Betreiber Jacques Moretti hat am Montag vor der Staatsanwaltschaft in Sitten VS die Verengung des Fluchtwegs in der Brandkatastrophe von Crans-Montana eingeräumt. Die für denselben Tag angesetzte Gegenüberstellung mit seiner Ehefrau Jessica Moretti fiel aus, da diese psychisch labil ist und wegen mutmasslicher häuslicher Gewalt unter Schutz steht.
Die Walliser Staatsanwaltschaft führte am 2. November 2026 eine neue Einvernahme im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana durch wie Berichte des Blatts zeigen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand der Betreiber Jacques Moretti, der sich am Montagmorgen per Gefangenentransport dem Campus Energypolis in Sitten VS stellte laut Angaben von Swissinfo. Er betrat das Universitätsgebäude durch eine Hintertür, um wartenden Medienvertretern und Angehörigen aus dem Weg zu gehen gemäss Recherchen der NZZ.
Einvernahme in Sitten ohne Jessica Moretti
Ursprünglich hatten die vier zuständigen Staatsanwältinnen eine sogenannte Gegenüberstellung oder Konfrontation zwischen den beiden Barbetreibern geplant, um mögliche Widersprüche in deren Aussagen aufzudecken. Dazu kam es jedoch nicht. Jessica Moretti blieb der Anhörung fern.

Vergangene Woche reichten die Anwälte von Jessica Moretti ein psychotherapeutisches Attest vom 2. Oktober bei den Behörden ein. Das Dokument bescheinigt ihr einen besonders labilen psychischen Zustand. Sie leidet demnach an einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung im Zusammenhang mit dem verheerenden Brand vom 1. Januar, bei dem 41 Menschen starben und über 100 weitere verletzt wurden. Hinzu kommt die enorme Belastung durch das laufende Verfahren.
Zudem sitzt Jacques Moretti seit Mitte August in Untersuchungshaft. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im August Gewalt gegen seine Ehefrau ausgeübt zu haben. Spezialisten warnten vor den Risiken einer direkten Konfrontation der Eheleute, weshalb die Behörden über den Antrag der Verteidigung hinausgingen und Jessica Moretti von der Vorladung entbanden.
Geständnis zum verengten Fluchtweg an der Treppe
In der inhaltlichen Befragung räumte Jacques Moretti eine folgenschwere bauliche Massnahme ein. Ermittlungen zufolge behinderte eine verengte Treppe im Kellerbereich die Evakuierung in der Silvester也不 massiv. Einem italienischen Bericht zufolge wurden 34 der 41 Todesopfer am Fuss genau dieser Treppe entdeckt.
Neue Einvernahme im Fall Crans-Montana: Barbetreiber Jacques Moretti sagte am Montag in Sitten VS aus, Jessica Moretti erschien nicht. Viele Betroffene sehen darin eine Missachtung der Opferfamilien. https://t.co/yiKU7G6St5 pic.twitter.com/Prmz1hDVNU
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Ich habe die Entscheidung getroffen, das Treppenhaus zu verengen, aber die Masse entsprachen den gesetzlichen Vorgaben, die ich online nachgelesen hatte.
Opferanwalt Fabrizio Ventimiglia kritisierte diese Erklärung als oberflächlich. Er wies zudem darauf hin, dass in der Bar niemals Evakuierungsübungen durchgeführt worden seien.
Während die Brandursache durch Sprühkerzen in der Nähe des brennbaren Deckenschaumstoffs im Wesentlichen geklärt ist, bleiben die Umstände des Umbaus aus dem Jahr 2015 umstritten. Jacques Moretti versuchte, die Verantwortung teilweise auf einen Ingenieur sowie den damaligen Besitzer und Vermieter abzuwälzen. Diese hatten in ihren eigenen Einvernahmen jedoch jede Schuld von sich gewiesen.
Proteste von Verletzten und Hinterbliebenen
Die Abwesenheit von Jessica Moretti und die aus Sicht vieler Beteiligten unzureichenden Antworten stossen bei den Familien auf scharfe Kritik. Das 18-jährige Brandopfer Bachar Fleury, dessen Haut zu mehr als 40 Prozent verbrannt wurde, zeigte sich verärgert: Es ist eine lächerliche Anhörung, die auf die leichte Schulter genommen wird. Wir wollen Antworten auf unsere Fragen. Die Familien, die heute keine Antworten auf ihre Fragen erhalten, drehen völlig durch.
Auch im Gerichtssaal war die Anspannung spürbar. Mehrfach unterbrachen Opfer und Angehörige die Befragung, um ihren Unmut kundzutun. Die Staatsanwaltschaft hat eine weitere Gegenüberstellung der Beschuldigten für Dezember in Aussicht gestellt, ob diese stattfindet, bleibt offen.
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