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Technik und Wissenschaft

US-Ermittlungen wegen Nvidia-Chip-Schmuggel: Kühne+Nagel-Tochtergesellschaft Apex Logistics

US-Behörden ermitteln gegen Apex Logistics, eine Tochtergesellschaft von Kühne+Nagel mit Sitz in Singapur, wegen des Verdachts auf illegalen Export von Nvidia-KI-Chips nach China. Die im Jahr 2024 durchgeführten Lieferungen umfassen rund 50 Transporte von Servern, die von Super Micro Computer gefertigt wurden.

US-Ermittlungen gegen Apex Logistics wegen Nvidia-Chip-Schmuggel

Die US-Regierung prüft den Verdacht, dass das in Singapur beheimatete Logistikunternehmen Apex Logistics an verbotenen Exporten von Hochleistungschips nach China beteiligt ist. Das Bureau of Industry and Security (BIS) hat entsprechende Untersuchungen eingeleitet, wie aus Medienberichten vom 27. August 2026 hervorgeht. Im Zentrum des Verfahrens stehen Server- und Hardwaresysteme, die vom Hersteller Super Micro Computer produziert wurden.

Die Exportbeschränkungen der US-Regierung für Künstliche-Intelligenz-Chips der neuesten Generation wurden ursprünglich unter der Biden-Regierung im Jahr 2022 eingeführt. Washington will damit verhindern, dass hochmoderne Halbleiter für die militärische Aufrüstung in China genutzt werden. Infolge dieser strikten Ausfuhrkontrollen hat sich ein internationaler Schwarzmarkt etabliert, über den Nvidia-Komponenten im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar ihren Weg in die Volksrepublik finden.

Komplexes Logistiknetzwerk und Lieferungen im Jahr 2024

Laut den vorliegenden Berichten verliefen die von den Behörden geprüften Schmuggelrouten über mehrere Stationen. Server reisten demnach von Taiwan in die Vereinigten Staaten, von dort weiter nach Asien sowie nach Hongkong und schließlich auf das chinesische Festland. Die US-Behörden untersuchen im Fall von Apex eine kleinere Anzahl von Lieferungen aus dem Jahr 2024, wobei an anderer Stelle von knapp 50 Transporten die Rede ist. Der Hersteller Super Micro Computer trat bei diesen Transporten selbst nicht als Absender auf.

Apex Logistics war ursprünglich ein in China ansässiger Luftfrachtdienstleister und wurde im Jahr 2021 von der Schweizer Kühne+Nagel-Gruppe übernommen. Der langjährige Leiter des Schweizer Mutterkonzerns, der aus Hamburg stammende Milliardär Klaus-Michael Kühne, war wenige Tage vor Bekanntwerden des Falls verstorben. Unmittelbar nach Bekanntwerden der behördlichen Untersuchung haben zwei für die fraglichen Lieferungen zuständige Personen das Unternehmen Apex verlassen.

Reaktion von Kühne+Nagel und Kursreaktion an der Börse

Die Konzernmutter betont unterdessen, dass das laufende Verfahren keine direkten Auswirkungen auf das Schweizer Logistikunternehmen hat. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, dass die Tochtergesellschaft vollumfänglich mit den zuständigen US-Behörden kooperiere, um den Sachverhalt aufzuklären.

US-Ermittlungen wegen Nvidia-Chip-Schmuggel: Kühne+Nagel-Tochtergesellschaft Apex Logistics
Photo: finanzen.ch

An den Finanzmärkten hinterließen die Nachrichten dennoch Spuren. Die Aktie von Kühne+Nagel verlor im SIX-Handel zeitweise 1,95 Prozent und notierte bei 216,60 Euro.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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