen Lernkurve das Vertrauen auszusprechen, zumal sie im Wahlkampf primär auf wirtschaftliche Themen wie die Lebenshaltungskosten verwies.
Das weitere Vorgehen nach der Stichwahl
Der Gewinner der Dienstagswahl tritt im November gegen die demokratische Kandidatin und Kinderärztin Dr. Annie Andrews an. In dem traditionell republikanisch dominierten Bundesstaat gilt der Ausgang der allgemeinen Wahl im Herbst als richtungsweisend für die Machtverhältnisse im US-Senat.
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