US-Präsident Donald Trump hat am 10. Oktober 2026 eine überraschende Vereinbarung mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin zur Lieferung von russischem Diesel in die USA und auf den Weltmarkt angekündigt, um die Treibstoffpreise vor den anstehenden Kongresswahlen zu senken.
Die Entscheidung folgt auf monatelangen politischen Druck in den Vereinigten Staaten, wo die Kraftstoffkosten angesichts des Iran-Krieges stark gestiegen waren. Laut Angaben der Kraftstoffpreis-Webseite AAA lag der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Diesel in den USA bei 6.28 Dollar und damit nur knapp unter dem Rekordhoch von 6.53 Dollar Ende September wie die Nachrichtenagentur berichtete. Um diesen Preisdruck kurz vor den sogenannten Midterms am 3. November abzufedern, setzte das US-Finanzministerium umgehend eine temporäre Lizenz in Kraft, die den Import von russischem Diesel bis zum April 2027 vom geltenden Sanktionsregime ausnimmt.
Die Dimensionen der russischen Diesellieferungen und das US-Interventionspaket
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump sieht das Abkommen vor, dass Russland unmittelbar mehr als 300.000 Tonnen Diesel zur Verfügung stellt für den amerikanischen und globalen Markt. Im weiteren Verlauf sollen im November eine halbe Million Tonnen sowie eine Million Tonnen direkt im Anschluss folgen. In einem späteren Social-Media-Beitrag sprach Trump zudem von weiteren drei Millionen Tonnen, deren Lieferung von den Raffineriekapazitäten abhängen soll.

Experten bezweifeln jedoch die spürbare Wirkung dieser Mengen auf den heimischen Zapfsäulenmarkt. Tim Armitage, Investmentstratege bei Quilter Cheviot, bezeichnete die von Trump genannten Zahlen als relativ klein. Die erste Tranche entspreche etwa 2.25 Millionen Barrel, während der tägliche US-Verbrauch bei rund 3.8 Millionen Barrel liege, so dass dies keinen materiellen Unterschied für die Pumpenpreise in den USA machen wird
, so die Einschätzung des Experten gegenüber Medien.
Die heftige Reaktion von Wolodymyr Selenskyj und der Streit um ukrainische Raffinerieangriffe
Ich glaube, unser Team wird einfach als Rauchvorhang benutzt. Und das ist sicherlich nicht fair. Das ist sicherlich nicht so, wie Partner miteinander umgehen sollten.
Internationale Reaktionen und die Position europäischer Partner
Während die US-Regierung auf sofortige Entlastung der heimischen Landwirte, Viehzüchter und Lkw-Fahrer setzt, erntet der Deal bei westlichen Verbündeten offene Ablehnung. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte, dass die Aussetzung der Sanktionen Moskau mehr Einnahmen zur Fortführung des Krieges verschafft
und betonte, dass Europa den Druck nicht verringern werde.
Auch aus Australien kam deutliche Kritik an dem Kurswechsel. Der australische Energieminister Chris Bowen lehnte jegliche Beteiligung an solchen Ölimporten ab und betonte gegenüber Reportern, dass man alles tun werde, um zu verhindern, dass russisches Öl in das Land fliesse und Putin von den globalen Energieverwerfungen profitiere.

„Die russische Seite hat ihre Bereitschaft bestätigt, Erdöl und Erdölprodukte an den amerikanischen Markt und die Weltmärkte im Allgemeinen zu liefern.“
Wladimir Putin, Russischer Präsident, via Bloomberg und Brisbane Times
Dies steht im direkten Widerspruch zu den Bemühungen der USA, die Finanzierung der russischen Kriegsmaschinerie durch den Export von Öl und Erdölprodukten konsequent zu unterbinden.
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