Zum Inhalt springen
Nachrichten

U.S. Army sieht Mitverantwortung am Zusammenstoß nahe Washington

Ein interner Untersuchungsbericht der U.S. Army zu dem verheerenden Zusammenstoß zwischen einem Black-Hawk-Hubschrauber und einem Passagierflugzeug vom 29. Januar 2025 nahe Washington sieht Mitverantwortung bei militärischen Ausbildungsdefiziten und Fehlerquellen der Bordtechnik. Bei dem Unglück in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport waren 67 Menschen ums Leben gekommen.

Die administrative Untersuchung der U.S. Army wirft ein neues Licht auf den Zusammenstoß zwischen dem Militärhelikopter und dem Linienflugzeug im Januar des vergangenen Jahres. Der Unfall, der sich unweit der US-Hauptstadt ereignete, löste sowohl föderale Untersuchungen als auch eine breite nationale Debatte über die Sicherheit im Luftverkehr aus gemäß Berichten von Nachrichtenmedien. Die vom Militär vorgelegten Untersuchungsergebnisse zeigen nun auf, dass neben technischen Mängeln an der Ausrüstung auch militärische Abläufe bei Trainingsflügen zu dem folgenschweren Zwischenfall beitrugen.

Technische Mängel und fehlende Ortungsdaten am Unfallabend

Ermittler der U.S. Army bestätigten in ihrem Bericht zentrale technische Defizite, die bereits im Rahmen der unabhängigen Untersuchungen des National Transportation Safety Board (NTSB) benannt worden waren. So funktionierte die zur Positionsübertragung dienende Technologie des Hubschraubers in der Ungluchtnacht nicht ordnungsgemäß laut den veröffentlichten Untersuchungsakten der Army. Zudem war den Verantwortlichen nach Erkenntnissen des internen Berichts bekannt, dass die Höhenmesser des Helikoptertyps fehlerhafte Messwerte liefern konnten.

Passenger jet with 64 aboard collides with Army helicopter while landing at Reagan Airport

Die Besatzung des Black Hawk war am späten Abend des Unfalls im Rahmen eines nationalen Sicherheitstrainings unterwegs. Die Untersuchungsbehörden empfehlen daher technische Nachrüstungen und fordern, dass bestimmte Militärflugzeuge bei Flügen durch den Luftraum der Region Washington grundsätzlich ihre Ortungssoftware aktivieren müssen. Eine Ausnahme soll demnach nur dann gelten, wie eine interne Untersuchungsempfehlung der U.S. Army laut Dnyuz festhält: „außer zur Unterstützung eines tatsächlichen nationalen Sicherheitsnotfalls“.”

Wie eine interne Untersuchungsempfehlung der U.S. Army laut Dnyuz festhält, soll eine Ausnahme nur „außer zur Unterstützung eines tatsächlichen nationalen Sicherheitsnotfalls“ gelten.”

Unterschiedliche Einschätzungen zwischen Militär und NTSB zur Pilotenrolle

In der Frage, ob die Besatzung des Hubschraubers unmittelbar vor dem Zusammenstoß Fehlentscheidungen traf, weichen die Einschätzungen des Militärberichts von den Analysen des NTSB ab. Während die zivile Unfallkommission zu dem Schluss kam, dass die Militärpiloten möglicherweise einen Fehler begangen hatten, als sie die Flugverkehrskontrolle am Reagan National Airport um Erlaubnis für den Sichtflug durch den Sektor baten, entlastet der Armee-Bericht die Besatzung in diesem Punkt.

Die internen Ermittler der Streitkräfte fanden keine Belege dafür, dass die Hubschrauberbesatzung relevante Informationen ignorierte. Stattdessen sehen sie die Verantwortung bei den Fluglotsen, da diese die Piloten nicht ausreichend vor dem drohenden Kollisionskurs gewarnt hätten. Dennoch stimmt der Bericht in mehreren Punkten mit den Empfehlungen des NTSB überein und plädiert für die Einrichtung einer zentralen Datenbank zur Erfassung und Auswertung von Flugzwischenfällen in komplexen Lufträumen sowie für intensivere Trainingsprogramme.

Forderungen der Opferangehörigen und politische Reaktionen

Die Organisation Families of Flight 5342, die von Verwandten der Getroffenen gegründet wurde, forderte in einer scharfen Stellungnahme konsequente gesetzliche Regelungen, um derartige Zusammenstöße künftig auszuschließen.

There is nothing left for Congress to wait for.

Während der Army-Bericht argumentiert, dass das Militär zur Selbstregulierung fähig sei und keine neuen gesetzlichen Vorgaben benötige, sehen Hinterbliebene und Gesetzgeber dringenden Handlungsbedarf. Unmittelbar nach dem Unglück hatte die Federal Aviation Administration (FAA) bereits reagiert, die Routenführung des betreffenden Hubschraubers geändert und Helikopterflüge in der betroffenen Zone auf absolute Ausnahmen wie Notfalleinsätze oder den Transport des Präsidenten beschränkt berichten US-Medien. Der US-Kongress debattiert derzeit darüber, ob diese temporären Einschränkungen durch eine gesetzliche Verpflichtung zur Nutzung moderner Sicherheitstechnik dauerhaft festgeschrieben werden sollen.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.