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Unterhaltung

Schweizer Buchpreis 2026: Jury gibt fünf Nominierte bekannt

Die Jury hat die fünf nominierten Titel für den Schweizer Buchpreis 2026 bekanntgegeben. Aus insgesamt 87 eingereichten Büchern schafften es die Werke von Lukas Bärfuss, Hayat Erdoğan, Yael Inokai, Sonja-Sophie Kreis und Sarah Elena Müller auf die Shortlist. Die Verleihung findet am 15. November im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Buch Basel statt.

Fünf Autoren im Rennen um den Schweizer Buchpreis 2026

Der Schweizer Buchpreis steuert auf seine Verleihung im Herbst zu. Die Jury wählte die fünf Finalisten aus einem Feld von 87 eingereichten Titeln aus, wie in Berichten zum Wettbewerb hervorgehoben wird. Damit verzeichnet der Preis in diesem Jahr sieben Einreichungen weniger als im Vorjahr, während insgesamt 52 Verlage ihre Vorschläge ins Rennen schickten.

Im Mittelpunkt der mit insgesamt 42’000 Franken dotierten Auszeichnung steht ein Hauptpreis von 30’000 Franken. Mit je 3’000 Franken werden die restlichen Nominierten bedacht. Die Entscheidung fällt am 15. November am Internationalen Literaturfestival Buch Basel.

Yael Inokai und Lukas Bärfuss auf der Shortlist

Unter den Nominierten befindet sich die in Berlin lebende Autorin Yael Inokai, die mit ihrem ersten Kriminalroman «Die Auster» ins Rennen um den angesehenen Schweizer Buchpreis geht. Die 37-jährige Baslerin, die 2022 mit dem Roman «Ein simpler Eingriff», in dem die Persönlichkeit von Frauen per Operation verändert werden sollte, für den Deutschen Buchpreis nominiert war, schildert in ihrem aktuellen Werk den Mord an Dr. Bronstett, dem Geschäftsführer eines legendären Berliner Kaufhauses. Die 73-jährige Reinigungskraft Leonora Bloch hat bereits alle Spuren beseitigt, als die Polizei am Tatort eintrifft. Yael Inokai schrieb bisher eher «ernste, anspruchsvolle Werke», wie SRF berichtete. Die Autorin sagt gegenüber SRF, sie habe beim Schreiben «ein bisschen Spass haben wollen, ohne dabei die Qualität zu vernachlässigen». Die 37-Jährige war zudem Redaktionsmitglied der Zeitschrift «PS: Politisch Schreiben» und Co-Leiterin der Prosawerkstatt am Literarischen Colloquium Berlin. Die in Berlin lebende Autorin wurde u. a. mit dem Schweizer Literaturpreis und dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet. Inokai beweist sich mit dem Werk als Krimi-Autorin und übt sich über ihre Protagonistin an Gesellschaftskritik, wobei die Jury lobt, dass Inokai den Mikrokosmos der Kaufhauswelt «mit leichter Hand entwirft».

Ebenfalls auf der Shortlist steht der frühere Gewinner Lukas Bärfuss (*1971 in Thun), der 2014 mit «Koala» den Schweizer Buchpreis gewann. In seinem neuen Roman «Königin der Nacht», erschienen im Rowohlt Verlag, befasst er sich mit der Erinnerung an seine Mutter und versucht zu klären, ob man das Urteil über die eigene Mutter noch revidieren kann, wenn es für eine Versöhnung längst zu spät ist. Aus Erinnerungen und Selbstbefragung entsteht das Porträt einer widersprüchlichen Frau jenseits ihrer Mutterrolle, wobei er auch die eigene Härte hinterfragt und die persönliche Geschichte hin zu Fragen nach Armut, Herkunft und Ausgrenzung öffnet – ein schonungslos ehrliches Buch.

Debüts und persönliche Erkundungen im literarischen Wettbewerb

Das Feld der Nominierten wird durch drei weitere eigenwillige Werke ergänzt. Hayat Erdoğan (*1981), Dramaturgin, Dozentin und Autorin, legt mit «Hauptsache kein Zeitgeist» beim Claassen Verlag ihr Debüt vor. Nach der Trennung von «Niemand» versucht eine Frau, wieder Boden unter den Füssen zu finden, während gleichzeitig Nachrichten vom Erdbeben in der Türkei, Politik, Familie und Herkunft in ihren Alltag einbrechen. Erdoğan formt daraus eine weibliche Odyssee, deren Fülle überfordern kann und gerade dadurch eine Gegenwart spiegelt, in der Privates und Weltgeschehen kaum zu trennen sind.

Deutscher Buchpreis 2026 – Die Nominierten

Sonja Sophie Kreis (*1963 am Bodensee), die als bildende Künstlerin arbeitet sowie Kunst und Kunstgeschichte lehrt und Erzählungen sowie Kurzgeschichten veröffentlicht hat, legt mit «Das grosse Eis» (Rowohlt Berlin) ihren ersten Roman vor. Eine Fotografin reist nach Grönland, um ihren Bruder wiederzusehen, und landet in der Geschichte ihrer Familie, in der Krieg, Alkohol, Schweigen und die Distanz zwischen Geschwistern aus Erinnerungsfragmenten hervortreten. Vieles bleibt in diesem Debüt unscharf, manches erschliesst sich kaum, und vielleicht ist gerade das Ungesagte ein Grund für seine Nominierung.

Schweizer Buchpreis 2026: Jury gibt fünf Nominierte bekannt
Photo: Basler Zeitung

Komplettiert wird die Runde durch Sarah Elena Müller (*1990 in Amden SG), die seit ihrem Abschluss in Fine Arts an der Hochschule der Künste Bern spartenübergreifend in den Bereichen Literatur, Musik, Virtual Reality, Hörspiel und Theater tätig ist. In ihrem im Limmat Verlag erschienenen Buch «Unwucht» wird geschildert, wie Alice sieben Jahre nach der Trennung von Rio eine Beziehung zu erzählen versucht, die von Rios Drogensucht und ihrer eigenen emotionalen Abhängigkeit geprägt war. Müller verschränkt Erinnerung und Gegenwart und fragt, wem eine gemeinsam erlebte Geschichte eigentlich gehört, was einen psychologisch genauen, formal eigenwilligen Roman ergibt, der seinen Leserinnen und Lesern einiges abverlangt.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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