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US-Justiz genehmigt Skydance-Übernahme von Warner Bros. Discovery

Das US-Justizministerium hat am Freitag die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance genehmigt. Der 111 Milliarden Dollar schwere Mega-Deal wird nach Ansicht der Kartellbehörde den Wettbewerb und die US-Verbraucher im Film- und Fernsehsektor nicht beeinträchtigen, obwohl rechtliche Prüfungen in mehreren US-Bundesstaaten noch andauern.

Justizministerium genehmigt 111-Milliarden-Dollar-Fusion

Die Kartellabteilung des Justizministeriums hat die monatelange Prüfung der Fusion zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery abgeschlossen. Die Behörde entschied sich dazu, den Zusammenschluss ohne die Forderung nach Auflagen oder Änderungen freizugeben. Dass die Behörde keine strukturellen Anpassungen oder den Verkauf von Unternehmensteilen verlangt hat, signalisiert, dass das Justizministerium keine unmittelbare Gefahr für die Marktstruktur sieht. Die US-Regierung sieht in der Transaktion keine Gefahr für den Streaming-Markt oder das traditionelle Fernsehgeschäft.

Justizministerium genehmigt 111-Milliarden-Dollar-Fusion
Photo: Deutschlandfunk Kultur

Mit dem Abschluss des Deals entsteht ein Medienriese, der durch den Erwerb der gesamten WBD-Gruppe massive Kapazitäten in den Bereichen Filmproduktion und Fernsehen bündelt. Dieser Zusammenschluss erfolgt vor dem Hintergrund der sogenannten „Streaming Wars“, in denen traditionelle Medienhäuser massiv unter Druck geraten, um mit den technologischen und finanziellen Ressourcen der globalen Tech-Giganten mitzuhalten. Paramount argumentiert, dass dieser Zusammenschluss notwendig sei, um im direkten Wettbewerb mit Giganten wie Netflix, Amazon Prime Video und YouTube bestehen zu können.

Justizministerium, via t-online

Politische Nähe und die Sorge um CNN

Hinter der neuen Unternehmensstruktur steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, einem bekannten Unterstützer von Präsident Donald Trump. Paramount wird von seinem Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison, geführt. Diese politische Nähe sorgt in Washington für Unruhe und befeuert die Debatte über die redaktionelle Unabhängigkeit wichtiger Nachrichtenformate. In den USA wird die Konzentration von Medienbesitz in den Händen politisch vernetzter Akteure seit langem kritisch beobachtet, da die Unabhängigkeit der Presse als Grundpfeiler der demokratischen Kontrolle gilt.

Politische Nähe und die Sorge um CNN
Photo: SZ.de

Besonders im Fokus steht der Nachrichtensender CNN, der durch die Fusion unter das Dach von Paramount fällt. Kritiker befürchten, dass die Berichterstattung durch die Nähe der Eigentümer zur Trump-Administration beeinflusst werden könnte. Ähnliche Vorwürfe wurden bereits gegen den Paramount-eigenen Sender CBS erhoben. Berichten zufolge habe die Ernennung der Journalistin Bari Weiss zur Chefin von CBS News zu einer politisch wohlwollenderen Berichterstattung geführt, wobei unter anderem Korrespondenten bei der Reportage „60 Minutes“ entlassen wurden. Diese Entwicklungen bei CBS dienen als Referenzpunkt für die Sorgen, die nun im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung von CNN geäußert werden.

Widerstand aus Hollywood und drohende Klagen

Die Entscheidung des Justizministeriums wird in der Branche auf massiven Widerstand stoßen. Hollywood-Schauspieler, Autoren und Regisseure hatten bereits in einem offenen Brief vor den Folgen gewarnt. Zu den Unterzeichnern zählen bekannte Namen wie Ben Stiller, Sandra Hüller und Joaquin Phoenix. Die Protestbewegung verdeutlicht das Misstrauen der Kreativschaffenden gegenüber einer zunehmenden Konsolidierung der Studios.

Justice Department approves Paramount, Warner Bros. Discovery merger

Die Befürchtungen der Kreativschaffenden konzentrieren sich auf drei Kernpunkte:

  • Eine Schwächung des Wettbewerbs innerhalb der Filmindustrie.
  • Eine Einschränkung der kreativen Vielfalt durch zu große Konzerne.
  • Verschlechterte Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in der Branche.

Die Sorge um die kreative Vielfalt rührt daher, dass eine geringere Anzahl von Entscheidungsträgern in großen Konglomeraten oft zu einer Standardisierung von Inhalten und einer Reduzierung von experimentellen Projekten führt. Gleichzeitig befürchten Gewerkschaften, dass die enorme Marktmacht der neuen Einheit die Verhandlungsposition von Arbeitnehmern schwächen könnte.

Widerstand aus Hollywood und drohende Klagen
Photo: DIE ZEIT

Parallel zur Bundesentscheidung steht der Deal vor rechtlichen Hürden auf staatlicher Ebene. Während das Justizministerium auf nationaler Ebene grünes Licht gegeben hat, verfügen US-Bundesstaaten über eigene Befugnisse zur Durchsetzung des Kartellrechts. Zehn US-Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien, führen derzeit noch eigene Untersuchungen durch. Laut einem Bericht von Bloomberg beabsichtigen diese Staaten, noch in diesem Monat Klage gegen die Fusion einzureichen. Solche Klagen könnten den Prozess nicht nur verzögern, sondern im Extremfall zu gerichtlichen Anordnungen führen, die den Vollzug des Deals blockieren oder umfangreiche Verkäufe von Geschäftsbereichen erzwingen könnten.

Das neue Medien-Portfolio im Überblick

Durch die Übernahme erhält Paramount Zugang zu einem der wertvollsten Kataloge der Unterhaltungsindustrie. Nachdem sich Netflix zuvor aus dem Übernahmekampf um das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner zurückgezogen hatte, konnte Paramount mit einem höheren Gebot den Zuschlag erhalten. Die Bündelung der Inhalte soll die Grundlage für ein globales Streaming-Ökosystem bilden, das die Reichweite von Paramount+ signifikant erhöht.

Kategorie Enthaltene Marken & Assets
Filmstudios Warner Bros., DC-Superhelden-Universum (Superman, Batman), Harry Potter
Streaming & TV HBO, Paramount+, CNN, CBS

Die Fusion markiert einen Wendepunkt in der Machtverteilung von Hollywood. Während Paramount bisher als einer der kleineren Akteure galt, sichert sich das Unternehmen durch den Kauf von WBD eine marktbeherrschende Stellung, die es ihm ermöglichen soll, die Dominanz der reinen Tech-Streaming-Dienste herauszufordern. Ob die drohenden Klagen der Bundesstaaten diesen Prozess stoppen oder verzögern können, bleibt abzuwarten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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