Während Parteichef Markus Söder Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner für das Bundespräsidentenamt empfiehlt, schweigt Bundeskanzler Friedrich Merz beharrlich zur Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
Söders Vorstoß für Ilse Aigner und der unerwartete Versprecher
Bereits am Freitag machte Markus Söder bei seiner 73-minütigen Rede auf dem CSU-Parteitag in München keinen Hehl aus seiner Präferenz für die Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten.
Liebe @CSU, wir wünschen euch einen erfolgreichen Parteitag in München und freuen uns, morgen auch mit dabei zu sein! ⁰⁰🔴 Schaltet ein, wenn @_FriedrichMerz um 12:30 Uhr seine Rede hält. Live auf X, FB & YouTube. Ois Guade! #csupt26 pic.twitter.com/DuwU2fvEh7
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In seiner Rede leistete sich Söder dabei einen emotionalen Versprecher, als er über die 61-Jährige sprach. Wörtlich sagte Söder:
Die Entscheidung wird woanders gefällt, aber ich würde mir es von Herzen gönnen, wenn Ilse Aigner nächste Bundespräsidentin werden würde. Das wäre eine tolle Sache.
Markus Söder, CSU-Chef
Als die Delegierten laut und anhaltend applaudierten, forderte CSU-Chef Markus Söder mit Bezug auf den am Samstag beim Münchner Parteitag gastierenden CDU-Chef Friedrich Merz: „Macht das morgen noch mal.“ Aigner selbst erklärte, sie habe sich wirklich sehr über die Reaktion des Parteitags gefreut und wertete dies als gewisse Bestätigung für ihre mehr als 40-jährige Arbeit für die CSU. Sie betonte jedoch, dass der Parteitag nicht über diese Frage entscheide, da dies die Aufgabe der Parteivorsitzenden sei.”
Zweiter Tag unseres CSU-Parteitags: Wir stehen für eine Politik, die bürgernah und bodenständig ist. Mit unserem Leitantrag sind wir näher am Menschen. Wir wollen unseren Bürgerinnen und Bürgern das Leben erleichtern, nicht erschweren – mit Augenmaß und Vernunft, nicht mit… pic.twitter.com/gvWVYOGVrF
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In der CDU wachsen derweil Zweifel, ob Söder Aigner wirklich als Bundespräsidentin will oder ob er nur so tut, um seiner CSU zu gefallen, während er selbst im Rennen um die Kanzlerschaft weiter fein raus ist.
Friedrich Merz erntet Jubel und lässt die Kandidatenfrage offen
Als Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz die Münchner Messehalle betrat, richteten sich alle Kameras auf das Zusammentreffen mit Aigner. Begleitet von der Live-Musik einer bayerischen Blaskapelle, die zu Beginn den Titel Eye of the Tiger
– die berühmte Titelmusik des Box-Films „Rocky III“ aus dem Jahr 1982 – spielte, setzte Merz ein deutliches Zeichen. Er begrüßte Aigner bei seinem Einzug in den Saal mit Wangenküsschen rechts und links und nannte sie zu Beginn seiner Rede direkt nach Söder und vor dem Chef der Europäischen Volkspretiei, Manfred Weber, namentlich.

Die etwa 700 Delegierten in der Messehalle brachen daraufhin in Applaus und Jubel aus und erheben sich von ihren Plätzen, während Ilse Aigner in der ersten Reihe aufstand und winkte. Im Gegensatz zu den CSU-Parteitagen 2024 und 2025 nannte Merz Aigner namentlich und gleich so prominent an zweiter Stelle. Am Ende feierten die Delegierten Merz mit fast vier Minuten stehendem Applaus.
Zwar hatte die CDU-Führung kurz vor dem Parteitag betont, dass die CDU den Anspruch nicht aufgegeben habe, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus ihren Reihen zu nominieren. Doch Merz wich einer direkten Festlegung in München völlig aus, was ein CSU-Vorstand mit den parteiinternen Zwängen des Kanzlers begründete.
Live aus München: Friedrich Merz auf dem Parteitag der CSU #csupt26 https://t.co/fTi4bT4fz6
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Die Machtfrage in der Union und der Druck der Koalition
Die Wahl des Bundespräsidenten findet im Januar statt; die Bundesversammlung wird zur Hälfte aus Bundestagsabgeordneten und zur Hälfte aus Wahlleuten der Länder bestehen. In der CDU gilt das Vorschlagsrecht der Union als unstrittig, doch die Frage reicht über das Amt des Bundespräsidenten hinaus und verbindet sich mit der Entscheidung, ob die CDU auf den Anspruch verzichtet, selbst eine Persönlichkeit aus ihren Reihen zu nominieren.
Zudem sorgt die Personaldebatte für Kontroversen. Die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier kritisierte die Auswahlkriterien und erklärte, dass es eine Armutserklärung für 80 Prozent der Bevölkerung wäre, wenn nur noch Juristen Bundespräsident werden könnten. Als mögliche CDU-Kandidaten oder Alternativen mit juristischem Hintergrund oder anderen Qualifikationen werden in Medienberichten neben Bildungsministerin Karin Prien auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, Hessens CDU-Fraktionschefin Ines Claus sowie der Präsident des Verfassungsgerichts Stephan Harbarth genannt.
| Politiker | Partei / Amt | Position zur Bundespräsidentenwahl |
|---|---|---|
| Markus Söder | CSU-Chef, Ministerpräsident | Wirbt offen für die bayerische Landtagspräsidentin |
| Friedrich Merz | CDU-Chef, Bundeskanzler | Lässt die Personalie offen und nennt keine Namen |
| Ilse Aigner | Landtagspräsidentin Bayern | Freut sich über den Rückhalt, betont aber, die Parteichefs entscheiden |
Die Entscheidung muss in den kommenden Wochen getroffen werden, da die Wahl bereits im Januar ansteht. Dieser Parteitag hat Merz überdeutlich gezeigt, was die CSU will, während offen bleibt, ob Merz tatsächlich rechtzeitig eine Entscheidung ankündigt.
Erster Tag des CSU-Parteitags in München. Unsere klare Botschaft: Wir werden Deutschland und Bayern nicht den Radikalen überlassen! Unser Parteivorsitzender Markus Söder macht klar: „Deutschland und Bayern stehen mitten im Orkan. Die Welt ist im Wandel, Deutschland ist im… pic.twitter.com/pHFSWBrfva
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https://t.co/rGrJHhdjEKLiebe BILD,was soll hier eigentlich schon wieder „gerettet“ werden? Der Kanzler? Die Koalition? Die CDU?Das Verhältnis zur CSU?Markus Söders Zukunft?Friedrich Merz’ Autorität?Oder vielleicht irgendwann ausnahmsweise einmal:**das Land?**Bei der…
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Ich gönne es ihr!” Markus Söder unterstützt Ilse Aigner, ohne sich zu verkämpfen. #csupt26 pic.twitter.com/s5oy7Zve2Y
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