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Welt

Triglav: Letzter Gletscher am slowenischen Nationalberg geschmolzen

Sloweniens höchster Berg hat seinen letzten Gletscher komplett verloren. Nach dem heissen, trockenen Sommer ist am 2.864 Meter hohen Triglav nach einer Aufnahme vom Oktober nur noch nackter Fels zu sehen. Der Gletscherrückgang hat das einstige Nationalsymbol seit Jahrzehnten massiv schrumpfen lassen.

Der Triglav, das unverkennbare Nationalsymbol der Julischen Alpen, trägt keinen Gletscher mehr. Nach einem heissen und trockenen Sommer ist am 2864 Meter hohen Berg dem Guardian zufolge der letzte Eisrest vollständig verschwunden.

Historischer Schwund seit dem 19. Jahrhundert

Der Gletscherschwund am Triglav vollzog sich über Generationen in rasantem Tempo. Historische Aufzeichnungen und Dokumente belegen, dass das Eis in den Julischen Alpen Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine Fläche von rund 40 Hektar bedeckte – was etwa 56 Fussballfeldern entspricht. Bei der ersten formalen Messung im Jahr 1946 waren davon noch 14 Hektar übrig. Zwischen 1983 und 2003 verlor der Gletscher weitere 93 Prozent seiner verbleibenden Fläche und schrumpfte auf weniger als einen Hektar (Blick).

Triglav: Letzter Gletscher am slowenischen Nationalberg geschmolzen
Foto: Tages-Anzeiger

Trotz dieses dramatischen Rückgangs hielt sich ein winziger Eisrest erstaunlich lange. Schneereiche Winter und Lawinen, die zusätzliches Material auf dem Eis ablagerten, schützten den Gletscher zeitweise vor dem vollständigen Abschmelzen (Tages-Anzeiger). Doch der diesjährige Rekordsommer, in dem Westeuropa den wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen erlebte, gab dem Eis den Rest (Blick).

Wissenschaftliche Beobachtungen und der Verlust im Hochgebirge

Forscher haben den schleichenden Tod des Gletschers über Jahrzehnte hautnah miterlebt. Matija Zorn, Direktor des Geografischen Instituts Anton Melik, begleitete die Entwicklung wissenschaftlich (Nationalheraldindia). Er erinnerte sich an eine geochemische Bohrung aus dem Jahr 2002: Damals entnahmen Wissenschaftler einen fünf Meter tiefen Eiskern, doch schon im darauffolgenden Jahr stand Zorn an derselben Stelle auf nacktem Fels (Blick).

Jedes Jahr wusste ich, dass das Eis immer weniger werden würde.

Matija Zorn, Direktor des Geografischen Instituts Anton Melik, via Nationalheraldindia

Für ihn bedeutet das Verschwinden des Gletschers den Verlust eines Indikators für den Klimawandel sowie einer wichtigen Quelle für wissenschaftliche Daten.

Verstecktes Eis in Höhlen und die Lage in den Alpen

Während an der Oberfläche des Triglav kein Eis mehr zu finden ist, brachte der Rückzug des Gletschers eine überraschende Entdeckung in den darunterliegenden Felsen zutage. In freigelegten Höhlen unterhalb des Berges wurde weiteres Eis entdeckt (Blick). Zudem gibt es in Slowenien unterhalb des Berges Skuta noch einen weiteren Gletscher. Dieser ist zwar ebenfalls stark geschrumpft, liegt jedoch besser im Schatten vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt und könnte daher noch einige Jahre überdauern (Blick).

Der alpine Gletscherschwund beschränkt sich längst nicht auf Slowenien. Auch in der Schweiz verloren die Gletscher allein im Jahr 2026 rund 5,5 Prozent ihres Eisvolumens, in den vorausgegangenen fünf Jahren schrumpfte das Eis um fast 20 Prozent (Tages-Anzeiger).


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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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