Die US-Verkehrsbehörde NHTSA ermittelt gegen das US-Unternehmen Comma AI nach fünf Unfällen mit Nachrüst-Kits für autonomes Fahren. Dabei gab es drei Todesfälle, wie Berichte unter Berufung auf Futurism und t3n zeigen. Das Unternehmen vermarktet die Software mit dem Versprechen freier Hände am Steuer.
Bislang war automatisiertes Fahren meist teuer und auf wenige Neufahrzeuge wie die von Tesla beschränkt. Das US-Unternehmen Comma AI bietet ein rund 1.000 Dollar teures Nachrüst-Kit namens Comma Four
an, das laut Unternehmensangaben in mehr als 350 Fahrzeugmodellen verbaut werden kann. Das kleine Gerät wird an der Windschutzscheibe angebracht und mit den werksseitig installierten Kameras verbunden. Die Open-Source-Software Openpilot
übernimmt dann das Halten der Spur, das Beschleunigen und das Bremsen, wie der Bericht von Heute darstellt.
Tödliche Unfälle und Untersuchung der NHTSA
Die Technik hat neben Käufern auch die US-Verkehrsbehörde NHTSA auf den Plan gerufen. Bei fünf dokumentierten Unfällen mit Comma-Geräten fuhren Autos von hinten auf langsamere oder parkende Fahrzeuge auf. Bei diesen Kollisionen gab es drei Todesfälle.
Im Zentrum der Untersuchung steht auch das Werbeversprechen von Comma AI. Das Gadget wird mit der Möglichkeit beworben, dass Kunden ihr Auto ohne Hände am Lenkrad steuern können. Erst im Kleingedruckten weist das Unternehmen darauf hin, dass Fahrzeuginsassen jederzeit aufpassen müssen.
Kritik an Open-Source-Experimenten auf öffentlichen Straßen
Die Praxis sorgt auch in den sozialen Medien für scharfe Kritik. Da Nutzer des Comma Four
eine freie Softwarewahl besitzen, können sie experimentelle Open-Source-Projekte im Straßenverkehr einsetzen.
Die Warnungen unterstreichen die Bedenken, dass die Installation ungetesteter Software in einem realen Verkehrsumfeld weitaus gefährlichere Folgen haben kann als Fehler in einem Computerspiel.