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Shawn Fain erklärt seine Wiederwahl als Präsident der United Auto Workers

Der Präsident der Gewerkschaft United Auto Workers, Shawn Fain, hat am Freitag in Detroit seine Wiederwahl für eine zweite vierjährige Amtszeit erklärt. Nach vorläufigen Stimmzählungen eines Bundesmonitors setzte sich Fain gegen fünf Herausforderer durch, während sein Wahlbündnis United UAW fast alle Sitze im Internationalen Vorstand gewann.

Shawn Fain gewinnt die Wiederwahl und dominiert den Vorstand

Die Stimmabgabe für die internationale Führung der 400.000 Mitglieder starken Gewerkschaft endete Anfang Oktober. Wie aus vorläufigen Ergebnissen der Bundesaufsicht hervorgeht, sicherte sich Fain eine klare Mehrheit der Stimmen. Sein interner Hauptkonkurrent Rich Boyer, der internationale Vizepräsident der Gewerkschaft, landete auf dem zweiten Platz. Nach Angaben von Berichten aus Gewerkschaftskreisen erzielte Fain über 68 Prozent der Stimmen.

Das von Fain angeführte Bündnis United UAW dominierte die Abstimmung im gesamten Verband. Die angetretenen Kandidaten des Teams gewannen nach Angaben von Beobachtern nahezu alle Plätze im Internationalen Vorstand, darunter auch Scott Zuckschwerdt in Region 1D mit 70 Prozent der Stimmen, um den bisherigen, in den Ruhestand tretenden Leiter Steve Dawes in Flint zu ersetzen.

Shawn Fain erklärt seine Wiederwahl als Präsident der United Auto Workers
Foto: Bloomberg.com

Tim Smith kandidierte in der Region 8 im Süden ebenfalls ohne Gegenkandidaten. In der Region 9, die zentrale Teile von New York, New Jersey und Pennsylvania umfasst, errang Jimmy Lakeman 54 Prozent Unterstützung für seine Wiederwahl, wobei Fains Bündnis das Rennen dort nicht offiziell unterstützte. Im Westen (Region 6) und in der Region 9A, welche den Rest von Neuengland abdeckt, wurden Mike Miller beziehungsweise Brandon Mancilla ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.

Die Wahlbeteiligung blieb mit etwa 10 Prozent der aktiven und im Ruhestand befindlichen Mitglieder niedrig und bewegte sich auf dem Niveau der vorausgegangenen Abstimmung im Jahr 2022, in der insgesamt rund 400.000 aktive Mitglieder und 600.000 Ruheständler brieflich abstimmten. Bei Local 4811 an der University of California stieg die Beteiligung zwar an, wobei 75 Prozent für Fain stimmten, jedoch gaben dort von 60.000 Mitgliedern lediglich 2.500 ihre Stimme ab. Der dauerhaft im Internet präsent stehende Kandidat Brian Keller vereinte 7 Prozent der Stimmen auf sich.

Interne Spannungen und juristische Auseinandersetzungen prägen die Führung

Die Wiederwahl findet vor dem Hintergrund interner Spannungen und einer strengen gerichtlichen Aufsicht statt. Die UAW steht seit einem Korruptionsvergleich aus dem Jahr 2021, der nach Verurteilungen von leitenden Gewerkschaftsfunktionären und ehemaligen Präsidenten wegen Unterschlagung, Erpressung und der Annahme illegaler Schmiergelder durch Arbeitgeber geschlossen wurde, unter der Kontrolle eines vom Bundesgericht eingesetzten Monitors. Barofsky, ein Anwalt der Kanzlei Jenner & Block, warf Fain und anderen Beteiligten in einer Reihe von Berichten vor, gegen Gewerkschaftsführer vorgegangen zu sein, nachdem das Führungsgremium im Dezember 2023 eine Resolution für einen Waffenstillstand im Gazastreifen verabschiedet hatte.

Shawn Fain Claims Victory in UAW Election Rout
Foto: WSJ

Barofsky argumentierte in einer Telefonkonferenz, diese Stellungnahme könne als antisemitisch verstanden werden und überschreite eine Grenze, während Fain die Aussagen als implizite Drohung auffasste. Zudem sah sich die Führung mit Ermittlungen im Zusammenhang mit Vorwürfen konfrontiert, die Gegenstand von Untersuchungen einer Bundesgroßjury wurden.

Marick Masters, emeritierter Professor für Management an der Wayne State University, erklärte, Fain besitze angesichts der Konflikte um den Monitor und der breiten Vermutung einer möglichen Einmischung in diese Wahl ein klares Mandat für seine Führung.

