Bei einer Rave-Party im Aarauer Schachen ist in der Nacht zum Sonntag eine 22-jährige Italienerin erschossen worden; fünf weitere Personen erlitten Verletzungen. Die Kantonspolizei Aargau hat am Montag einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht festgenommen und geht derzeit von einem Einzeltäter aus.
Die gewaltsame Eskalation verwandelte eine Musikveranstaltung in der Nacht zum 31. August 2026 in eine sogenannte Horrornacht, wie Augenzeugen berichten. Der Rave im Aarauer Schachen, der planmässig um 2 Uhr hätte enden sollen, lief musikalisch noch weiter, als gegen 2.30 Uhr die ersten Schüsse fielen. Laut Angaben von Augenzeugen, darunter die an der Einlasskontrolle tätige 23-jährige N., wurde die Menschenmenge rasch vom Ausbruch des Chaos erfasst. N. suchte zunächst Schutz in einem Verbindungsgang zwischen der Eventhalle und der Pferderennbahn, flüchtete mit weiteren Personen in einen kleinen Raum und versteckte sich unter einem Stuhlstapel. Sie schilderte, dass sie den Schützen im Verbindungsgang vermutete und in Todesangst eine Abschiedsnachricht an ihre Mutter schickte.
Tödliche Schüsse und vergeblicher Reanimationsversuch im Aarauer Schachen
Parallel zu den panikartigen Fluchtbewegungen spielten sich dramatische Szenen hinter dem DJ-Pult ab. Der 18-jährige Kilian stand in unmittelbarer Nähe der 22-jährigen italienischen Staatsangehörigen M., als die Schüsse fielen. Ich sagte ihr noch, sie soll sich ducken, doch dann war es zu spät
, berichtete der Zeuge über die tödlichen Momente. Die junge Frau wurde von einer Kugel getroffen und brach regungslos zusammen. Kilian und weitere Anwesende versuchten darauffolgend während 30 Minuten, die Schwerverletzte zu reanimieren – jedoch ohne Erfolg. Einer seiner Begleiter erlitt während dieser Rettungsbemühungen einen Treffer am Gesäss. Die Kantonspolizei Aargau war nach ersten Meldungen innert weniger Minuten vor Ort, wie die Berichterstattung des Mediums 20min im Detail dokumentiert.
Festnahme eines 43-jährigen Schweizers und laufende Ermittlungen
Die Kantonspolizei Aargau veranlasste unmittelbar nach der Bluttat eine nationale und internationale Fahndung, die unter anderem vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) unterstützt wurde. Am Montagmorgen um 1 Uhr, in der Nacht auf Montag, konnte ein 43-jähriger Schweizer angehalten und unter dringendem Tatverdacht festgenommen werden. Die Berichterstattung der aargauerzeitung.ch führt aus, dass die Festnahme gemäss Tele M1 ausserhalb des Kantons stattfand. Die Ermittler gehen zum aktuellen Zeitpunkt von einem Einzeltäter aus. Bezüglich des Motivs betonte die Polizei, dass in alle Richtungen ermittelt wird; dabei werden sowohl ein terroristischer Hintergrund als auch eine Abrechnung zwischen verschiedenen Gruppen mit Zufallsopfern als Szenarien geprüft.

Unter den fünf weiteren Verletzten im Alter zwischen 24 und 31 Jahren befinden sich vier Männer und eine Frau, die leichte bis schwere Verletzungen davontrugen. Zwei italienisch-schweizerische Doppelbürger im Alter von 27 und 31 Jahren konnten das Spital nach leichten Verletzungen bereits wieder verlassen, wie italienische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Ansa berichteten.
Reaktionen von Veranstaltern und Politik
Die Sicherheitsmassnahmen der Veranstaltung erfuhren von offizieller Seite Anerkennung. Olivier Grein, Co-Gründer und Chef der Urban Agency Events AG, lobte das Personal: Die Sicherheitsleute haben durch ihr selbstloses Verhalten Schlimmeres verhindert
, erklärte er und hob hervor, dass die Sicherheitskräfte noch während des Beschusses Notausgänge aufbrachen, um der Menschenmenge die Flucht zu ermöglichen. Der Veranstalter, der sich zum Zeitpunkt des Verbrechens in den Ferien befand, betonte zudem, dass ein bewaffneter Angriff auf eine grosse Menschenmenge kaum anders als durch ein massives Polizeiaufgebot abzuwenden sei. Aus Respekt vor den Opfern sagte das Unternehmen die letzte Outdoor-Party des Jahres in Wettingen ab.

Auch auf politischer Ebene sorgte die Bluttat für Bestürzung. Bundesrat Beat Jans und der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt äusserten sich am Rande eines Treffens in Chiasso zu der Schiesserei. Die Kantonspolizei Aargau hat eine Nachrichtensperre verhängt und will im Rahmen einer offiziellen Medienkonferenz, die für Mittwoch, 2. September 2026, um 14 Uhr bei der Mobilen Polizei in Schafisheim angesetzt ist, umfassend über den aktuellen Stand der Untersuchungen informieren.