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Technik und Wissenschaft

Studie: 86 Prozent höheres Schlaganfallrisiko bei 60- bis 69-Jährigen

Schwache Werte bei Denk- und Erinnerungstests im Alter von 60 bis 69 Jahren hängen laut einer im September im Journal of the American Heart Association veröffentlichten schwedischen Studie mit einem deutlich erhöhten Risiko für einen ersten Schlaganfall zusammen. Die untersuchten Zusammenhänge traten bei über 70- oder 80-Jährigen hingegen nicht mehr auf.

Eine im September im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Studie rückt die kognitive Verfassung von Erwachsenen im Alter von 60 bis 69 Jahren in den Fokus der Schlaganfallprävention. Daten aus der schwedischen Forschung zeigen, dass Erwachsene im Alter von 60 bis 69 Jahren mit den niedrigsten Werten bei globaler Kognition ein um 86 Prozent höheres Risiko für einen künftigen Schlaganfall aufweisen als Personen mit den höchsten Testwerten. Die Untersuchung zog Daten von fast 5.000 Teilnehmern aus der Langzeitstudie Good Aging in Skåne heran.

Ergebnisse und Risikofaktoren in der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren

Die schwedischen Forscher unterteilten die Testergebnisse in altersbezogene Terzile. Neben der globalen Kognition zeigten sich spezifische Muster bei einzelnen geistigen Domänen. Teilnehmer zwischen 60 und 69 Jahren mit den schwächsten Werten beim episodischen Gedächtnis verzeichneten ein um 68 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko. Bei der Wahrnehmungsgeschwindigkeit lag das Risiko bei einer um 66 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit gegenüber der Vergleichsgruppe mit den besten Werten.

Nach Angaben des Forschungsteams blieben diese Assoziationen auch nach Bereinigung um demografische, verhaltensbezogene, psychologische und physiologische Faktoren stabil. Das schwedische Register basiert auf einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 12,3 Jahren. Insgesamt erlitten im Studienverlauf 572 Teilnehmer einen ersten Schlaganfall. Bei älteren Kohorten ab 70 Jahren verschwand dieser statistische Zusammenhang.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei männlichen und weiblichen Teilnehmern

Die Auswertung der Daten offenbarte zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern innerhalb der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen. Bei Frauen zeigten sich keine statistisch signifikanten Verbindungen zwischen den gemessenen kognitiven Bereichen und einem späteren Schlaganfall. Bei Männern derselben Altersklasse stellten die Studienautoren hingegen ein mehr als doppelt so hohes Risiko bei niedrigen Werten der globalen Kognition fest.

  • Globale Kognition bei Männern: Hazard Ratio von 2,11 für das Schlaganfallrisiko bei niedrigen Werten.
  • Episodisches Gedächtnis bei Männern: Hazard Ratio von 2,30 in der untersten Leistungsklasse.
  • Wahrnehmungsgeschwindigkeit: Ebenfalls signifikant erhöhtes Risiko mit einer Hazard Ratio von 1,77 bei männlichen Teilnehmern.

Einschätzungen zur Bedeutung von Gehirngesundheit und Altersunterschieden

Kognitive Tests könnten ein wichtiges Screening-Instrument für zukünftige zerebrovaskuläre Ereignisse für diese Altersgruppe sein.

Unterschwellige Hirnverletzungen könnten kognitive Leistungsminderungen im Vorfeld eines klinisch sichtbaren Schlaganfalls erklären. Solche unbemerkten Verletzungen betreffen laut der Forscherin etwa 70 Prozent der Erwachsenen über 70 Jahren. In den Sechzigern lassen sie sich demnach leichter erkennen, da störende Faktoren wie Medikamente und Begleiterkrankungen dort seltener ausgeprägt sind als in fortgeschrittenem Alter.

Präventionsansätze für das mittlere Lebensalter

Elisabeth Breese Marsh, Vorsitzende des wissenschaftlichen Statements der American Heart Association zur Gehirngesundheit an der Johns Hopkins University School of Medicine, betonte die Bedeutung einer frühen Intervention. Sie merkte an, dass Menschen bereits in ihren Vierzigern und Fünfzigern Gewohnheiten zur Risikofaktorreduktion etablieren müssen.

Zukünftige Untersuchungen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) sollen klären, inwiefern zerebrale kleine Gefässerkrankungen die Verbindung zwischen kognitiver Leistung und Schlaganfall verursachen. Bis dahin bleibt offen, ob einfache kognitive Tests künftig flächendeckend als Screening-Instrument in der Schlaganfallprävention eingesetzt werden.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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