Zu Beginn der Wintersaison 2026/2027 klettern die Skipasspreise in den deutschen und österreichischen Alpen spürbar nach oben. Während große Skiverbände und Gletschergebiete wie Sölden und die Zugspitze Preiserhöhungen verzeichnen, halten kleinere Skigebiete und mancherorts die Saisonkarten den Druck auf das Urlaubsbudget ab.
Steigende Kassenpreise und neue Rekordwerte in den Skigebieten
Wintersportlerinnen und Wintersportler müssen sich in der Skisaison 2026/2027 auf deutlich höhere Kosten einstellen. Der Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) teilt mit, dass die Preise für Tagesskipässe in Deutschland im Schnitt um 4,2 Prozent steigen (TZ). Noch drastischer fällt der Anstieg in den großen österreichischen Skigebieten aus, wo die regulären Kassenpreise für Erwachsene fast flächendeckend die Marke von 80 Euro durchbrechen.
An der Zugspitze kostet die Tageskarte an der Kasse inzwischen 78,00 Euro, was einem Zuwachs von neun Euro oder rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (TZ). In Österreich führt Sölden die Preisliste in der Hochsaison mit 86,50 Euro an, dicht gefolgt von Ski Arlberg mit 85,00 Euro (TZ). In Kitzbühel und Ischgl klettern die Tagestickets an der Kasse auf 83,00 Euro (TZ).
Die bekannten Einzelskigebiete Kronplatz, Gröden beziehungsweise Seiser Alm, Alta Badia sowie die Drei Zinnen Dolomiten verlangen in der Hauptsaison jeweils 83,00 Euro zuzüglich drei Euro. Im zollfreien Livigno liegt die Tageskarte in der Hauptsaison bei 74,50 Euro.

Energiepreise und Investitionskosten als Haupttreiber
Verantwortlich für die Teuerung sind vor allem gestiegene Ausgaben in den Bereichen Energie, Personal und Instandhaltung. Unser größter Preistreiber ist die Energie
, erklärt Klaus Schanda, Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn (Merkur). Hinzu kommen enorme Investitionen in die technische Beschneiung, um den Betrieb trotz des Klimawandels und steigender Schneegrenzen sicherzustellen.
Tourismusforscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck betont, dass sich die Ticketpreise mittlerweile von der allgemeinen Inflation entkoppelt haben. Der mit dem Klimawandel einhergehende Rückgang natürlicher Schneemengen zwingt die Betreiber zu anhaltenden Mehrausgaben für künstliche Schneekonservierung und Schneedepots. Im Sommer angelegte Depots litten im vergangenen heißen Sommer stark; laut Angaben der Zugspitzbahn ist derzeit weniger als die Hälfte der üblichen Vorräte übrig (Merkur).

Tourismusforscher Robert Steiger hält fest, dass man mehr beschneien und mehr investieren müsse, weshalb die Ticketpreise voraussichtlich weiter und stärker als die Inflation ansteigen werden. Der Markt belohne laut Branchenbeobachtern die Qualitätsführerschaft und bestrafe die kleinen Skigebiete.
Online-Buchungen und saisonale Preissysteme als Einsparpotenzial
Um die Kosten zu dämpfen, setzen viele Skigebiete verstärkt auf Online-Vorverkauf und dynamische Preissysteme. An der Zugspitze können Gäste beim Online-Kauf am Vortag sparen: Statt des Kassenpreises von 78,00 Euro werden online 70,50 Euro fällig (Wetter). Auch im Skigebiet Garmisch-Classic sinkt der Preis bei vorheriger Online-Buchung von 72,00 Euro auf 69,00 Euro (Wetter).
Wer seine Tageskarte rechtzeitig im Webshop erwirbt, kann in vielen Gebieten sparen; so bietet etwa Sölden einen Online-Rabatt bis zu fünf Tage vorab an. Die Bayerische Zugspitzbahn hebt ihre Preise insgesamt um rund zwei Prozent an. Für den Weg in die Skigebiete wie Lenggries am Brauneck, Bayrischzell am Sudelfeld, Schliersee am Spitzingsee, Garmisch-Partenkirchen an Garmisch und Zugspitze sowie Oberstdorf im Bereich Oberstdorf-Kleinwalsertal wird vonseiten des DSV aktiv darauf verwiesen, dass diese bequem mit dem Regionalzug zu erreichen sind.

In der Schweiz, wo Zermatt mit Tageskartenpreisen von bis zu 120 Franken (rund 130 Euro) das internationale Preisniveau anführt, nutzen Betreiber fast flächendeckend dynamische Algorithmen (TZ). Wer hier frühzeitig im Webshop bucht, kann nach Angaben von Branchenbeobachtern sparen. In Bayern und Tirol bleiben derweil die regionalen Saisonkarten wie der Alpen-Plus-Saisonskipass im Preis stabil, während die Tageskarten in diesen Gebieten um rund vier Prozent zulegen (Innpuls).
Strukturwandel bei kleineren Skigebieten
Während große Verbünde auf Qualitätsführerschaft setzen, geraten kleinere und tiefer gelegene Skigebiete zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Am Kolben in Oberammergau wird die Piste nach 15 Jahren Betrieb in dieser Saison nicht mehr präpariert. Wir geben den Ski- und Schlittenbetrieb mit der technischen Beschneiung auf
, teilten die Betreiber mit und sprachen von einer bewussten Zeitenwende, da die milden Winter den Betrieb zu einem Draufzahlgeschäft
gemacht hätten (Merkur).
Auch das Skigebiet Karkogel in Abtenau musste nach hohen Mehrkosten für einen Speicherteich und ausbleibendem Schnee Insolvenz anmelden. Dennoch blicken andere Regionen zuversichtlich auf den Start: Der Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn, Klaus Schanda, betont, das Ziel sei es, einen möglichst breiten Betrieb zu bieten. Die Bergbahnen im Gebiet Oberstdorf und Kleinwalsertal visieren ebenfalls einen frühzeitigen Start an.
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