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Gesundheit

WHO startet Tumaini-Studie zu Ebola-Impfstoff in DR Kongo

Die als Tumaini-Studie bekannte Untersuchung soll prüfen, ob vorhandene und neu entwickelte Vakzine Schutz gegen den seltenen und besonders tödlichen Bundibugyo-Stamm bieten.

Angesichts von mehr als 9.700 bestätigten Infektionen und rund 4.700 Todesfällen im bisher schwersten Ausbruch des Landes weitet sich die medizinische Intervention aus. Die Demokratische Republik Kongo verzeichnete die Erkrankungen in inzwischen acht Provinzen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten und internationale Behörden begleiten die klinischen Bemühungen mit beschleunigten regulatorischen Leitlinien, um den dringend benötigten Impfschutz voranzutreiben.

Erster Impfstoff in Bunia verabreicht

Die ersten Dosen des Ervebo-Impfstoffs wurden am Freitag in Bunia, der Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Ituri, verabreicht. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, teilte diesen Meilenstein auf der Plattform X mit. Das Vakzin Ervebo ist ursprünglich für den Zaire-Stamm von Ebola zugelassen. Nun wird untersucht, ob es eine Kreuzimmunität gegen den Bundibugyo-Erreger aufbaut.

Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Wissenschaft gibt uns Hoffnung. Heute wurden in Bunia in der DR Kongo die ersten Teilnehmer in einer neuen Ebola-Impfstoffstudie geimpft, die Tumaini heißt, was auf Suaheli ‚Hoffnung‘ bedeutet.

Die Region Ituri bildet das Epizentrum der Epidemie, die im Mai ausgebrochen war. Für den Bundibugyo-Virusstamm existierte bislang kein zugelassener Impfstoff oder spezifisches Therapeutikum. Die Tumaini-Studie arbeitet mit einem adaptiven Plattform-Design, das die gleichzeitige Testung mehrerer Kandidaten in einem einzigen Rahmen ermöglicht.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte den Ausbruch im Mai zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite, während die Africa CDC ihn als Notlage von kontinentaler Sicherheit einstufte. Die Zahl der bestätigten Fälle im Land liegt offiziell bei über 9.700, wobei die Todeszahlen sich der Marke von 4.700 nähern. Neben der Provinz Ituri sind auch Nord-Kivu, Haut-Uélé, Tshopo, Bas-Uélé, Süd-Kivu, Süd-Ubangi und Nord-Ubangi betroffen. Die von den Gesundheitsbehörden veröffentlichte Fallsterblichkeit liegt bei knapp 48,3 Prozent. Die Umsetzung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern wie dem Institut National de Recherche Biomédicale, dem Institut für Tropenmedizin in Antwerpen und Médecins Sans Frontières sowie Epicentre. Major General Kasongo Gaby, der Gouverneur der Provinz Ituri, betonte die Bedeutung des Starts als gemeinsames Zeichen gegen die gesundheitliche Bedrohung.

Moderna- und Oxford-Kandidaten vor dem Einstieg

Neben dem Ervebo-Präparat sollen zwei speziell gegen den Bundibugyo-Virus entwickelte Vakzine in die klinische Prüfung aufgenommen werden. Die Koalition für Epidemische Vorsorge-Initiativen finanziert diese Kandidaten.

WHO startet Tumaini-Studie zu Ebola-Impfstoff in DR Kongo
Foto: Yahoo

Beide experimentellen Impfstoffe sollen nach Angaben der beteiligten Organisationen in Kürze in das laufende Testverfahren integriert werden. Die Studie nutzt den Ansatz der Ringimpfung. Dabei werden Kontakte infizierter Personen sowie Risikopersonen im direkten Umfeld immunisiert, um Infektionsketten zu unterbrechen. Zu den Zielgruppen der Untersuchung gehören neben Erwachsenen auch schwangere Frauen und Jugendliche ab zwölf Jahren, um verlässliche Daten für Bevölkerungsgruppen zu gewinnen, die in klinischen Studien ansonsten oft ausgeschlossen bleiben.

Laut CEPI wäre dies im Erfolgsfall das erste Mal, dass wir klare Belege für die Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen das Bundibugyo-Virus haben – ein bedeutender Fortschritt, der verändern könnte, wie wir auf diesen Ausbruch reagieren, uns auf künftige Ausbrüche vorbereiten und dazu beitragen, Leben zu retten.

Ausweitung auf Nigeria und verschärfte Überwachung

Während die klinische Erprobung in Bunia anläuft, breitet sich das Virus weiter aus. Jean Kaseya, der Generaldirektor der Afrikanischen Zentren für die Seuchenbekämpfung, warnte vor einer Kontinentalen Krise, nachdem Nigeria seinen ersten Ebola-Fall seit über zehn Jahren gemeldet hatte. Bei der Patientin handelt es sich um eine Reisende, die Anfang Oktober aus Uganda nach Abuja zurückgekehrt war.

WHO startet Tumaini-Studie zu Ebola-Impfstoff in DR Kongo
Foto: Bangkok Post

Gesundheitsbehörden überwachen in Nigeria Dutzende enge Kontakte. Dennoch bleibt die Quote der Kontaktverfolgung mit knapp 79,7 Prozent unter dem von der Weltgesundheitsorganisation geforderten Schwellenwert von 95 Prozent. Die zuständigen Ministerien in den betroffenen Ländern planen für die kommenden Tage Sondersitzungen zur besseren grenzüberschreitenden Koordination.

WHO startet Tumaini-Studie zu Ebola-Impfstoff in DR Kongo
Foto: Aljazeera

Die Eindämmung der Epidemie wird durch anhaltende bewaffnete Konflikte, historische Vorbehalte gegen externe Hilfe sowie die abgelegene Geografie der betroffenen Regionen erschwert. Hilfsorganisationen sehen sich zudem mit logistischen Hürden und Materialengpässen konfrontiert. Neben Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo wurden im Rahmen des aktuellen Geschehens auch Fälle aus Ländern wie Kenia und Uganda gemeldet. Experten betonen, dass trotz des Starts der Tumaini-Studie im Feld noch keine konkreten Wirksamkeitsdaten vorliegen und der Nachweis eines erfolgreichen Impfschutzes erst durch die Ergebnisse der laufenden wissenschaftlichen Erhebung erbracht werden muss.

Leser, die gesundheitliche Fragen im Zusammenhang mit dem aktuellen Infektionsgeschehen oder möglichen Präventionsmaßnahmen haben, sollten sich an qualifizierte Mediziner, zuständige Gesundheitsämter oder offizielle Stellen der Weltgesundheitsorganisation wenden, um fundierte und auf den Einzelfall abgestimmte Ratschläge zu erhalten.

Randomisierte Studie mit Impfstoffen gegen die Ebola Viruserkrankung in Zaire
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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