Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

PS5-Boykott zeigt laut Marktdaten keine Wirkung in den USA

Ein von Spielern ausgerufener Konsolen-Boykott gegen Sony blieb in den USA weitgehend wirkungslos. Laut aktuellen Daten des Marktbeobachters Circana gab es im August 2026 keine messbaren Einbrüche bei Spielerzahlen oder Aktivität, obwohl die Proteste wegen des schwindenden physischen Medienangebots in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit erregt hatten.

Die von Spielern ins Leben gerufene und viel beachtete Konsolen-Protestwoche Ende August hat im Alltag der Spielerschaft keine Spuren hinterlassen. Zwischen dem 23. und 30. August 2026 sollten PlayStation-Besitzer ihre Geräte ausgeschaltet lassen, um gegen die Reduzierung der Disc-Produktion durch Sony zu demonstrieren. Während Reddit-Beiträge mit tausenden Kommentaren und virale Aufrufe auf Plattformen wie X den Eindruck erweckten, eine breite Bewegung stünde bevor, zeichnet die harte Marktdatenerfassung ein völlig anderes Bild.

Circana-Daten belegen ungestörte Spielaktivität in den USA

Das Marktforschungsunternehmen Circana analysierte das Spielerverhalten im wichtigsten Markt für das Unternehmen. Auf die Frage, ob der Boykott in den Erhebungen sichtbar gewesen sei, äußerte sich der Analyst Mat Piscatella unmissverständlich. In einem Beitrag auf der Plattform Bluesky stellte er klar, dass es in ihrer Nachverfolgung überhaupt keine nennenswerte Veränderung bei den Spielerzahlen oder der Aktivität gegeben habe, wie unter anderem von Pushsquare dokumentiert wurde.

Die Erhebungen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der US-Spieler ihre Konsolen wie gewohnt einschaltete und weiterspielte. Selbst die gigantische installierte Basis von schätzungsweise 93 Millionen verkauften PlayStation 5-Konsolen weltweit ließ sich von den digitalen Aufrufen zur Inaktivität nicht kollektiv vom Starten ihrer Spiele abhalten, wie Insider Gaming anmerkt.

Hintergründe der Protestwelle und Sony-Entscheidung

Auslöser für den Protest war Sonys strategische Entscheidung, die Produktion physischer Spiele-Discs schrittweise einzustellen. Dies rief vor allem Sammler, Spieler mit instabilen Internetverbindungen und Verfechter der digitalen Konservierung auf den Plan. Neben dem Aufruf zum Konsolen-Boykott waren die Teilnehmer angehalten, in der Aktionswoche auch keine digitalen Käufe zu tätigen oder Abonnements zu erneuern.

PS5-Boykott zeigt laut Marktdaten keine Wirkung in den USA
Photo: Pushsquare

Trotz der lautstarken Kritik gab es von Anfang an erhebliche Zweifel an der Durchschlagskraft der Aktion. Kritiker verwiesen darauf, dass die einwöchige Dauer zu kurz bemessen war und zeitlich mit großen Branchenereignissen wie der Gamescom 2026 kollidierte, bei denen ohnehin viele Enthusiasten unterwegs waren.

Die Initiatoren halten an ihrem Kurs fest

Obwohl die harten Kennzahlen der Marktforscher keinen Einbruch zeigen, werten die Organisatoren den Protest dennoch als Teilerfolg. Die von der Initiative DoesItPlay angeführten Koordinatoren erklärten nach Ablauf der Frist, dass die selbstgesteckten Mindestanforderungen für den Boykott erreicht worden seien. Gleichzeitig kündigten sie an, dass es in Zukunft weitere Aktionen geben werde, um gegen den Verlust physischer Medien vorzugehen.

PS5-Boykott zeigt laut Marktdaten keine Wirkung in den USA
Photo: shanethegamer.com

Ob solche Kampagnen langfristig das kommerzielle Handeln von Sony beeinflussen können, bleibt fraglich. Wirtschaftliche Faktoren wie die stark gestiegenen Kosten für die Pressung von Discs, den Verpackungsdruck und den weltweiten Gütertransport treiben die Umstellung auf den reinen Digitalvertrieb voran. Sony hat bisher lediglich signalisiert, dass Spiele weiterhin in digitaler Form über den Handel erhältlich sein werden – etwa in Form kleinerer Redemption-Token oder Download-Codes in Verpackungen, während eine offizielle Bestätigung für ein optisches Laufwerk bei einer potenziellen PlayStation 6 noch aussteht.

Kaiser unter Druck? Boykott zeigt Wirkung vor AfD-Event in Erfurt!
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.