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Gesundheit

WHO: Ebola-Ausbruch in DR Kongo breitet sich auf zwei neue Zonen aus

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich auf zwei weitere Gesundheitszonen ausgeweitet und betrifft nun 63 Zonen in sieben Provinzen. Wie die Weltgesundheitsorganisation am Freitag mitteilte, erschweren anhaltende Konflikte und Sicherheitsrisiken die Kontaktnachverfolgung und den Zugang zu den betroffenen Gemeinschaften massiv.

Die von der Bundibugyo-Variante ausgelöste Epidemie breitet sich trotz regionaler Rückgänge geografisch weiter aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lag die Gesamtzahl der bestätigten Fälle bei 7.773 mit 3.759 Todesfällen, während laut dem Regionalbüro der WHO für Afrika zum Sonntag 7.733 bestätigte Fälle und 3.732 Todesfälle verzeichnet wurden.

Ausweitung auf Bulu und Dungu

Die jüngsten Infektionen wurden in der Gesundheitszone Bulu in der Provinz Sud Ubangi an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik sowie in Dungu in der Provinz Haut-Uelé an der Grenze zum Südsudan nachgewiesen. Durch diesen Zuwachs erhöht sich die Zahl der betroffenen Gesundheitszonen auf landesweit 63.

Während in einigen Regionen wie Ituri und Haut-Uele zwischen Ende August und September zeitweise sinkende Fallzahlen gemessen wurden, bleibt das Infektionsgeschehen insgesamt unkontrolliert. Die WHO warnt vor einer wachsenden Gefahr grenzüberschreitender Übertragungen, da die neu betroffenen Zonen direkt an Nachbarstaaten grenzen (Reuters berichtet über die Ausbreitung an den Grenzen). Laut Angaben von Marie Roseline Belizaire, der regionalen Notfalldirektorin der WHO für Afrika, gingen die Fallzahlen zwischen dem 31. August und dem 20. September in der Provinz Ituri und in Haut-Uele zurück.

Konflikte und Versorgungsprobleme in Nord-Kivu

Besonders kritisch bleibt die Lage in den östlichen Provinzen. Nord-Kivu verzeichnet weiterhin rund ein Drittel aller neu bestätigten Fälle und Todesfälle. Daten der WHO zeigen, dass fast 60 Prozent der dort diagnostizierten Patienten der Krankheit erlegen sind – ein Wert, der deutlich über dem nationalen Durchschnitt liegt.

DR Congo’s Ebola outbreak spreads to two new health zones, WHO says
Foto: Aljazeera

Hilfsorganisationen und Gesundheitsbehörden kämpfen derweil mit schwerwiegenden Lücken bei der Personalbesetzung und der Kontaktnachverfolgung. Jean Kaseya, der Generaldirektor der Afrikanischen Zentren für die Seuchenkontrolle und -prävention (Africa CDC), betonte, dass bei mehr als 7.000 bestätigten Fällen theoretisch rund 420.000 Kontaktpersonen ermittelt werden müssten, derzeit jedoch lediglich etwa 30.000 Personen auf den entsprechenden Listen stehen (Al Jazeera beleuchtet die Angaben der Africa CDC zur Kontaktnachverfolgung).

Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, es sei sehr schwierig, Ebola isoliert zu betrachten, da selbst die Ebola-Bekämpfung von dem Konflikt beeinträchtigt werde, weil es Vertreibungen und Zugangsprobleme in einigen Gebieten gebe.

Zusätzlich meiden viele Erkrankte medizinische Einrichtungen aus Angst, sofort in Behandlungszentren isoliert zu werden.

Beginn von Impfkampagnen und offene Fragen

Um dem rasanten Verlauf zu begegnen, hat die Regierung in Ituri mit Impfungen für medizinisches Personal begonnen. Dabei kommt der Impfstoff Ervebo zum Einsatz, der primär gegen den Zaire-Stamm zugelassen ist.

Members of a civil protection team tasked with safely burying people suspected of having died from Ebola attend a daily
Foto: Reuters

Die Weltgesundheitsorganisation treibt unterdessen klinische Studien voran, um wirksame Behandlungsoptionen zu finden. Angesichts der anhaltenden Fluchtbewegungen, Streiks von Gesundheitspersonal und des Mangels an zugelassenen Medikamenten bleibt die Bewältigung dieser Epidemie eine der schwersten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Region.

“Ebola Will Not Be A Pandemic” Who Warns As Congo Outbreak Spreads To 63 Health Zones | VERTEX
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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