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Welt

Schweizer Polizei fahndet international nach Rave-Täter

Nach tödlichen Schüssen bei einem Techno-Rave im Kanton Aargau fahndet die Schweizer Polizei international nach mindestens einem flüchtigen Täter. Die Ermittler werten derzeit Spuren von zwei verschiedenen Waffen sowie Handyspuren aus.

Internationale Fahndung nach tödlichen Schüssen in Aargau

Nachdem bei einer Rave-Veranstaltung in der Schweiz eine 22-jährige Italienerin durch Schüsse getötet und fünf weitere Personen schwer verletzt wurden, ist eine internationale Fahndung nach einem oder mehreren flüchtigen Tätern eingeleitet worden. Das gab das Schweizer Bundesamt für Polizei (Fedpol) heute auf Anfrage bekannt. Die Kantonspolizei Aargau habe die nationale und internationale Fahndung veranlasst.

Das Fedpol habe zudem zwei Verbindungsoffiziere nach Aarau entsandt, wie das Bundesamt mitteilte. Ihre Aufgabe sei es, den direkten Informationsaustausch und die Koordination zwischen den beteiligten Behörden sicherzustellen sowie den allfälligen Unterstützungsbedarf laufend zu prüfen. Inzwischen ist auch die Bundespolizei Fedpol beteiligt und hält vor allem den Kontakt zu ausländischen Ermittlungsbehörden.

Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Rennvereins in Aarau. Der Tatort liegt nur rund 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen auf deutscher Seite der Grenze. Die Party mit etwa 3.500 Menschen war bereits zu Ende, als die Schüsse fielen. Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Menschen erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Die Menschen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien, so die Polizei. Da der Ernst der Lage sofort deutlich gewesen sei, seien die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot ausgerückt, so ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt der Schüsse haben sich laut Polizei noch weit über 100 Personen auf dem Gelände aufgehalten.

Bei den Schüssen in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Rennvereins starb eine 22-jährige Italienerin. Vier Menschen im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden verletzt, darunter eine Deutsche. Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ob die Deutsche das Krankenhaus bereits verlassen konnte, wollte sie aus Datenschutzgründen nicht sagen. Alle Betroffenen leben in der Schweiz.

Spurensicherung am Tatort deutet auf mindestens zwei Waffen hin

Auch mehr als 30 Stunden nach den Schüssen veröffentlichte die Polizei keine weiteren Details. Einer oder mehrere Täter hätten gestern Früh zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben, hieß es seitens der Behörden. Es seien zwei unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde an zwei verschiedenen Orten und mit zwei Waffen geschossen. Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv sei noch unklar.

Schweizer Polizei fahndet international nach Rave-Täter
Photo: ZEIT

Die Schweizer Polizei sucht nach Handy-Videos von der Veranstaltung. Teilnehmer und Anwohner wurden aufgerufen, Aufnahmen aus der Nacht zur Verfügung zu stellen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss über den Hergang und über den oder die flüchtigen Täter.

Ermittlungen in alle Richtungen und grenzüberschreitende Kooperation

Für Montag war zunächst keine weitere Pressekonferenz vorgesehen. Neue Erkenntnisse würden im Laufe des Tages auf der Webseite veröffentlicht, sagte die Sprecherin der dpa. Die Fahndung läuft auch mit deutscher Unterstützung. Mehrere Behörden aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland sind in die Ermittlungen involviert, teilte die Polizei mit.

Nach tödlichen Schüssen auf Schweizer Techno-Party sind Täter noch immer nicht gefasst | ntv

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Dazu gehören ein Terrorakt, ein Amoklauf und eine mögliche Abrechnung im kriminellen Milieu, wie der Polizeichef des Kantons, Michael Leupold, sagte. Er geht von Zufallsopfern aus. Die Betroffenen hätten sich nicht gekannt.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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