Die globalen Ölpreise sind deutlich gefallen, nachdem die Vereinigten Staaten und der Iran am Wochenende ihre militärischen Angriffe im Persischen Golf aussetzten. Die Preise für Brent-Rohöl sanken am Montag um mehr als 6 % auf 90,58 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie in der Vorwoche einen Zwei-Monats-Höchststand von über 100 US-Dollar erreicht hatten. Auch das US-Rohöl West Texas Intermediate (WTI) verzeichnete einen Rückgang von 6,5 % auf 83,51 US-Dollar pro Barrel, laut Berichten von nypost.com.
Diplomatie statt Militärschläge
Die Pause folgt auf eine Phase intensiver Gewalt, in der die USA den Iran 13 Nächte in Folge attackiert hatten. Mike Waltz, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, erklärte gegenüber NBC News und Fox News Sunday, dass Präsident Donald Trump die Entscheidung für den Stopp der Angriffe getroffen habe, um der Diplomatie „Raum zu geben. Die Gespräche zwischen beiden Seiten seien derzeit noch im Gange, wobei Waltz jedoch von „internen Kämpfenauf iranischer Seite berichtete.

Ein ranghoher Vertreter des Iran signalisierte gegenüber Reuters, dass Teheran seine eigenen Angriffe einstellen werde, sofern die USA ihre Pause beibehalten. Die iranische Haltung wurde als „Angriff für Angriffbeschrieben. Trotz dieser Signale äußerten iranische Vertreter Skepsis und bezeichneten die Pause als möglicherweise rein taktischer Natur.
Kritische Lage in der Straße von Hormuz und dem Roten Meer
Die militärischen Spannungen hatten massive Auswirkungen auf die weltweiten Schifffahrtswege. Die Straße von Hormuz, durch die vor dem Krieg etwa 20 % des weltweiten Öls transportiert wurden, gilt als effektiv blockiert. Daten von Kpler zeigen, dass am Wochenende weniger als 10 Commodity-Schiffe die Meerenge passierten. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zudem, dass sechs Schiffe versucht hatten, die Passage durch das Ausschalten ihrer Navigationssysteme zu erzwingen; eines dieser Schiffe habe einen „Zwischenfall“ erlitten.”

Der Konflikt weitete sich zudem auf das Rote Meer aus. Angriffe von pro-iranischen Houthi-Rebellen auf saudi-arabische Ölanlagen an der Roten-Meer-Küste behinderten die Exporte Saudi-Arabiens über die Bab el-Mandeb-Straße nach Asien. Zwar verließ ein dritter chinesischer Supertanker die Region über die Bab el-Mandeb-Straße, doch der Schiffsverkehr blieb dort am Sonntag niedrig.
Zusätzliche globale Risiken und Marktreaktionen
Analysten warnen, dass die Preisstabilität fragil bleibt. Neben den Spannungen im Nahen Osten beeinflusst der Russland-Ukraine-Krieg die Märkte, da ukrainische Drohnen russische Schiffe und Raffinerien angriffen. Zudem beschuldigte das iranische Außenministerium die Ukraine, ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer angegriffen zu haben, wobei ein Seemann getötet wurde. Präsident Wolodymyr Zelenskyy gab an, dass Russland Satellitenbeobachtungen an den Iran weitergegeben habe, um Schläge in der Region zu ermöglichen.
Marktexperten von ING und UOB betonen, dass die Preisaktion die „Verzweiflung des Marktes nach positiven Nachrichten widerspiegle. Dennoch könnten anhaltende Lieferunterbrechungen durch Versandrisiken die Preise langfristig hochhalten und globale Inflationsrisiken verschärfen. Der HSBC-US-Zinsstratege Dhiraj Narula wies darauf hin, dass teureres Öl Spekulationen befeuert habe, die Federal Reserve könnte die Zinsen länger hoch halten, auch wenn die Inflationserwartungen bislang stabil blieben.
Zusammenfassung der Preisentwicklung (Stand Montag, 28. Juli 2026)
| Rohölsorte | Aktueller Preis (ca.) | Veränderung | Vorheriger Höchststand (letzte Woche) |
|---|---|---|---|
| Brent Crude | 90,58 $ | – 6,4 % | > 100 $ |
| WTI Crude | 83,51 $ | – 6,5 % | Nicht spezifiziert |
Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob die militärische Pause in eine dauerhafte Deeskalation übergeht oder lediglich ein kurzfristiger Stillstand bleibt.
