Die E-Mail-Plattform Superhuman hat Auto Drafts 2.0 eingeführt, eine KI-Funktion, die professionelle Nachrichten automatisiert verfasst. Laut BornCity wurden in Beta-Tests 60 Prozent der Entwürfe ohne manuelle Änderungen versendet. Das System nutzt Modelle von Anthropic und OpenAI, um den persönlichen Schreibstil der Nutzer zu imitieren.
60 Prozent Automatisierung: Die Beta-Ergebnisse von Auto Drafts 2.0
Superhuman setzt mit der neuen Version von Auto Drafts darauf, die Zeit für die E-Mail-Korrespondenz drastisch zu reduzieren. Das System generiert bis zu drei Antwortvarianten pro Nachricht, wobei es auf den Posteingang, den Kalender und Webdaten zurückgreift. Die Effizienzsteigerung ist konkret: Pro Entwurf spart die Automatisierung im Durchschnitt neun Minuten, so BornCity.Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit der Umsetzung. 40 Prozent der KI-Vorschläge wurden noch am selben Tag versendet. Damit verschiebt sich der Fokus der Entwicklung weg von der reinen Textgenerierung hin zu einer präzisen Abstimmung von Tonfall, Priorität und Kontext innerhalb realer Arbeitsabläufe, wie IT Boltwise berichtet.Modell-Ensemble und die Überwindung generischer Antworten
Frühere Iterationen von Superhuman, wie Instant Replies, wurden oft als zu generisch oder wie übermotivierte Verkaufstexte wahrgenommen. Der technologische Sprung zu Auto Drafts 2.0 liegt in der Kombination mehrerer Modelle. Während frühere Funktionen auf GPT-3.5 basierten, nutzt die aktuelle Implementierung frontier-nahe Modelle von Anthropic und OpenAI.Das System lernt kontinuierlich aus den Interaktionen der Nutzer. Wenn eine KI-Vorschlag etwa einen unpassenden Termin für ein Meeting nennt und der Nutzer dies korrigiert, erkennt das System diesen Fehler und markiert entsprechende Zeiten künftig selbstständig als unpassend. Dennoch bleibt die Funktion nicht vollständig autonom. IT Boltwise weist darauf hin, dass die KI dazu neigen kann, zu schnell zuzustimmen – etwa durch ein standardmäßig positives Framing bei Pitch-Anfragen.Marktdynamik: Grammarly-Übernahme und die Konkurrenz
Die strategische Position von Superhuman hat sich durch die Übernahme durch Grammarly im Jahr 2025 verändert. Das Unternehmen operiert nun in einem Markt, der bis 2029 auf etwa 7,5 Milliarden Euro wachsen soll, wobei der Trend klar in Richtung aktiver KI-Assistenten geht.Die Konkurrenz reagiert mit eigenen Ansätzen für den intelligenten Posteingang:- Google: Testet in den USA und Kanada den Gemini-Assistenten „CC“ für AI Pro- und Ultra-Abonnenten, der tägliche Zusammenfassungen von Aufgaben und Terminen liefert.
- Microsoft: Erweitert die Copilot-Funktion für Outlook für rund 28 Euro pro Nutzer und Monat, allerdings beschränkt auf Exchange-Online-Nutzer.
- Spezialisierte Anbieter: Lösungen wie SaneBox, Spark Mail oder Shortwave (ca. 22 Euro/Monat) füllen die Lücken für Nutzer mit lokalen oder hybriden Installationen.
Governance und Sicherheitsstandards im Enterprise-Sektor

Autonome Dokumentenverarbeitung: OfficeCLI und staatliche Projekte

| Organisation | Lösung / Programm | Umfang / Ziel |
|---|---|---|
| AGCO (Landmaschinen) | Microsoft Copilot Studio | Über 1.500 individuelle Agenten von 900 Mitarbeitern; Qualitätsprüfungen von Wochen auf eine Stunde reduziert. |
| Regierung Abu Dhabi | Microsoft 365 Copilot | Einführung für 35.000 Beamte in 27 Behörden; Ziel: 50 % der Bundesverwaltung durch KI-Agenten in zwei Jahren. |
Infrastruktur-Wandel: Eigene Modelle und persistente Agenten
Die technische Basis verschiebt sich weg von reinen Drittanbieter-Schnittstellen. Berichte vom 7. Juli deuten darauf hin, dass Microsoft beginnt, eigene MAI-Modelle in Excel und Word zu integrieren, um die Abhängigkeit von OpenAI und Anthropic zu verringern und Kosten zu senken. Zudem soll eine neue Agentenklasse namens „AutoPilot“ als kostenpflichtiges Upgrade eingeführt werden.Gleichzeitig hat Anthropic am 7. Juli Claude Cowork gestartet. Dieser Dienst ermöglicht eine persistente Aufgabenverwaltung: Ein Nutzer kann einen Workflow am Desktop starten, und der Agent arbeitet unabhängig vom Online-Status des Geräts weiter. Interne Daten von Anthropic belegen, dass über 90 Prozent der Nutzung auf nicht-programmierbezogene Aufgaben entfallen, so BornCity.Find more reporting in our Technik und Wissenschaft section.
