Ein US-Bürger im Yakima County im US-Bundesstaat Washington ist an den Folgen einer H5N1-Vogelgrippe-Infektion gestorben. Gesundheitsbehörden bestätigten den ersten derartigen Todesfall in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr sowie den dritten Todesfall seit Beginn der Übertragung des Virus auf Milchkühe im Februar 2024.
Die betroffene Person hatte nach Angaben des Yakima Health District zuvor Kontakt zu infizierten Milchkühen auf einem Bauernhof und musste wegen einer schweren Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden, wo sie am Sonntag verstarb. Nach Angaben der Behörden litt die Person an Vorerkrankungen. Weitere Identitätsdetails wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht.
Drei menschliche Infektionen im Yakima County nach Tierkontakt
Der am Wochenende gemeldete Todesfall ist Teil einer Serie von drei bestätigten menschlichen Infektionen im Yakima County, die alle seit Mitte Oktober registriert wurden. Auch die beiden anderen Patienten hatten direkten Kontakt zu erkrankten Tieren auf betroffenen Milchviehbetrieben. Während ein Patient ebenfalls hospitalisiert wurde und nun verstarb, verliefen die anderen beiden Fälle milder; die betroffenen Personen mussten nicht im Krankenhaus behandelt werden. Das US Centers for Disease Control and Prevention hat seit 2024 landesweit mehr als 70 menschliche Infektionen gezählt, die überwiegend bei Arbeitern in der Milchvieh- und Geflügelwirtschaft aufgetreten sind.

Dave Atteberry sagte, dass die Vogelgrippe schwere Erkrankungen verursachen könne, insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen. Zwar handele es sich dabei um einen schwerwiegenden und herzzerreißenden Ausgang, doch bleibe das Risiko für die breite Öffentlichkeit gering. Man arbeite weiterhin eng mit den Partnern im öffentlichen Gesundheitswesen zusammen, um die Lage zu überwachen und die Gesundheit der Gemeinschaft zu schützen.
Örtliche Gesundheitsbehörden betonen, dass es keinerlei Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gibt. Alle bisher bekannten Infektionen in den Vereinigten Staaten gelten als klassische Sackgassen-Infektionen, bei denen das Virus von Tieren auf Menschen überspringt, sich jedoch nicht weiterverbreitet. Dennoch läuft die Kontaktnachverfolgung auf Hochtouren. Die Behörden beobachten enge Kontaktpersonen der Erkrankten genau, um mögliche Symptome frühzeitig zu erkennen. Die CDC analysierte inzwischen das genetische Material des Virus aus dem Todesfall in Washington und stellte fest, dass keine Mutationen vorliegen, die eine leichtere Übertragbarkeit oder eine erhöhte Virulenz beim Menschen begünstigen würden.
Rasante Ausbreitung des Virus in Washingtons Milchviehbeständen
Die menschlichen Fälle im Yakima County fallen mit einem steilen Anstieg von Infektionen in der regionalen Landwirtschaft zusammen. Innerhalb von weniger als drei Wochen ist die Zahl der nachgewiesenen betroffenen Rinderherden im Bundesstaat Washington stark gestiegen. Nach Angaben des Washington State Department of Agriculture hat das Virus inzwischen Dutzende Betriebe erfasst, wobei die Ausbreitung im Wesentlichen auf das Yakima County und einen Nachbarkreis übergegriffen hat.
Der Exekutivdirektor der Washington State Dairy Federation, Rick Naerbout, erklärte, dass nahezu jeder Betrieb im Yakima-Tal betroffen sei. Dies liege keineswegs an mangelnder Sorgfalt der Landwirte. Im Gegensatz zur Geflügelhaltung, bei der Ställe hermetisch abgeriegelt und Desinfektionsschleusen genutzt werden können, gestaltet sich die Biosicherheit in der Milchviehhaltung technisch ungleich schwieriger. Genetische Untersuchungen bestätigten, dass bei den Rindern in Yakima County derselbe kuhangepasste Stamm vom Typ B3.13 zirkuliert, der seit dem Frühjahr 2024 in US-Milchbetrieben nachgewiesen wird.

Milchproben-Tests und Schutzmaßnahmen in Colorado und Washington
Unabhängig von der Entwicklung in Washington hat das Virus im US-Bundesstaat Colorado erstmals seit 2024 wieder bei routinemäßigen Sammelmilchuntersuchungen in einem Milchwirtschaftsbetrieb im Weld County angeschlagen. Die dortige Veterinärbehörde betonte die Bedeutung dieser Reihentests zur Früherkennung. Gleichzeitig wird von offizieller Seite betont, dass pasteurisierte Milch sicher bleibt. Das Verfahren der Pasteurisierung inaktiviert das Virus zuverlässig, weshalb das Risiko einer Ansteckung über konsumfertige Milchprodukte extrem gering ist.
In Washington stellt das Landwirtschaftsministerium den Betrieben und Verarbeitungsanlagen Schutzausrüstung wie Einweghandschuhe, Gesichtsmasken und Augenschutz zur Verfügung. Gouverneur Bob Ferguson gab bekannt, dass er laufend über die Lage unterrichtet werde und die Koordinierung zwischen Gesundheits- und Landwirtschaftsbehörden engmaschig laufe. Für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Tieren auf betroffenen Betrieben gilt die dringende Empfehlung, konsequent persönliche Schutzausrüstung zu tragen und bei grippeähnlichen Symptomen umgehend den Gesundheitsdienst oder das Yakima Health District zu kontaktieren.

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