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Welt

Ukraine parkt M1A1 Abrams Kampfpanzer wegen Drohnenbedrohung

Die militärische Realität an den Brennpunkten des Konflikts zwingt zu taktischen Anpassungen bei schwerer US-Technik. Einst galten die westlichen Kampfpanzer als potenzielle Wende im Ukraine-Krieg, doch an vielen Frontabschnitten stehen die Fahrzeuge derzeit still, während die Truppen auf verlässliche Drohnenabwehrmittel warten.

M1A1 Abrams

Aktuell wartet man bei den Truppen jedoch vor allem auf verlässliche Drohnenabwehr.

Wolodymyr Selenskij

Massive Luftangriffe auf Kiew und Charkiw

Russland hat seine Luftangriffe auf ukrainische Städte mit unverminderter Härte fortgesetzt, was ukrainische Behörden bestätigen. In der Hauptstadt Kiew meldete die Militärverwaltung mindestens ein Todesopfer. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij schrieb am Vormittag auf der Plattform X von insgesamt zwei Toten und 15 Verletzten infolge der Angriffe. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe landesweit mit 426 Drohnen und 24 Raketen angegriffen.

Darüber hinaus setzte das russische Militär demnach fünf Hyperschallraketen des Typs Kinschal und 19 Marschflugkörper verschiedener Typen eingesetzt. Aus verschiedenen Landesteilen wurden Angriffe gemeldet, so etwa aus dem Nordosten: Dort berichtete der Bürgermeister der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw, Ihor Terechow, von zwölf Einschlägen. In der westukrainischen Region Iwano-Frankiwsk wurden dem staatlichen Rettungsdienst zufolge vier Menschen verletzt, darunter ein Kind, und der Bürgermeister der gleichnamigen Regionalhauptstadt sprach von dem größten Angriff auf die Stadt seit Kriegsbeginn. In Kiew wurden Bürgermeister Witali Klitschko zufolge unter anderem eine U-Bahn-Station, Geschäfte und ein Kindergarten beschädigt, während acht weitere Menschen verletzt wurden, wie die Behörden bekanntgaben; zudem rief Witali Klitschko mit den Worten „Der Feind greift die Hauptstadt weiterhin an“ die Menschen dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben.”

Ukraine parkt M1A1 Abrams Kampfpanzer wegen Drohnenbedrohung
Photo: diepresse.com

Schwere Kämpfe und veränderte Frontverläufe bei Pokrowsk

Entlang der Frontlinie im Osten der Ukraine lieferten sich russische Angreifer und ukrainische Verteidiger am Sonntag erneut schwere Kämpfe. Wie der Generalstab in Kiew auf Facebook mitteilte, wurden von verschiedenen Abschnitten insgesamt 122 russische Angriffe gemeldet, die auch von Artillerie und der russischen Luftwaffe unterstützt wurden, wobei bei den Luftangriffen 71 gelenkte Gleitbomben auf ukrainische Stellungen abgeworfen wurden, wie Die Presse weiter meldet.

Ein zentraler Schwerpunkt der russischen Angriffe lag einmal mehr bei Pokrowsk, wo russische Einheiten 36 Angriffe aus verschiedenen Stoßrichtungen unternahmen, wie das Militär mitteilte. Die Stadt Pokrowsk liegt im Westen der ostukrainischen Region Donezk an einem strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt und ist seit Monaten schwer umkämpft sowie inzwischen fast völlig zerstört. Die ukrainischen Verteidiger konnten den Vormarsch der russischen Besatzer auf die Stadt bremsen, allerdings ist es den russischen Truppen inzwischen gelungen, im Norden und vor allem im Süden der Stadt vorzurücken, sodass der Stadt eine Einkesselung droht.

Scheremetjewo

Flugchaos und Eisenbahnstörungen durch ukrainische Drohnen über Russland

Ukraine parkt M1A1 Abrams Kampfpanzer wegen Drohnenbedrohung
Photo: Derstandard

Die ukrainische Verteidigungsstrategie stützt sich parallel auf Drohnenoperationen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden in der Nacht 74 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgeschossen, davon 15 im Anflug auf die Hauptstadt. Zudem teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, die Luftabwehr habe in der Nacht 117 ukrainische Drohnen abgewehrt, 30 davon über der Region Moskau, in deren Großraum 21,5 Millionen Menschen leben.

Ukrainische Drohnenangriffe sorgten Medienberichten zufolge für Chaos an russischen Flughäfen, und wegen gestrichener oder verspäteter Flüge saßen Tausende Passagiere fest, wie russische Medien melden. Videos vom größten Moskauer Flughafen Scheremetjewo zeigten lange Warteschlangen und Menschen, die auf dem Boden schlafen. Die russische Luftfahrtbehörde schränkte in der Hauptstadt auch den Verkehr an den Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski in der Nacht vorübergehend ein. Im Fernen Osten Russlands kamen mehrere Tausend Menschen wegen der Flugausfälle auf ihrem Weg in den europäischen Teil des Landes nicht weiter, und um Passagiere aus St. Petersburg im Westen Russlands nach Moskau zu bringen, wurden Sonderzüge eingesetzt.

Im Gebiet Rostow kam es infolge der Drohnenangriffe auch zu Einschränkungen im Zugverkehr. Drohnentrümmerteile seien auf ein Infrastrukturobjekt gefallen und hätten ein Feuer am Bahnhof der Ortschaft Kamenolomni ausgelöst, teilte die Eisenbahngesellschaft im Nordkaukasus mit, wodurch mehr als 50 Züge verspätet waren.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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