Ein Swiss-Flug LX52 von Zürich nach Boston musste am Sonntagabend wegen einer rauchenden Powerbank in Dublin notlanden. An Bord befanden sich 206 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder, die alle unverletzt blieben. Es ist bereits der zweite Vorfall mit einem überhitzten Akku bei der Fluggesellschaft innerhalb weniger Wochen.
Die Maschine startete um 18:22 Uhr in Zürich. Nach etwa drei Stunden Flugzeit, als sich der Airbus A330 westlich von Irland über dem Atlantik befand, bemerkte die Crew eine Rauchentwicklung in der Kabine, berichtet SRF. Die Cockpit-Besatzung setzte daraufhin ein Notsignal ab und steuerte den Flughafen Dublin an, um Priorität bei der Landung zu erhalten.
Gegen 23 Uhr Schweizer Zeit landete das Flugzeug sicher in der irischen Hauptstadt, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Am Flughafen wurde die Maschine von der Feuerwehr empfangen, konnte jedoch anschließend selbstständig zum Gate rollen. Die Passagiere wurden für die Nacht in Hotels untergebracht, während Swiss an einer Lösung für die Weiterreise arbeitete.
Ursache: Eine Powerbank als Brandquelle
Swiss bestätigte gegenüber SRF und dem Blick, dass eine Powerbank eines Passagiers die Ursache für den Rauch an Bord war. Swiss-Mediensprecherin Nicole Meier bestätigte den Vorfall und erklärte, dass das Notsignal abgesetzt wurde, damit die Flugsicherung dem Flug die notwendige Priorität einräumen konnte.
«In einer solchen Situation gehen unsere Crews keine Risiken ein und entscheiden sich immer für die sicherste Variante»
Nicole Meier, Mediensprecherin von Swiss
Mediensprecherin Meike Fuhlrott bestätigte gegenüber dem Blick ebenfalls, dass eine rauchende Powerbank den Zwischenfall ausgelöst habe. Swiss bedauerte den Vorfall; Nicole Meier gab an: «Wir verstehen sehr gut, dass eine solche Ausweichlandung für unsere Passagiere belastend sein und zu Verunsicherung führen kann».
Das betroffene Flugzeug bleibt vorerst am Boden, um von Experten eingehend untersucht zu werden. Die Rückführung nach Zürich soll ohne Passagiere erfolgen, wie Meier gegenüber SRF erklärte.
Wiederholungsmuster: Zweiter Akku-Vorfall im Juli und August
Der Vorfall in Dublin ist kein Einzelfall. Bereits am 27. Juli musste ein Swiss-Flug von Zürich nach New York eine Notlandung in Bangor im US-Bundesstaat Maine einlegen. In diesem Fall war die Ursache eine unklare Rauchentwicklung im vordersten Teil der Business Class.
In der Folge wurde das Flugzeug von Technikspezialisten untersucht. Diese fanden heraus, dass eine Ladebox für Kopfhörer in einen Sitz gerutscht und dort beschädigt worden war. Die daraus resultierende Hitzeentwicklung habe den Rauch ausgelöst.
Verschärfte Sicherheitsregeln für Lithium-Batterien
Aufgrund der Risiken durch beschädigte oder defekte Akkus, die Brände auslösen können, erinnert Swiss erneut an die geltenden Vorschriften. Seit Anfang des Jahres gelten spezifische Verbote für Powerbanks an Bord.

- Nutzungsverbot: Powerbanks dürfen während des Flugs weder verwendet noch aufgeladen werden.
- Mengenbeschränkung: Pro Passagier sind maximal zwei externe Akkus erlaubt.
- Aufbewahrung: Die Akkus müssen am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Vordersitz verstaut werden.
- Transportverbot: Die Mitnahme im aufgegebenen Gepäck oder in den Gepäckfächern über den Sitzen ist untersagt.
Diese Regeln gelten laut SRF und 20 Minuten gleichermaßen für E-Zigaretten.
Abgrenzung zu technischen Triebwerksproblemen
Während die Vorfälle in Dublin und Bangor auf Passagiergeräte zurückzuführen waren, verzeichnete die Fluggesellschaft Ende 2024 andere technische Probleme. Am Dienstag, dem 25. Dezember 2024, machte ein Swiss-Flugzeug eine ungeplante Notlandung in Graz, Österreich, nachdem es zu Triebwerksproblemen sowie Rauch in der Kabine und im Cockpit gekommen war.
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) gab am Mittwoch bekannt, dass die österreichische Flugsicherheitsuntersuchungsstelle (SUB) und die Staatsanwaltschaft vor Ort die Leitung übernahmen. Laut Bazl war ein Swiss-Technikteam kurz nach dem Vorfall vor Ort und konnte ein technisches Problem am Flugzeug lokalisieren. Das Bazl erklärte, dass die Flugzeug- und Triebwerkshersteller informiert wurden.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gab Swiss an, dass die Untersuchungen noch andauerten und es noch zu früh sei, präzisere Informationen zu den Ursachen nennen zu können. Das betroffene Flugzeug, an Bord dessen sich 79 Personen befanden, blieb bis zur Klärung der Details am Boden.
