Während eines harten Bootcamps für die HBO-Serie Band of Brothers im Jahr 2001 kam es unter den Schauspielern zu einer Meuterei, wie Darsteller Neal McDonough berichtete. Executive Producer Tom Hanks flog daraufhin per Hubschrauber ein, um die Gruppe mit einer emotionalen Ansprache auf die historische Verantwortung einzuschwören.
Meuterei im Bootcamp vor den Dreharbeiten zur HBO-Serie
Die physische Belastung während der Vorbereitungen auf das Kriegsdrama Band of Brothers brachte die Besetzung im Jahr 2001 an ihre Grenzen. Fünf Tage nach Beginn des anstrengenden Bootcamps für die 10-teilige Miniserie verweigerten einige der Schauspieler die weitere Teilnahme. Die Produktion unter der Schirmherrschaft von Tom Hanks und Steven Spielberg verlangte den Darstellern alles ab, um das Verhalten und die Bewegungen der echten Soldaten von Easy Company täuschend echt darzustellen.
Lt. Lynn Buck
Compton verkörperte, beschrieb die Stimmung unter den Beteiligten drastisch. Während einige US-amerikanische Darsteller die harte militärische Disziplin genossen, machten andere ihrem Frustrationen Luft. Die Schauspieler seien schließlich keine echten Soldaten gewesen und hätten sich angesichts von Verletzungen wie verlorenen Zähnen und gebrochenen Zehen gefragt, worauf sie sich da eigentlich eingelassen hatten.
Die Schauspieler dachten demnach über einen Abbruch nach, weil die Bedingungen ihre Erwartungen an einen normalen Schauspieljob weit überstiegen hatten. Die US-Amerikaner in der Truppe hätten zwar Gefallen daran gefunden, doch die rebellischen Stimmen wurden lauter, bis die Situation zu eskalieren drohte.
Der spektakuläre Auftritt von Tom Hanks per Hubschrauber
Mitten in diese angespannte Phase platzte der Hauptexecutiveproduzent persönlich. Ein Hubschrauber landete mitten auf der Militärbasis, und Tom Hanks stieg aus. Seine äußere Erscheinung erinnerte damals an seine Rolle in dem Überlebensdrama Cast Away, mit langem Bart und entsprechender Haarpracht. Hanks versammelte die gesamte rebellierende Truppe um sich, um ihnen ins Gewissen zu reden.
Tom Hanks, ausführender Produzent, erklärte, dass sie alle es jedem Einzelnen in der Easy Company und jedem im Zweiten Weltkrieg schuldeten, ihr Äußeres und ihre harte Arbeit einzusetzen, weil jene Menschen schließlich ihr Leben für die Freiheit der Beteiligten gegeben hatten.
Die Worte des zweifachen Oscar-Preisträgers verfehlten ihre Wirkung nicht. McDonough betonte, dass diese Ansprache die Einstellung der gesamten Besetzung von Grund auf veränderte. Plötzlich sei den Darstellern klar geworden, worum es bei dem Projekt eigentlich ging: die historische Wahrheit über jene Männer zu erzählen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben für die Freiheit gelassen hatten.
Erfolg der Weltkriegsserie und das späte Echo
Die harte Vorbereitung und die kompromisslose Ausrichtung auf historische Genauigkeit zahlten sich aus. Ambrose aus dem Jahr 1992 basierende Serie Band of Brothers feierte im September 2001 ihre Premiere beim Sender HBO. Das Werk brachte es auf sieben Emmys sowie einen Golden Globe und gilt auch im Rückblick als Meilenstein des Kriegsfilm-Genres.

Neben etablierten Mimen wie Damian Lewis, Ron Livingston, Donnie Wahlberg und David Schwimmer wirkten damals auch junge Nachwuchsdarsteller wie Tom Hardy, Michael Fassbender und James McAvoy in kleineren Rollen mit. Tom Hanks selbst führte bei der fünften Episode namens Crossroads
Regie und absolvierte einen kurzen, uncredited Cameo-Auftritt. Die Erinnerungen von McDonough, die er jüngst bei einem Auftritt auf dem roten Teppich äußerte, zeigen, wie intensiv der Weg zur Entstehung des Erfolgsformats verlief.
Tom Hanks hat sich dem Thema des Zweiten Weltkriegs über Jahrzehnte hinweg auf verschiedensten Wegen gewidmet. Neben fiktionalen Meilensteinen wie Steven Spielbergs Der Soldat James Ryan, bei dem Hanks die Hauptrolle übernahm, erweiterte er sein Engagement zuletzt auch auf dokumentarische Formate. So führt der Hollywood-Star als Erzähler durch die 20-stündige Doku-Reihe Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks auf dem History Channel, die mit selten gezeigtem Archivmaterial und der Einordnung durch renommierte Historiker den globalen Konflikt chronologisch nachzeichnet.
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