Drei Öltanker und ein Superschiff mit über zwei Millionen Barrel Rohöl sind am Freitag nach Minentreffern in der Straße von Hormus in Brand geraten.
Minenexplosionen und brennende Tanker in der Straße von Hormus
Die Spannungen in der für den globalen Öltransport unverzichtbaren Straße von Hormus haben sich drastisch verschärft. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sind am Freitag gleich mehrere Tanker bei der Fahrt durch die strategische Meeresstraße nach Kollisionen mit Seeminen in Brand geraten. Darunter befindet sich laut iranischen Medienberichten auch ein Superschiff, das mehr als zwei Millionen Barrel Öl geladen hatte nach Angaben der Associated Press. Teheran begründete die Vorfälle damit, dass die Schiffe unerlaubte Routen genutzt und ihre Navigationssysteme abgeschaltet hätten. Die iranischen Streitkräfte erklärten hierzu, dass die betroffenen Öltanker ihre Radar- und Navigationssysteme vollständig ausgeschaltet und wiederholte Funksignale sowie Warnungen ignoriert hatten. Nach Angaben der Revolutionsgarden erlitten die Schiffe auf einer südlichen Route durch die Meerenge schwere Beschädigungen, nachdem sie Seeminen trafen. Die Eigner der Tanker seien demnach für alle Konsequenzen dieser unautorisierten Durchfahrt voll verantwortlich.
Die Schifffahrtsroute, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Erdöl- und Erdgasverbrauchs transportiert wird, leidet seit Ausbruch des Konflikts im Februar unter massiven Einschränkungen wie Arab News berichtet. Die britische Seerechtsagentur UKMTO sowie regionale Stellen meldeten zudem weitere Zwischenfälle vor der Küste Omans, darunter einen Angriff auf einen Tanker laut Berichten der Jerusalem Post. Ein von einer kleinen herannahenden Bootsbesatzung angebrachter Sprengsatz im Maschinenraum führte dabei zu einem Brand, während die Besatzung in Sicherheit gebracht werden konnte. Nach Angaben der omanischen Behörden wurde zudem ein unter panakischer Flagge fahrender Öltanker rund 1,6 nautische Meilen vor der Küstenlinie des Gouvernements Musandam angegriffen und geriet in Brand. Das maritime Sicherheitszentrum des Oman koordinierte daraufhin die Evakuierung von insgesamt 25 Besatzungsmitgliedern von dem betroffenen Schiff.
Widersprüchliche Darstellungen zwischen Washington und Teheran
Über die Sicherheitslage im Nadelöhr des Welthandels gehen die Aussagen der Konfliktparteien weit auseinander. Während das US-Zentralkommando (CENTCOM) beteuert, dass alle international anerkannten Hauptschifffahrtswege erfolgreich von Seeminen geräumt wurden berichteten US-Militärkreise, wies der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebi, diese Darstellung scharf zurück. In einer Stellungnahme forderte er unabhängige Beweise anstelle von Erklärungen in sozialen Netzwerken laut CNBC. Die US-Marine verstärkte parallel ihre Präsenz und eskortierte wiederholt Tanker durch den betroffenen Bereich, in dem auch die US-Seestreitkräfte eine eigene Blockade iranischer Schiffe durchführen.
Die Realität der Straße von Hormus wird in der Luft, an Land und auf dem Wasser bestimmt, nicht in den sozialen Medien und in den Kriegszimmern von Amerikas Medien.
Hossein Mohebi, Sprecher der Revolutionsgarden
Zusätzlich zu den Minenvorfällen meldeten iranische Stellen den Abschuss beziehungsweise die elektronische Übernahme einer US-Drohne im westlichen Teil der Meerenge berichtet Arab News. Das US-Zentralkommando dementierte diese Darstellung entschieden.
🇮🇷 Iran: Sieben Schiffe im Golf getroffen (unbestätigt)Laut der Marine der iranischen Revolutionsgarden sind in der Nacht vier Schiffe im nördlichen Persischen Golf getroffen worden und in Brand geraten. Drei weitere Schiffe sollen westlich der Strasse von Hormus auf Minen…
In den vergangenen Wochen und Monaten haben die IRGC aus Verzweiflung wiederholt gelogen, und heute ist das nicht anders.
Reaktionen an den Ölmärkten und politische Vorbereitungen im Weißen Haus
Die neuerlichen Zwischenfälle und die anhaltende kinetische Unruhe in der Region spüren Verbraucher und Märkte unmittelbar. Laut Angaben von AAA sanken die durchschnittlichen Benzinpreise im Inland zwar zuletzt minimal auf 4,23 Dollar pro Gallone, während Diesel einen Wert von 6,33 Dollar erreichte, doch Marktbeobachter warnen vor weiter steigenden Transportraten und Kraftstoffkosten aufgrund des erhöhten Schifffahrtsrisikos.

Politisch stehen die Zeichen derweil auf Skepsis. US-Präsident Trump betonte auf Nachfragen, er habe die Kontaktaufnahme durch Vizepräsident Vance nicht angeordnet und erklärte, es sei lediglich darum gegangen, Iran bei der Beschaffung medizinischer Güter zu unterstützen.
dass die Behauptungen des Iran nicht der Wahrheit entsprächen und die US-Streitkräfte keine Verluste durch den Absturz oder die Übernahme einer solchen Drohne in diesem Gebiet erlitten hätten.
Eskalation in der Straße von Hormuz: Mehrere Tanker in Brand geraten – IRGC-Behauptungen und US-Blockade-AktionÜber das Wochenende vom 10. und 11. Oktober 2026 sind mehrere Tanker in der Straße von Hormuz und im angrenzenden Persischen Golf in Brand geraten oder beschädigt… pic.twitter.com/s4EaiFHsCT