Das russische Justizministerium hat den bekannten Regisseur Andrei Zvyagintsev als „ausländischen Agenten“ eingestuft. Zvyagintsev sei nach Angaben des Ministeriums an der Erstellung von Mitteilungen und Materialien von Auslandsagenten und in Russland unerwünschter Organisationen beteiligt gewesen. Wer in Russland als „ausländischer Agentgebrandmarkt ist, muss mit zahlreichen Nachteilen rechnen. Die Einstufung soll Misstrauen schüren und ihre Arbeit in Russland erschweren.
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Zvyagintsev hatte mit „Minotaurus“ beim Filmfestival in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen. In seiner Rede appellierte er an Kremlchef Wladimir Putin, den seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. „Die ganze Welt wartet darauf, sagte der ins Exil gegangene Regisseur damals.
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Putin wirft Kiew Einmischung vor und EU kritisiert Wahlen
Der russische Präsident Wladimir Putin warf der Ukraine vor, sich in die laufende russische Parlamentswahl einzumischen und Friedensgespräche gezielt zu behindern. Die ukrainische Führung versuche, die dreitägige Abstimmung zu stören, sagte Putin russischen Nachrichtenagenturen zufolge, ohne dafür Beweise vorzulegen. Zudem bekräftigte er, dass Russland weiterhin auf seine nukleare Triade setze und seine Raketenabwehr verbessern müsse. Die Regierung in Kiew bezeichnete die russische Abstimmung als Pseudowahl.
Wegen „systematischer Unterdrückung“ der demokratischen Opposition in Russland kritisierte die EU die Wahlen dort scharf. „Die Art und Weise, wie die Parlamentswahlen ausgeführt werden, unterstreicht die anhaltende und sich vertiefende Erosion der Demokratie in Russland“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. „Die russischen Behörden haben die systematische und institutionalisierte Unterdrückung weiter verstärkt, um jede demokratische Oppositionskraft auszuschließen, fuhr er fort. Bei der Wahl sind nur Kreml-treue Parteien zugelassen. Neben der Parlamentswahl finden auch Regional- und Kommunalwahlen statt.
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Militärische Entwicklungen und internationale Beratungen
Bei einem russischen Angriff mit Gleitbomben wurden in der nordostukrainischen Stadt Sumy nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Sieben weitere seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, bei Telegram mit. Darunter sei ein 13-jähriges Mädchen. Hryhorow veröffentlichte auch ein in der Nacht aufgenommenes Foto, auf dem ein schwer beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus zu sehen ist.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete das Haushaltsloch seines Landes als „astronomisch“. „Wir arbeiten an einigen Vorschlägen, um das von mir angesprochene Defizit zu beheben – das, unter uns gesagt, astronomisch ist“, sagte Selenskyj Journalisten. Es gebe bereits einige Vereinbarungen. Selenskyj berief sich dabei auf ein Telefonat vom Donnerstag mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, nachdem Brüssel Kiew weitere 3,3 Milliarden Euro überwies. Diese sollen dem Staatschef zufolge sofort in die Produktion von Drohnen und Raketen fließen. Die Höhe des Haushaltslochs nannte er nicht; im August hatte der Präsident es noch mit umgerechnet rund 23,5 Milliarden Euro beziffert.””

Der oberste Befehlshaber der Nato in Europa, US-General Alexus Grynkewich, nimmt unterdessen an Beratungen über eine Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa teil. Diese sind Teil einer von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im Juni angekündigten Überprüfung. Hegseth droht damit, US-Beiträge an die Nato zurückzuhalten, falls Verbündete ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhen. Einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument zufolge soll die Überprüfung mindestens vier Optionen für Hegseth erarbeiten. Ziel des Vorhabens ist es, Europa zu mehr Eigenverantwortung zu bewegen und US-Streitkräfte für globale Aufgaben freizusetzen. Hegseth kritisiert zudem Verbündete, die den USA während des Iran-Krieges die Unterstützung verweigert hatten.
Unterdessen nahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius im US-Bundesstaat Texas den ersten Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang. Pistorius sprach bei der Übergabezeremonie in Fort Worth von einer „neuen Ära für die Luftwaffe“. Der F-35 sei unter anderem wegen seiner Tarnkappen-Fähigkeit „das weltweit modernste Kampfflugzeug, sagte Pistorius. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken.
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