Amazon MGM Studios steuert bei der James-Bond-Reihe auf eine Richtungsentscheidung zu, da in London die finalen Probeaufnahmen für den nächsten 007-Darsteller laufen. Nach der Übernahme der kreativen Kontrolle Anfang 2025 setzt das Studio unter Regisseur Denis Villeneuve auf eine Verjüngung des Franchise, während der Kinostart für das Jahr 2028 anvisiert wird.
Die letzten Probeaufnahmen in London und der aktuelle Stand der Darstellersuche
Das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Daniel Craig hat nach Angaben von US-Branchenmedien wie Deadline, Hollywood Reporter und Variety die entscheidende Phase erreicht. In London finden demnach die letzten Kamera- und Stunt-Tests statt. Wie viele Akteure im Rennen sind, variiert in den Berichten: Mindestens vier Angebote für Probeaufnahmen wurden laut Deadline verschickt, während der Hollywood Reporter von drei bis fünf Kandidaten ausgeht.
Im Zentrum der aktuellen Gerüchte stehen drei britische Schauspieler, die im Alter von 36 Jahren eine deutliche Verjüngung gegenüber Craig markieren. Zu den gehandelten Namen zählen Callum Turner, Jack Lowden und Josh O’Connor. Die Vorabtests umfassen neben Dialogszenen und der Präsenz vor der Kamera auch physische Stunts. Verantwortlich für die Besetzung ist die erfahrene Casting-Direktorin Nina Gold, die zuvor unter anderem bei Game of Thrones und The Crown besetzte.

Die Favoriten im Profil und die Kriterien von Amazon MGM
Die in den Fokus gerückten Kandidaten bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Callum Turner, der aus Produktionen wie Masters of the Air bekannt ist, zeichnet sich durch eine kantige Härte aus. Jack Lowden, aktuell in der Agentenserie Slow Horses zu sehen, überzeugt als schottischer Darsteller mit Bühnen- und Fernseherfahrung. Josh O’Connor, der in The Crown den jungen Prinz Charles spielte und zuletzt in Wake Up Dead Man auftrat, gilt als besonders charismatisch, wirkte in bisherigen High-Profile-Rollen jedoch oft sanfter. Der lange Zeit hochgehandelte Australier Jacob Elordi ist laut Hollywood Reporter nicht im Auswahlverfahren.
Unter den langjährigen Bond-Kennern und den Verantwortlichen bei Amazon MGM gilt es als wahrscheinlich, dass die Wahl auf einen Darsteller fällt, der erst durch die Rolle des Geheimagenten zum internationalen Star aufsteigt. Prominente Namen wie Idris Elba, der über Jahre in den Spekulationen genannt wurde, schieden unterdessen aus Altersgründen aus. Elba selbst bezeichnete die Gerüchte als unrealistisch und betonte in einem Interview mit dem Magazin GQ, dass Bond dem Wesen der Realitätsflucht treu bleiben müsse.
Ein neuer Kurs unter Amazon und der Rekordabstand zwischen den Filmen
Nachdem die langjährigen Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson die Tradition drei Jahrzehnte lang fortgeführt hatten, übernahm Amazon MGM Studios Anfang 2025 die volle kreative Kontrolle. Das Studio besetzt auch das kreative Team neu: Der Kanadier Denis Villeneuve übernimmt die Regie, während Steven Knight das Drehbuch verfasst.
Unabhängig von der Besetzung bricht das Franchise bereits einen dubiosen Rekord: Bis zum Kinostart des nächsten Films, der für 2028 ins Auge gefasst wird, vergeht die längste Pause in der gesamten Geschichte der Filmreihe. Fünf Jahre sind bereits vergangen, seit Daniel Craig sich in Keine Zeit zu sterben
verabschiedete.

Historische Vergleiche und die Schattenseiten der Lizenz zum Töten
Die Verpflichtung eines neuen Bond-Darstellers war in der Vergangenheit stets mit Kontroversen verbunden. Als Sean Connery 1962 den Zuschlag erhielt, hielten ihn sowohl Fans als auch Autor Ian Fleming für zu bodenständig. Daniel Craig sah sich 2006 nach seiner Bekanntgabe heftiger Kritik ausgesetzt. Dennoch verlangt die Rolle den Darstellern nicht nur kommerziellen Erfolg, sondern auch persönliche Freiheit und körperliche Gesundheit ab.
Die physische Belastung ist traditionell hoch. Daniel Craig verlor bei Stunts Zahnkronen und erlitt Muskel- und Gelenkverletzungen. Auch frühere Darsteller wie Pierce Brosnan und Roger Moore trugen bei den Dreharbeiten zu Verletzungen davon. Hinzu kommt der Verlust der Privatsphäre. Connery wurde bei einem Auftritt in Japan so stark bedrängt, dass ihm Knöpfe von der Kleidung gerissen wurden, während Craig berichtete, dass ihm Fremde ungefragt Wodka-Martinis an den Tisch schickten.
Ob und wann Amazon die Entscheidung offiziell verkündet, bleibt abzuwarten, da ein fester Zeitplan seitens des Studios bislang nicht kommuniziert wurde.
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