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Die Präsidentschaftswahl fiel zudem in die Zeit nach der US-Präsidentschaftswahl 2024, bei der die Demokratin Kamala Harris gegen Donald Trump verlor. Zu den Herausforderern Fains zählte neben Rich Boyer auch der als „perennially online“ beschriebene Mitbewerber Brian Keller, während die Kritiker um die Reformplattform UAW Member Action, vertreten durch den stellvertretenden Vorsitzenden Gary Chynoweth, darauf hinwiesen, dass die Hauptaufgabe nun darin bestehe, Mitglieder als Führungspersönlichkeiten in einer kampfbereiten Gewerkschaft zu schulen. Aus Sicht von Kritikern wie Lehman wurde Fains Politik im Vorfeld der Wahl scharf kritisiert; so wandte sich Lehman gegen Fains Unterstützung von Zöllen, die von Donald Trump sowie von kanadischen Gewerkschaften wie Unifor und den Steelworkers befürwortet wurden, da diese Zölle nach seiner Darstellung die Preise erhöhen, Verkäufe mindern und zu Entlassungen führen. Zugleich verwies Lehman auf Proteste im europäischen Raum gegen Krieg und Austerität sowie auf abgelehnte Verträge bei Unternehmen wie Nexteer, Dana und Bridgewater sowie auf einen Streik von 1.200 Beschäftigten bei Bradford White.”

Gewerkschaft bereitet sich auf entscheidende Tarifkonflikte vor

Mit dem bestätigten Mandat bereitet sich die Gewerkschaft auf neue Verhandlungen mit der Automobilindustrie vor. Nach dem historischen Stand-Up Strike im Jahr 2023, der von Fain angeführt wurde und Lohnerhöhungen von über 25 Prozent über die vierjährige Laufzeit brachte, die Lohnstufen abschaffte, automatische Lebenshaltungsanpassungen (COLA) wiederherstellte, Rentnern erstmals seit Jahrzehnten Bonuszahlungen sicherte und das Streikrecht bei Produktzusagen durchsetzte sowie die Produktion von Elektrofahrzeug-Batterien in die Gesamttarifverträge einbettete, blickt Fain auf die im Frühjahr 2028 auslaufenden Verträge mit den Detroit-Konzernen General Motors, Ford und Stellantis (der Muttergesellschaft von Jeep und Ram).

Shawn Fain erklärt seine Wiederwahl als Präsident der United Auto Workers
Foto: Labor Notes |

Marick Masters, emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Wayne State University in Detroit, betonte, dass Unternehmensleitungen jegliche bedeutsame Steigerung der Lohnkosten entschieden ablehnen dürften, wodurch die Voraussetzungen für eine große Auseinandersetzung geschaffen seien, in der die Konzerne möglicherweise weniger günstige Bedingungen vorfinden, um dem Druck standzuhalten. Fain kündigte an, im Jahr 2028 darauf zu drängen, traditionelle Pensionen für alle Beschäftigten wiederherzustellen, nachdem dieser Vorteil für Neueinstellungen im Jahr 2007 im Zuge des nahezu kollabierenden heimischen US-Automobilmarktes abgeschafft worden war.

Zu den erklärten Prioritäten der UAW für die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit Ford, General Motors und Stellantis gehört neben der Rückkehr zu herkömmlichen Renten und der post-rentenbezogenen Gesundheitsversorgung auch der Schutz von Arbeitsplätzen vor dem Verlust durch künstliche Intelligenz und Automatisierung. Candyla Brown, Mitglied der UAW Local 551 und Beschäftigte im Ford-Montagewerk in Chicago mit rund 5.000 Mitarbeitern, erklärte, dass sie und ihre Kolleginnen trotz der Härte der Forderung nach Renten eine starke Führung wie im Streik von 2023 unterstützen, um mit der Inflation Schritt zu halten.

Fain blickt zudem auf Verhandlungen bei Unternehmen wie John Deere, Volvo und General Dynamics Land Systems im Jahr 2027, bevor die Verträge mit den Detroit-Autobauern am Maifeiertag, dem 1. Mai 2028, auslaufen.

Shawn Fain erklärt seine Wiederwahl als Präsident der United Auto Workers
Foto: World Socialist Web Site

Shawn Fain sagte laut der „Detroit Free Press: „Wir sind hochmotiviert für Verhandlungen bei Unternehmen wie John Deere, Volvo und General Dynamics Land Systems im Jahr 2027, im Vorfeld der am Maifeiertag 2028 auslaufenden Verträge der Großen Drei.

Für die kommenden Jahre kündigte die Gewerkschaft an, verlorene Standards aus früheren Jahrzehnten zurückzufordern. Dazu gehört vor allem das Ziel, die im Jahr 2007 für Neueinstellungen abgeschafften traditionellen Pensionen wieder einzuführen und die Belegschaften vor den Folgen von Automatisierung und künstlicher Intelligenz zu schützen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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