Die US-Regierung plant unter einer neuen Nationalen Weltraumtransportpolitik bis 2030 die Kapazität auf mindestens 1.000 Starts und Wiedereintritte pro Jahr zu steigern. August 2025.
Die USA setzen auf eine massive Beschleunigung ihrer orbitalen Infrastruktur. Während im Jahr 2025 noch knapp 200 Starts durch US-Einheiten verzeichnet wurden, sieht die aktualisierte National Space Transportation Policy eine Steigerung auf mindestens 1.000 Operationen bis zum Jahr 2030 vor, berichtet SpaceNews. Der Fokus verschiebt sich dabei weg von den Startfahrzeugen selbst hin zur physischen Infrastruktur und dem Luftraummanagement.
Neue Startplätze und die Forderung nach geographischer Resilienz
Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die Erweiterung der Startkapazitäten über die bestehenden Standorte hinaus. Das Weiße Haus hat das Department of the Interior beauftragt, Bundesland zu identifizieren, das als zusätzliche Wiedereintrittsstätten dienen kann. Dies folgt auf eine Initiative des Bureau of Ocean Energy Management, die die Nutzung von untergetauchten Gebieten und ausrangierten Offshore-Ölbohrinseln für seegestützte Starts und Wiedereintritte prüft, wie arstechnica.com berichtet.
Executive Order 14335: Deregulierung und bürokratische Hürden
Parallel zur Infrastrukturplanung greift die Regierung regulatorisch ein. August 2025 zielt darauf ab, Genehmigungsprozesse für US-Betreiber zu verschlanken. Laut SpacePolicyOnline ist es das Ziel, dass neue weltraumgestützte Industrien und Verteidigungssysteme in Amerika und nicht durch Gegner pionierhaft entwickelt werden.
- Handelsminister Howard Lutnick: Er muss innerhalb von 150 Tagen einen Prozess zur Regulierung neuartiger Weltraumaktivitäten (Mission Authorization) vorschlagen und das Office of Space Commerce direkt dem Büro des Ministers unterstellen.
Logistik des Wiedereintritts und responsive Starts
Ein kritischer Engpass für die Industrie ist derzeit der Mangel an zertifizierten Wiedereintrittsorten. SpaceNews weist darauf hin, dass Unternehmen wie Varda Space Industries aufgrund von Schwierigkeiten am Utah Test and Training Range auf kommerzielle Standorte in Australien ausweichen mussten, trotz höherer Kosten und logistischer Hürden.
Die neue Politik sieht daher vor, innerhalb von 90 Tagen Bundesland für neue Wiedereintrittsstätten zu identifizieren. Darüber hinaus wird die Fähigkeit zu responsive launch operations
gefördert. Das Ziel ist es, hochpriorisierte Nutzlasten innerhalb von 48 Stunden nach Bedarf in den Orbit zu bringen, möglicherweise von expeditionary locations
, die fernab konventioneller Startrampen liegen. Unternehmen wie Rocket Lab und Astra arbeiten bereits an entsprechenden portablen Infrastrukturen, so arstechnica.com.
Expansion zum Mond und zum Mars
Zusätzlich soll das Verteidigungsministerium In-Space-Transportdienste, wie etwa die Wartung von Satelliten, prüfen und in zukünftige Missionsarchitekturen integrieren.
Zeitplan der nächsten regulatorischen Schritte
| Frist | Maßnahme / Ziel |
|---|---|
| 60 Tage | Ernennung eines leitenden Angestellten für das Office of Commercial Space Transportation |
| 90 Tage | Identifizierung von Bundesland für zusätzliche Wiedereintrittsstätten |
| 120 Tage | Bericht über die Änderung der Part-450-Regularien; erste Überprüfung der Exportrichtlinien |
| 150 Tage | Vorschlag für einen Prozess zur Regulierung neuartiger Weltraumaktivitäten (Mission Authorization) |
| 180 Tage | Memorandum of Understanding zur Abstimmung von Spaceport-Prüfprozessen; Strategie für die industrielle Basis des Raumtransports |
Offen bleibt laut den vorliegenden Berichten, ob die neuen Startanlagen ausschließlich als Bundesanlagen betrieben werden oder ob sie als Spaceports unter privater Führung stehen sollen. Die Regierung hat jedoch bereits angekündigt, Nutzergebühren für kommerzielle Unternehmen zu erheben, die NASA- oder Militärstandorte nutzen.

Auch interessant