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F-35-Kampfjets: Schweiz beschließt Zusatzkredit nach Preisstreit

Die Beschaffung von F-35-Kampfjets durch die Schweiz sorgt nach geplatzten Preisversprechen und Zusatzkrediten für neue politische Debatten. Ein Bericht deckte im September 2026 auf, dass nie ein fester Gesamtpreis vereinbart worden war, während auch die Lieferung deutscher Patriot-Systeme bis 2034 auf sich warten lässt.

Der Schweizer Traum vom Festpreis für moderne US-Kampfflugzeuge ist ausgeträumt. Obwohl die Schweizer Stimmbevölkerung im September 2020 ein Budget von rund sechs Milliarden Euro für die Erneuerung der Luftverteidigung bewilligte und die Regierung im Juni 2021 den Zuschlag für den F-35A von Lockheed Martin erteilte, zeigt sich die finanzielle Realität mittlerweile deutlich teurer als geplant.

Zusatzkredit über 400 Millionen Franken nach geplatztem Fixpreis

Nach dem Vertragsabschluss im Jahr 2022 verlangten die USA überraschend mehr Geld mit der Begründung, der angebliche Festpreis habe jeweils nur für den Beginn einzelner Produktionslose gegolten und keineswegs für das gesamte Projekt. Ein am 8. September 2026 veröffentlichter Prüfbericht bestätigte schließlich, dass tatsächlich zu keinem Zeitpunkt ein fester Gesamtpreis vereinbart war. Der Nationalrat sah sich daraufhin gezwungen, einen Zusatzkredit von rund 400 Millionen Franken beziehungsweise 417 Millionen Euro zu bewilligen.

Die finanzielle Korrektur zwang die Verantwortlichen im März 2026 bereits zum Handeln. Statt der ursprünglich vorgesehenen 36 Maschinen wurde die Bestellung auf 30 Flugzeuge reduziert. Bis Ende Juni hatte Bern nach Angaben aus Verteidigungskreisen bereits fast 1,8 Milliarden US-Dollar in die US-Jets investiert.

Scharfe Kritik im Parlament und politische Kontroversen

Die Aufarbeitung der Beschaffung sorgt in der politischen Landschaft der Schweiz für heftige Auseinandersetzungen. Verteidigungsminister Martin Pfister musste sich im Parlament kritischen Fragen zum Vertrag stellen. Er erklärte zwar, dass der Prüfbericht kein rechtswidriges Verhalten und keinen haftungsrechtlich relevanten finanziellen Schaden festgestellt habe, doch die Kritik aus den Parteien bleibt ungemindert.

F-35-Kampfjets: Debatte entflammt erneut
Foto: Blick

Es ist wie in einem schlechten Film.

Anna-Béatrice Schmaltz, Grünen-Nationalrätin

Schmaltz kritisierte die Vorgänge als finanzpolitisch und sicherheitspolitisch extrem fahrlässig. Auch SP-Nationalrätin Priska Seiler-Graf fand deutliche Worte und bezeichnete das Rüstungsprojekt als Fass ohne Boden, das den Rest der Schweizer Armee finanziell austrockne. Demgegenüber stellte sich SVP-Ständerat Werner Salzmann hinter das Waffensystem und betonte, der Kampfjet bleibe trotz allem die beste Wahl für das Land.

Verzögerungen bei der Patriot-Luftabwehr

Die Probleme im Beschaffungswesen beschränken sich indes nicht allein auf die Kampfjets. Im Jahr 2022 orderte die Schweiz zusätzlich fünf Patriot-Luftabwehrsysteme im Wert von rund 2,4 Milliarden Euro. Infolge des Krieges in der Ukraine wurden jedoch für die Schweiz eingeplante Einheiten an Deutschland zugeteilt, das diese Systeme nun selbst behalten will.

F-35-Kampfjets: Schweiz beschließt Zusatzkredit nach Preisstreit
Foto: FOCUS online

Infolgedessen verzögert sich die Auslieferung der ersten Schweizer Patriot-Systeme bis voraussichtlich 2034. Angesichts dieser massiven zeitlichen und finanziellen Hürden in der Luftverteidigung steht die Schweizer Rüstungspolitik vor weitreichenden Herausforderungen, während die Regierung im Dezember offiziell auf den kritischen Prüfbericht antworten will.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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