Tiger Woods hat sich am Mittwoch, den 2. September 2026, vor einem Gericht in Martin County, Florida, in einem Fall wegen rücksichtsloser Fahrweise für nicht schuldig im Sinne einer Anfechtung erklärt. Der 50-jährige Golfstar vermied eine Haftstrafe, musste jedoch eine fünfjährige Entziehung seiner Fahrerlaubnis hinnehmen.
Die juristische Aufarbeitung des schweren Verkehrsunfalls aus dem März dieses Jahres hat am Mittwoch in Stuart, Florida, einen formalen Abschluss gefunden. Tiger Woods erschien in einem dunkelblauen Anzug vor dem Bezirksrichter Darren Steele im Gerichtsgebäude von Martin County, um eine Vereinbarung über ein reduziertes Schuldbekenntnis zu besiegeln. Ursprünglich war der 15-malige Major-Sieger nach dem Vorfall auf Jupiter Island wegen Fahrens unter Alkohl- oder Drogeneinfluss angeklagt worden, plädierte damals jedoch auf nicht schuldig.
Gerichtstermin in Stuart und Begleitung durch Vanessa Trump
Zu der Anhörung kam Woods in Begleitung seiner Lebensgefährtin Vanessa Trump, der früheren Schwiegertochter von US-Präsident Donald Trump. Sie nahm während des Verfahrens im Zuschauerraum direkt hinter dem Angeklagten Platz. Woods selbst äußerte sich im Gerichtssaal nur minimal und blickte vor Beginn der Verhandlung von der Verteidigungstisch aus in die weitgehend leer besetzte Zuschauermenge.
Im Rahmen der Verständigung änderte die Verteidigung die Linie. Woods erklärte sich vor Gericht in den Punkten der vorsätzlichen rücksichtslosen Fahrweise – Zweitverstoß – sowie der Weigerung, sich einem rechtmäßigen Test zu unterziehen, für nicht schuldig im Sinne einer Anfechtung. Ein solcher Einspruch bedeutet rechtlich kein Schuldbekenntnis, verzichtet jedoch auf eine Verteidigung und wird im Strafrecht wie eine Verurteilung behandelt. Richter Darren Steele ordnete daraufhin die fünfjährige Aussetzung der Fahrerlaubnis an.

Richter Darren Steele erklärte über Yahoo, dass er wolle, dass Woods verstehe, dass das fünfjährige Fahrverbot der Sicherheit der Öffentlichkeit diene, es keine Ausnahmen gebe und er bei jeder Art von Fahrt sofort wieder ins Gefängnis gehen würde.
Bezüglich der verhängten harten Auflagen gab es im Gerichtsaal keine Ausnahmen. Für den Profisportler bedeutet dies eine massive Einschränkung seiner Mobilität auf öffentlichen Straßen.
Hintergrund des Unfalls und toxikologische Befunde
Der Unfall ereignete sich am 27. März auf einer Wohnstraße auf Jupiter Island. Nach Angaben aus Polizeiberichten war Woods mit seinem Land Rover in hoher Geschwindigkeit unterwegs, als er einen Lastwagen touchierte, ein Druckreinigungsgerät streifte und mit seinem SUV auf die Seite rollte. Der Sportler konnte sich selbst über das Beifahrerfenster aus dem Wrack befreien; weder er noch der Fahrer des anderen Fahrzeugs wurden bei dem Zusammenstoß verletzt.

Gegenüber einem Polizisten gab Woods an, er habe während der Fahrt auf sein Mobiltelefon geschaut und den Radiosender gewechselt. Vor Ort ergaben zwei Atemalkoholtests einen Wert von 0,00, woraufhin der negative Alkoholbefund bestätigt wurde. Allerdings verweigerte der Golfer einen Urintest. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten zwei weiße Schmerztabletten in seiner Tasche, die als das Opioid Hydrocodon identifiziert wurden. Berichten zufolge gab der Beschuldigte an, verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente wie Vicodin einzunehmen.
Die Staatsanwaltschaft begründete den Entschluss für den Deal mit Beweisschwierigkeiten bezüglich einer tatsächlichen Fahruntüchtigkeit. Da eine Urinprobe verweigert worden war, ließ sich der exakte Blutinhalt zum Zeitpunkt der Fahrt nicht lückenlos nachweisen.
Der zuständige Staatsanwalt Thomas Bakkedahl erklärte, dass Woods über die Jahre aufgrund zahlreicher Operationen an Rücken, Knien und Sehnen eine pharmakologische Toleranz gegenüber Schmerzmitteln entwickelt hatte. Da zudem gültige Rezepte vorlagen, sei der Weg über das reduzierte Schuldbekenntnis der juristisch sauberste Weg gewesen.
Reaktionen und gesundheitliche Priorisierung
Nach dem Gerichtstermin verließen Woods und Vanessa Trump das Gebäude, ohne sich vor den anwesenden Journalisten zu äußern. Mark Steinberg, der langjährige Manager des Sportlers bei Excel Sports, betonte die Verantwortlichkeit seines Mandanten und erklärte, dass dieser sich weiterhin in Behandlung befinde und alle Aspekte seiner Gesundheit priorisiere.

Für den im Profigolf seit Jahren von gesundheitlichen Rückschlägen geplagten Sportler bedeutet dieser Vorfall eine weitere Zäsur. Nach dem Unfall zog sich Woods vorerst vom Turniergeschehen zurück und trat eine stationäre Behandlung an. Seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der Rückkehr absolvierte er am 23. Juni, als er Pläne der PGA Tour für den Turnierkalender 2028 vorstellte. Seine Funktion als Vorsitzender des Komitees für zukünftige Wettbewerbe behielt er trotz der anhaltenden rechtlichen Verfahren bei.