US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben am Montag, dem 15. Juni 2026, eine Absichtserklärung mit dem Iran digital unterzeichnet. Das Abkommen sieht ein Ende der militärischen Operationen und die Öffnung der Straße von Hormus vor, während schwierige Fragen zum Atomprogramm in den nächsten 60 Tagen verhandelt werden sollen.
Digitale Unterzeichnung und der 60-Tage-Zeitplan
Was als formeller diplomatischer Akt in der Schweiz geplant war, wurde bereits vorab auf digitalem Wege vollzogen. US-Regierungskreise bestätigten, dass Präsident Trump und Vizepräsident JD Vance das Dokument bereits digital unterzeichnet haben. Auf iranischer Seite leistete der Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Baqer Qalibaf seine Unterschrift.

Obwohl die offizielle Unterzeichnung erst für diesen Freitag vorgesehen ist, deutet die Geschwindigkeit der digitalen Signatur auf einen hohen Druck hin, die militärische Eskalation zu stoppen. Die Vereinbarung umfasst laut Vermittlern aus Pakistan insgesamt 14 Punkte. Ein zentrales Element ist die Festlegung einer 60-Tage-Frist, in der die am schwierigsten zu lösenden Streitfragen – primär das iranische Atomprogramm und die US-Sanktionen – verhandelt werden müssen.
Nach der Veröffentlichung des vollständigen Textes am Freitag sollen in der laufenden Woche die nächsten Phasen der Diplomatie folgen. Ein US-Regierungsbeamter betonte, dass es sich dabei um Echte technische Gespräche handeln werde, die unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance stattfinden sollen.
Konfliktpotenzial Straße von Hormus: Gebühren vs. Freihandel
Ein kritischer Punkt der Einigung betrifft die maritime Sicherheit und den freien Warenverkehr. Während Donald Trump erklärte, er habe die sofortige Aufhebung der Blockade iranischer Häfen angeordnet und die Straße von Hormus werde am Freitag komplett für die Schifffahrt geöffnet, zeichnet sich ein juristischer und wirtschaftlicher Konflikt ab.
Berichten der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge plant Teheran, nach Ablauf der 60-tägigen Übergangsphase Gebühren für Seeverkehrsdienste zu erheben. Diese Gebühren sollen Leistungen in den Bereichen Sicherheit, Navigation, Umwelt und Versicherung abdecken. Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen das internationale Seerecht. Die iranische Seite pocht jedoch darauf, dass die Passage künftig in Abstimmung mit dem Oman reguliert werden soll.
- Status Quo: Die Straße von Hormus ist teilweise geöffnet; die vollständige Öffnung erfolgt am Freitag.
- US-Position: Unbeschränkte, gebührenfreie Öffnung durch Aufhebung der Blockade.
- Iranische Position: Kostenlose Durchfahrt für 60 Tage, danach Erhebung von Dienstleistungsgebühren.
- Europäische Reaktion: Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien unterstützen eine rein defensive, unabhängliche Mission zur Sicherung der Schifffahrt.
Nukleare Deeskalation und die Rolle des US-Kongresses
Die nukleare Dimension bleibt das größte Risiko für das Scheitern des Abkommens. Der Iran hat zugestimmt, seine nuklearen Aktivitäten, einschließlich der Urananreicherung und des Ausbaus von Atomanlagen, bis zu einem endgültigen Abkommen einzufrieren. Ein entscheidender diplomatischer Durchbruch liegt laut Insidern darin, dass die USA einer Verdünnung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran im eigenen Land zugestimmt haben könnten.
Donald Trump kündigte ein strenges Kontrollsystem zur Überwachung dieser Prozesse an, machte jedoch noch keine Details zur technischen Umsetzung bekannt. In Washington wird die politische Umsetzung des Deals genau beobachtet. Der republikanische Senator Lindsey Graham wies darauf hin, dass jedes endgültige Abkommen zwingend durch den US-Kongress geprüft und genehmigt werden muss.
Israelische Vorbehalte und die Instabilität im Libanon
Während die internationalen Ölpreise infolge der Nachricht auf den tiefsten Stand seit März fielen und die Börsen positiv reagierten, wächst der politische Widerstand in Israel. Die Regierung unter Benjamin Netanjahu sieht in dem Deal eine existenzielle Bedrohung.

Israel HaYom, via Der Standard
Die diplomatische Einigung scheint die militärischen Realitäten an den Fronten noch nicht vollständig erfasst zu haben. Obwohl die Waffenruhe theoretisch auch den Libanon umfasst, haben die Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel nach Bekanntwerden des Deals nicht aufgehört. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz stellte klar, dass eine militärische Rückkehr aus dem Südlibanon nicht geplant sei.
Diplomatische Kreise, die von den Verhandlungen involviert sind, äußerten gegenüber Fox News die Befürchtung, dass Israel aktiv versuche, die Bemühungen um eine Einigung zu sabotieren. Dies stellt die US-Administration vor ein Dilemma: Die Stabilisierung der Weltmärkte und die Vermeidung eines großflächigen Krieges stehen im direkten Konflikt mit der Sicherheitsstrategie ihres engsten Verbündeten in der Region.
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