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Unternehmen

Fed steuert wegen hoher Inflation auf Zinsanhebung im September zu

Die Federal Reserve steuert auf eine Zinsanhebung bei ihrer Sitzung am 15. und 16. September 2026 zu. Gestiegene Verbraucherpreise, kletternde Energiekonkosten infolge des Iran-Konflikts und eine höhere Kerninflation zwingen die US-Notenbank zum Handeln, während an den Finanzmärkten eine Wahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent für einen Zinsschritt eingepreist wird.

Heisse US-Inflationdaten treiben Zinswünsche an

Zwei in Folge unerwartet warme Inflationsberichte haben die Pläne vieler Notenbanker durchkreuzt, die auf eine automatische Beruhigung der Teuerung gesetzt hatten. Wie das Bureau of Labor Statistics mitteilte, kletterte der Verbraucherpreisindex exklusive Energie und Lebensmittel im August um 0,3 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten im Vorfeld lediglich mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich stieg der Kern-CPI auf 2,4 Prozent, während die Gesamtinflation bei 3,4 Prozent lag.

Diese Zahlen, kombiniert mit einem stärker als erwartet ausgefallenen Erzeugerpreisindex sowie rasant gestiegenen Ölpreisen, lassen der Notenbank kaum Spielraum. Der Preisanstieg verharrt damit auf einem Niveau, das das offizielle Ziel von zwei Prozent seit viereinhalb Jahren verfehlt. Die Daten zeigen eine erneute Bewegung in die falsche Richtung, was führende Marktstrategen zu klaren Worten veranlasst.

Fed steuert wegen hoher Inflation auf Zinsanhebung im September zu
Photo: marketwatch.com

Seema Shah, Chief Global Strategist bei Principal Asset Management, erklärte, der klare Kern-VPI-Anstieg von 0,3 Prozent an diesem Tag mache in Verbindung mit dem starken Anstieg der Energiepreise und den anhaltenden Spannungen mit dem Iran eine Zinserhöhung der Fed in der kommenden Woche so gut wie sicher.

Shah fügte hinzu, dass nach einer halben Dekade oberhalb des Zielwerts mehr als eine Zinserhöhung nötig sein werde, um die Preisstabilität dauerhaft wiederherzustellen.

Ölpreise und geopolitische Krisen belasten die Märkte

Die wirtschaftliche Großwetterlage wird massiv von den Spannungen im Nahen Osten beeinflusst. Nachdem der Iran Raketen auf Kuwait abgefeuert hatte – einen Verbündeten der Vereinigten Staaten in der Persischen Golfregion –, schnellten die Notierungen zeitweise nach oben. Brent-Rohölfutures kletterten in der Spitze auf 97 Dollar je Barrel und verblieben hartnäckig über der Marke von 95 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf überwogen jedoch Sorgen vor breiterem Preisdruck, während die Notierungen unter dem Eindruck von Gouverneur Christopher Wallers Aussagen kurzzeitig nachgaben.

View of the facade as construction continues on the Federal Reserve Board building, in Washington, D.C., U.S., September 17
Photo: reuters.com

Auch an den Zapfsäulen bekommen Verbraucher die Krise zu spüren. Der nationale Durchschnittspreis für Benzin in den USA kletterte laut AAA auf 4,14 Dollar pro Gallone. Vor dem Konflikt lag der Wert noch bei durchschnittlich 2,98 Dollar. Zugleich schrumpfen die globalen Ölreserven: Die US-amerikanischen strategischen Erdölreserven fielen unter die Grenze von 300 Millionen Barrel und markierten damit den tiefsten Stand seit über vier Jahrzehnten. Um gegenzusteuern, kündigte US-Präsident Donald Trump ein Abkommen mit Venezuela an, das den Zugriff auf einen Mehrheitsanteil an über 65 Milliarden Barrel Öl ermöglichen soll. Experten warnen allerdings, dass dieser Schritt die Preise an der Zapfsäule kaum sofort entlasten wird.

Wankende Positionen unter den Notenbankern

Die interne Debatte innerhalb der Federal Reserve zeigt deutliche Risse. Während Notenbankchef Kevin Warsh beim Treffen in Jackson Hole im August unmissverständlich klarmachte, dass die Währungshüter handeln müssen, falls die Inflation nicht rasch genug sinkt, plädierten andere Stimmen für Geduld. Gouverneur Christopher Waller hatte in einem Interview signalisiert, dass er eine Zinspause bevorzugen und der Disinflation noch etwas Zeit geben wolle.

An image collage containing 3 images, Image 1 shows An oil tanker with "Playa Paraiso" written on its stern sailing in New
Photo: nypost.com

Angesichts der jüngsten Teuerungsdaten sehen Analysten diese sanfte Linie jedoch als überholt an.

Omai Sharif, Gründer von Inflation Insights, betonte, für die Fed sei es an der Zeit, Taten sprechen zu lassen oder zu schweigen.

Wer in Jackson Hole solche Töne anschlage, müsse Taten folgen lassen, um Glaubwürdigkeitseinbußen zu vermeiden.

Zinsfutures preisen Zinsschritt im September ein

Die Reaktion an den Terminmärkten fiel drastisch aus. Händler von kurzfristigen Zinsfutures bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen viertel Prozentpunkt bei der anstehenden Sitzung mittlerweile mit rund 85 Prozent, verglichen mit etwa 70 Prozent vor Veröffentlichung der Daten. Daten des CME FedWatch Tools bestätigen diesen Trend und zeigen zudem, dass der Markt bereits eine zweite Zinsanhebung für den Dezember einpreist.

CPI Inflation Data Inks Fed Rate Hike, Oil Drops, Yields Stall, Markets Bounce. Here's The Top Trade

Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf den geldpolitischen Kurs reagiert, legte im Zuge der Berichte um rund 10 Basispunkte zu und pendelte sich um 4,53 Prozent ein. Die Federal Reserve hat ihren Leitzins das gesamte Jahr über in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Mit den neuen Daten wächst der Druck, diesen Korridor nach oben anzupassen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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