OpenAI hat mit dem Codex Micro sein erstes Hardware-Produkt veröffentlicht. Bei dem Gerät handelt es sich um eine kompakte Tastatur, die speziell für Entwickler konzipiert wurde, um die Interaktion mit KI-Agenten effizienter zu gestalten. Das in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Hersteller BILD entwickelte Gerät wird von OpenAI als „Kommandozentrale für agentisches Arbeiten“ bezeichnet.”
Funktionen und Design der Hardware
Der Codex Micro, intern auch als kbd-1.0-codex-micro bekannt, ist ein quadratisches Gerät, das zwischen einer Miniaturtastatur und einem Makropad angesiedelt ist. Die Hardware verfügt über insgesamt 12 Tasten, wovon sechs durchsichtig sind. Die restlichen Tasten tragen Icons, die auch in der Codex-App verwendet werden. Im Lieferumfang sind zudem 32 austauschbare Tastenkappen enthalten, mit denen Nutzer Shortcuts physisch abbilden können.

Neben den Tasten bietet das Gerät spezifische Steuerungselemente:
- Drehregler: Mit einem Regler oben links kann die sogenannte Reasoning-Stufe der KI angepasst werden. Eine niedrige Einstellung steigert das Tempo bei einfachen Aufgaben, während eine hohe Stufe für komplexere Denkleistungen genutzt wird.
- Joystick: Ein kleiner Steuerknüppel oben rechts ermöglicht das Starten gängiger Workflows, wie beispielsweise das Debugging eines Fehlers oder die Prüfung eines PR.
- Sprachsteuerung: Es gibt Tasten für die Sprachdiktion, die das Mikrofon des angeschlossenen Laptops aktivieren, da das Gerät selbst über kein eingebautes Mikrofon verfügt.
Visuelles Feedback durch RGB-Beleuchtung
Ein zentrales Merkmal des Codex Micro ist das farbige Pulsieren der Tasten, das den Status der KI-Agenten signalisiert. Dies soll verhindern, dass Nutzer ständig zwischen verschiedenen Chatfenstern wechseln müssen. Die Farbcodierung ist wie folgt definiert:
- Blau: Der Agent arbeitet bzw. „denkt“ gerade nach.
- Grün: Die Aufgabe ist fertig oder es liegt ein ungelesener Chat vor.
- Orange/Rot: Es ist eine Nutzerfreigabe erforderlich, es gibt Rückfragen oder es ist ein Fehler aufgetreten.
Markteinführung und Preisgestaltung
Das Gerät wurde zu einem Preis von 230 Dollar auf den Markt gebracht. Laut Berichten war die Sonderedition in den USA nach weniger als 24 Stunden ausverkauft. Aktuell ist das Gerät über die Webseite von OpenAI nicht vorrätig, und ein Nachschub wurde bisher nicht angekündigt. Work Louder verweist auf eine begrenzte Stückzahl und bietet alternativ ein fast identisches Modell namens „Creator Micro 2“ an.”
In Entwicklerkreisen löste das Produkt gemischte Reaktionen aus. Während einige das Design schätzen, äußerten Nutzer auf Reddit Unverständnis über den Preis und merkten an, dass DIY-Lösungen mit günstigen Makropads für einen Bruchteil der Kosten realisierbar seien.
Kontext: KI-Programmierung und zukünftige Hardware
Der Codex Micro unterstützt das Tool Codex, einen Coding-Agenten von OpenAI, der Software schreiben, prüfen und verbessern kann. Diese Technologie ermöglicht es Nutzern, Software-Ideen mittels natürlicher Sprache umzusetzen. Die Bedeutung dieser Entwicklung unterstreicht Google-Chef Sundar Pichai, wonach dort bereits 75 Prozent des neuen Codes von KI erzeugt und anschließend von Menschen geprüft werden.
OpenAI plant bereits weitere Hardware-Projekte und hat dafür Jony Ive, den ehemaligen Chef-Designer von Apple, an Bord geholt. Während Details geheim bleiben, wird erwartet, dass das Unternehmen über die Tastatur hinaus weitere Geräte entwickeln wird.
Auch interessant
