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Gesundheit

Ebola-Epidemie in Demokratischen Republik Kongo fordert über 4.000 Tote

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom 1. Oktober 2026 mehr als 4.000 Todesopfer gefordert. Das Ausbruchsgeschehen, das sich durch den Bundibugyo-Virus auszeichnet, gilt als das bisher schnellste der Geschichte und hat inzwischen Nachbarländer sowie Tausende Vertriebene in der Provinz Ituri und in Nord-Kivu getroffen.

Die aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums beziffern die Gesamtzahl der Todesfälle auf 4.018 bei 8.300 bestätigten Infektionen. Im Zentrum des Krisengeschehens stehen die östlichen Provinzen Ituri und Nord-Kivu, wo jahrzehntelanger Konflikt die Eindämmung massiv erschwert. Die dortigen Provinzen Ituri, South Kivu und North Kivu in Ost-Kongo sind von jahrzehntelanger Gewalt gezeichnet und beherbergen über fünf Millionen Binnenvertriebene, wobei Ituri am schwersten betroffen ist.

Fast fünf Monate nach Ausrufung des Ausbruchs ist die Verfolgung in Teilen von Nord-Kivu zudem schwieriger geworden, da Bewohner der Ansicht sind, dass die Krankheit gar nicht existiert, wie Reuters dokumentierte.

Ebola-Epidemie in Demokratischen Republik Kongo fordert über 4.000 Tote
Foto: Bloomberg.com

Flucht aus dem Lager Kigonze und schrumpfende Versorgungskapazitäten

Die Vereinten Nationen erklärten laut Reuters zu den Vorfällen, dass die enorme Herausforderung, die Ausbreitung von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zu stoppen, gerade noch schwieriger geworden sei.

In dem Lager brannten Unbekannte zudem ein Ebola-Transitzentrum nieder, in dem Verdachtsfälle isoliert, getestet und behandelt werden sollten. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks gab es in den Vertriebenensiedlungen des Kongos bereits 88 bestätigte Ebola-Fälle und 56 Todesopfer, einschließlich der Vorfälle im Kigonze-Lager. Hilfsorganisationen beklagen zudem die Zerstörung von Behandlungszentren. Wenn Zentren geschlossen oder zerstört werden, gehen wertvolle Investitionen und medizinische Kapazitäten verloren, während die Patienten keinen Zugang mehr zu notwendiger Pflege erhalten. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration liegt die Sterblichkeitsrate in einigen betroffenen Lagern bei über 80 Prozent und übersteigt damit den Durchschnitt von rund 50 Prozent, wie Reuters dokumentierte.

Besondere Virusvariante ohne zugelassenen Impfstoff

Die Antikörpermedikamente und der Impfstoff Ervebo, die bei dem Zaire-Ebola-Virus in früheren Jahren entwickelt wurden, greifen hier nicht, wobei der Ervebo-Impfstoff für eine andere Ebolaspezies zugelassen ist und in einer klinischen Studie vorwiegend unter Gesundheitspersonen getestet wird. Bis Ende September erhielten laut einem Bericht des Africa Centres for Disease Control and Prevention im Rahmen einer klinischen Studie 6.300 Gesundheitsarbeiter sowie 1.066 weitere Personen die Impfung.

Die nationalen Zahlen zeigen eine Gesamtsterblichkeitsrate von etwa 48 Prozent.

Ebola-Epidemie in Demokratischen Republik Kongo fordert über 4.000 Tote
Foto: CBS News

Auswirkungen auf Kinder und steigender Hilfsbedarf von UNICEF

Besonders hart trifft die Krise Kinder und Familien. Bis Anfang Oktober wurden nach Angaben von UNICEF mehr als 1.900 Kinder in den östlichen Provinzen durch die Epidemie zu Waisen oder von ihren Familien getrennt. Davon entfallen 1.581 Kinder auf Ituri und 322 auf Nord-Kivu. Kinder machen inzwischen etwas mehr als ein Viertel aller bestätigten Fälle, aber etwa ein Drittel aller Todesfälle aus.

Altersgruppe / Indikator Verifizierter Wert
Bestätigte Fälle bei Kindern Über 2.017
Gestorbene Kinder Mindestens 1.062
Sterblichkeitsrate bei unter Fünfjährigen 7 von 10 Infizierten
Finanzierungsbedarf von UNICEF US$ 150,8 Millionen

Die Organisation fordert dringend die Ausweitung dieser Schutzmaßnahmen sowie die Bereitstellung von insgesamt 150,8 Millionen US-Dollar für die humanitäre Hilfe, von denen für das Kongolesische Programm allein 113.4 Millionen US-Dollar benötigt werden, während bisher nur 40,1 Millionen US-Dollar mobilisiert wurden, wie UNICEF mitteilte. Halimatou Amadou, Chief of Communication von UNICEF in der DR Kongo, erklärte dazu, dass Ebola die Menschen entreißt, auf die Kinder angewiesen sind, und deren Leben zerstört.

Überlastete Behandlungsstrukturen und erste Fälle in Kenia

Die Hilfslieferungen und die medizinische Versorgung stoßen vor Ort an ihre Grenzen. Mehr als 70 Prozent der Neuinfektionen stammen nach Angaben aus Gesundheitskreisen weiterhin von außerhalb bekannter Kontakte, und mindestens 60 Prozent der Todesfälle ereignen sich außerhalb von Behandlungszentren. Die Kontaktverfolgung liegt bei lediglich 23 Prozent der erwarteten Kontaktpersonen. Stephanie Hoffmann, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen (MSF), bezeichnete die Lage auf dem Boden als „chaotischund beklagte neben fehlender Koordination vor allem einen Mangel an anwesenden Hilfsakteuren in der Region.

Ebola-Epidemie in Demokratischen Republik Kongo fordert über 4.000 Tote
Foto: Democracy Now!

Der Druck auf das Gesundheitspersonal wächst stetig, wie Berichte über Streiks von Überwachungsteams wegen ausstehender Gehälter und Angriffe auf lokale Amtsträger wie Marie-Célestin Karondwa verdeutlichen, der als lokaler Vertreter der herrschenden Partei Union für Demokratie und sozialen Fortschritt in seinem Haus in Butembo im Nord-Kivu von Unbekannten angegriffen und getötet wurde, weil er staatliche Maßnahmen verteidigte. Ein Helfer von Ärzte ohne Grenzen infizierte sich ebenfalls mit dem Virus und wurde auf einem Sonderflug in die Niederlande evakuiert, wo er in der Isoliereinheit des Leiden University Medical Center aufgenommen wurde.

Leser sollten bei Symptomen oder dem Verdacht auf einen Kontakt unverzüglich qualifizierte medizinische Fachkräfte, lokale Gesundheitsbehörden oder spezialisierte Behandlungszentren konsultieren und keinesfalls medizinische Entscheidungen auf der Grundlage dieses Artikels treffen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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