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Technik und Wissenschaft

Schottland zieht KI-Betriebe zu Boden

Schottland erlebt einen beispiellosen Boom bei der Planung von bis zu 24 hyperskalierenden Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die von reichlich Windkraft angezogen werden.

Wenn Nutzer eine Frage an ChatGPT richten, eine Google-Zusammenfassung lesen oder eine Online-Banküberweisung tätigen, arbeitet im Hintergrund ein Rechenzentrum. Schottland ist inzwischen Teil eines weltweiten Wettrennens, um diese gigantischen Anlagen im massiven Stil zu errichten. Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) treibt Technologiekonzerne dazu, sogenannte Hyperscale-Rechenzentren zu planen, von denen einige zu den größten weltweit zählen dürften (Bbc). Mindestens 23 beziehungsweise 24 solcher gigantischen KI-Rechenzentren befinden sich nach Angaben verschiedener Medienberichte in unterschiedlichen Planungsstadien im Land (Bbc), (Scotsman).

Warum zieht Schottland so viele Betreiber von KI-Rechenzentren an?

Der wichtigste Magnet für Investoren ist Schottlands florierender Sektor für erneuerbare Energien. Im Jahr 2024 erzeugte das Land eine Rekordmenge von 38,4 Terawattstunden (TWh) an erneuerbarem Strom, wobei allein die Windkraft mehr als 30 TWh beitrug (Scotsman).

Zudem bietet das schottische Klima mit kühlen Temperaturen potenzielle Vorteile bei der Kühlung der Server (Scotsman), während ehemalige Industrieareale ausreichend Platz für die riesigen Anlagen bieten (Scotsman).

Schottland zieht KI-Betriebe zu Boden
Foto: heraldscotland.com

Welche gigantischen Dimensionen haben die geplanten Standorte wie Chapelcross und Auchtertool?

Die neuen Vorschläge sprengen die Dimensionen der bisherigen schottischen Infrastruktur bei Weitem. Schottlands bislang größtes Rechenzentrum, die Anlage von DataVita in Airdrie, arbeitet mit einer Kapazität von 12 Megawatt (MW) (Theukpulse).

  • Chapelcross: Am ehemaligen Atomstandort in Dumfries and Galloway hat das Unternehmen CX Tech eine Planung-im-Prinzip-Anwendung für einen 16,5 Milliarden Pfund schweren Campus eingereicht. Das Projekt umfasst acht Rechenzentren und eine Schulungseinrichtung mit einer Gesamtleistung von 1.000 MW, wobei einzelne Gebäude rund 120 MW erreichen und bis zu 40 Meter hoch sein sollen (Theukpulse).
  • Auchtertool: In Fife ist eine Anlage mit 600 MW geplant, deren Fläche sich über 60 Hektar (150 Acres) erstreckt – das entspricht in etwa der Größe von 84 Fußballfeldern und gleicht der Ausdehnung des benachbarten Dorfes (Theukpulse).

Warum sorgen die Projekte bei Anwohnern und Umweltschützern für heftigen Streit?

Befürworter verweisen auf dringend benötigte Investitionen und tausende Arbeitsplätze (Bbc). Kritiker und die schottischen Grünen warnen jedoch vor den enormen Konsequenzen für die lokalen Gemeinschaften (Theukpulse). Zu den Hauptsorgen gehören der enorme Strom- und Wasserbedarf sowie die permanente Lärmbelastung durch tausende Kühlventilatoren (Theukpulse).

Die Stadt Edinburghs Entwicklungskommission lehnte im Mai 2026 die Planung für ein Rechenzentrum ab, obwohl der Chefplanungsbeamte des Rates dies empfohlen hatte (Burges-Salmon). Dies zeigt die politische Spannung um die Projekte, die auch von der schottischen Regierung stärker reguliert werden.

Schottland zieht KI-Betriebe zu Boden
Foto: theukpulse.co.uk

Wie reagiert die schottische Regierung auf den massiven Ansturm?

Die Politik greift zunehmend steuernd ein.

Am 16. September 2026 folgte eine weitere Richtlinie, die für alle neuen Rechenzentren über 50 MW zwingend eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorschreibt (Burges Salmon). Diese Regelung trat am 17. September 2026 ohne Übergangsfristen in Kraft und gilt auch für bereits laufende Verfahren (Burges Salmon).

Aktuell besitzen fünf Investitionsfirmen – BlackRock, Vanguard, JP Morgan Asset Management, Macquarie und Quantum Capital Group – etwa 18 % der ScotWind-Kapazität, was fast ein Fünftel des Gesamtpools entspricht (Heraldscotland).

hebt wichtige Fragen hinsichtlich der Auslegung und Anwendung des Nationalen Planungsrahmens 4 im Zusammenhang mit der Entwicklung von Hyperscale-Datenzentren, einem sich entwickelnden Bereich der Entwicklung in Schottland, auf.

Scottish Ministers, Begründung zum Rückruf eines Edinburgh-Beschlusses via Burges Salmon
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.