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US-Regierung will undokumentierte Migranten vom Zensus 2030 ausschließen

Die US-Regierung hat am Mittwoch eine umstrittene Neuregelung für den Zensus 2030 vorgeschlagen, wonach undokumentierte Einwanderer sowie Personen ohne dauerhaften rechtlichen Status von den offiziellen Bevölkerungszahlen für die Mandatsverteilung im Kongress ausgeschlossen werden sollen. Kritiker kündigten umgehend juristische Schritte gegen das Vorhaben an.

Die von der US-Regierung vorgelegte Neugestaltung des kommenden Zensus im Jahr 2030 zielt darauf ab, die Datenerfassung grundlegend zu verändern. Neben dem Ausschluss von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus sieht der Vorschlag vor, keine Fragen zur ethnischen Zugehörigkeit und zur sexuellen Orientierung mehr in den offiziellen Fragebögen zu verwenden.

Ausschluss von Nicht-Staatsbürgern und die Verfassungsgrenzen

Das im Federal Register veröffentlichte Regelwerk argumentiert, dass die Verfassung zwar die Zählung der Gesamtzahl aller Personen in den einzelnen Bundesstaaten vorschreibt, Personen ohne ständigen Wohnsitz oder ohne ausreichende Bindung an die Vereinigten Staaten jedoch nicht Teil des eigentlichen Staatsvolkes seien. Der Plan sieht vor, Inhaber einer Green Card weiterhin zu erfassen, während undokumentierte Migranten sowie Personen mit einem weniger dauerhaften und unbefristeten Aufenthaltsstatus explizit ausgeklammert werden sollen.

Der Vorschlag greift Bestrebungen aus der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump auf. Damals scheiterte ein Vorstoß, eine Staatsbürgerschaftsfrage in den Zensus 2020 aufzunehmen, vor dem obersten Gerichtshof. Die jetzige Initiative knüpft an eine Erklärung an, die der Präsident im August des Vorjahres über soziale Medien verbreitet hatte. Darin forderte er, dass Personen ohne legalen Status bei der Zählung keine Berücksichtigung finden dürften. April ein entsprechender Bericht über die Fragen für 2030 vorgelegt werden muss.

Wegfall demografischer Fragen und politische Konsequenzen

Befürworter und Bürgerrechtler warnen vor den weitreichenden Folgen der geplanten Änderungen. Der Verzicht auf Fragen zu Rasse, ethnischer Zugehörigkeit und sexueller Orientierung gefährdet nach Ansicht von Forschern und Aktivisten die Datengrundlage zur Durchsetzung des Voting Rights Act sowie anderer Antidiskriminierungsgesetze. Während Befürworter der Reform argumentieren, dass die Neuregelung die ursprüngliche Absicht der Verfassung genauer widerspiegelt, verweisen Kritiker auf die massiven Auswirkungen auf die Verteilung von Bundesmitteln und die Neuziehung von Wahlkreisen.

A “Fill Out the Census” sign stands in a planter on Main Street in Roswell, N.M., on Aug. 21, 2020
Photo: rollcall.com

Studien und historische Vergleiche verdeutlichen die Tragweite solcher Verschiebungen. Eine vom Pew Research Center für das Jahr 2020 durchgeführte Schätzung ergab, dass der Ausschluss undokumentierter Einwanderer die Sitzverteilung im Repräsentantenhaus zugunsten von Bundesstaaten wie Alabama, Ohio und Minnesota hätte verändern können, während Kalifornien, Florida und Texas Mandate hätten verlieren können.

Gegenreaktionen und angekündigte Klagen

Demokratische Politiker und Generalstaatsanwälte bereiten sich bereits auf juristische Auseinandersetzungen vor. Auch im Kongress zeichnen sich heftige Auseinandersetzungen ab, nachdem Republikaner in den vergangenen Jahren wiederholt Gesetzesinitiativen zur exklusiven Zählung von US-Staatsbürgern eingebracht hatten.

US-Regierung will undokumentierte Migranten vom Zensus 2030 ausschließen
Photo: NPR

Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, erklärte gegenüber Roll Call, dass man die Angriffe der Trump-Regierung auf den Zensus im Jahr 2020 gestoppt habe und nun rechtliche Möglichkeiten prüfe, um sich erneut zur Wehr zu setzen.

Ob das Vorhaben in seiner Gesamtheit umgesetzt werden kann, hängt neben den erwarteten Gerichtsverfahren auch davon ab, ob eine künftige Regierung die Pläne vor dem endgültigen Abschluss im Jahr 2030 nochmals revidieren wird.

Trump proposes changes to census data collection, aiming to exclude illegal immigrants
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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