Der geplante 81-Milliarden-Dollar-Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery steht vor dem Durchbruch, nachdem eine von Kalifornien angeführte Koalition von zwölf US-Bundesstaaten ihre Wettbewerbsklage beigelegt hat. Das am Montag bekanntgegebene Abkommen umfasst Investitionen in die heimische Produktion sowie Zusagen zur redaktionellen Unabhängigkeit von CBS und CNN.
Die Einigung mit den Bundesstaaten und die Rücknahme der Klage
Nach monatelangen juristischen Auseinandersetzungen haben Paramount und der von Kalifornien angeführte Generalstaatsanwalt Rob Bonta eine Einigung erzielt, die den Weg für die Fusion mit Warner Bros. Discovery frei macht. Ursprünglich hatten zwölf Bundesstaaten gegen das Vorhaben geklagt, da sie eine drastische Verringerung des Wettbewerbs auf dem Medienmarkt befürchteten wie die Berichterstattung über die Einigung zeigt. Die Kläger argumentierten, dass die Fusion zweier der verbliebenen großen Hollywood-Studios zu weniger Kinofilmen und schlechteren Angeboten auf Streaming-Plattformen führen würde.
Bonta erklärte auf einer Pressekonferenz, dass Paramount eine enforceable commitment to significantly increase
Produktion in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Großraum Los Angeles, eingegangen sei. Dies sichere Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivität vor Ort. Vier Bundesstaaten – Massachusetts, New York, Connecticut und Minnesota – hatten laut Medienberichten als letzte ihre Blockadehaltung aufgegeben, nachdem eine Einigung erzielt worden war.
Finanzielle Zusagen und Produktionsvorgaben für Hollywood
Das Abkommen knüpft die Genehmigung der Fusion an strenge vertragliche Verpflichtungen. Zudem muss der Konzern in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss jeweils 30 Kinofilme auf den Markt bringen; in den darauffolgenden drei Jahren soll die Zahl auf jeweils 32 Filme steigen.
Um diese Vorgaben abzusichern, drohen bei Nichterfüllung empfindliche Strafen. Für jeden Film, den das Studio unter dieser Marke schuldig bleibt, wird eine Vertragsstrafe von 30 Millionen Dollar fällig. Ein Fünftel der veröffentlichten Filme muss zudem das Potenzial eines großen Blockbusters besitzen, um die Kinos zu beleben.
Redaktionelle Unabhängigkeit bei CBS und CNN
Ein zentraler Streitpunkt während der Verhandlungen war die redaktionelle Zukunft der Nachrichtensender CBS und CNN. Kritiker hatten befürchtet, dass der Einfluss der Eigentümerfamilie Ellison, der eine Nähe zum politischen Umfeld von Donald Trump nachgesagt wird, die Berichterstattung beeinflussen könnte. Um diese Bedenken auszuräumen, vereinbarten die beteiligten Parteien die Einrichtung eines unabhängigen redaktionellen Aufsichtsgremiums wie aus Berichten über die Kontrollgremien hervorgeht. Dieses Gremium soll ausschließlich aus Journalisten bestehen und für Manager sowie Aktionäre verschlossen bleiben.

Zusätzlich garantierte der Konzern, dass CBS und CNN unter dem gemeinsamen Dach mit eigenständigen Redaktionsaussüssen arbeiten werden. Paramount-Chef David Ellison betonte im Zuge der Bekanntgabe, dass die Fusion darauf ausgerichtet sei, ein stärkeres Hollywood zu schaffen und den Verbrauchern mehr Auswahl zu bieten.
„Our goal has always been to build a stronger Hollywood — one with more stories told, greater choice for consumers and stronger competition.“
David Ellison, CEO und Inhaber von Paramount
Zeitdruck und offene Schritte vor dem Abschluss
Für die Konzernführung war die Einigung von entscheidender Bedeutung, da der Zeitplan drängte. Ab dem kommenden Monat drohten dem Unternehmen erhebliche finanzielle Zusatzbelastungen: Laut vertraglichen Vereinbarungen wäre ab Oktober eine tägliche Gebühr von sieben Millionen Dollar an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery fällig geworden, falls der Deal bis dahin nicht besiegelt gewesen wäre erläutert die Berichterstattung über den Transaktionsdruck. Mit der Einigung und der beigelegten Klage der Gewerkschaft der Drehbuchautoren, die ebenfalls eine Zahlung in einen Gesundheitsfonds erhielt, sieht sich das Management nun gerüstet, die Transaktion zeitnah zum Abschluss zu bringen.