Die von der ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften betriebene SMILE-Mission liefert mit bis zu 45 Stunden langen Aufnahmen ein lückenloses, wirbelndes weißes Bild des Polarlichtovals. Die im Juli 2026 festgehaltenen Daten helfen Forschern dabei, die komplexen Prozesse zwischen dem Sonnenwind und dem Erdmagnetfeld zu entschlüsseln.
Polarlichter zeigen sich normalerweise als grünes Leuchten am Himmel der nördlichen oder südlichen Regionen. Ein neues Bild, das aus Daten der SMILE-Mission hervorgeht, zeigt das Phänomen nun jedoch als einen lückenlosen, wirbelnden weißen Ring um die Magnetpole der Erde, wie GameStar unter Berufung auf den spanischen Partner Xataka berichtet.
Die SMILE-Mission verlängert die Beobachtungszeit im Orbit
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Zuletzt gelang der NASA-Sonde Polar im Jahr 2008 eine vollständige Abbildung dieses ovalen Rings im ultravioletten Licht. Während frühere Missionen laut den veröffentlichten Angaben auf etwa 15 Stunden Beobachtungszeit kamen, erreicht die Raumsonde von ESA und CAS eine Dauer von bis zu 45 Stunden am Stück. Das Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften setzt dabei auf eine spezielle Ultraviolettkamera namens UVI.
Diese Kamera blendet sichtbares Licht vollständig aus und fängt ausschließlich UV-Licht ein. Molekularer Sauerstoff in der Erdatmosphäre absorbiert reflektierte UV-Strahlung, wodurch die Erdkugel auf den Aufnahmen als homogene, blassblaue Leinwand ohne erkennbare Ozeane oder Kontinente erscheint. Das Polarlichtoval leuchtet dagegen in den obersten Atmosphärenschichten, wo die Sauerstoffdichte deutlich geringer ist.
Vier wissenschaftliche Instrumente analysieren die Magnetopause
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Neben der UVI-Kamera nutzt SMILE drei weitere Instrumente, um die Wechselwirkungen im erdnahen Weltraum zu vermessen. Eine Röntgenkamera namens SXI analysiert die sogenannte Magnetopause, also die Grenzregion zwischen dem Sonnenwind und dem Erdmagnetfeld. Ergänzt wird die Ausrüstung durch ein Magnetometer mit der Bezeichnung MAG sowie einen Analysator für leichte Ionen namens LIA.
Die Mission ist auf eine Dauer von drei Jahren ausgelegt. In diesem Zeitraum rechnet die ESA mit der Beobachtung von mehr als 300 auroralen Substürmen. Bei diesen kurzzeitigen Störungen der Magnetosphäre wird Energie vom Sonnenwind in die Polaratmosphäre eingespeist, was das Polarlicht plötzlich aufhellen und seine Form verändern kann. Die gewonnenen Präzisionstexte sollen helfen, die Mechanismen hinter starken Sonnenstürmen zu verstehen, die globale Telekommunikations- und Stromnetze stören können.
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