OpenAI übernimmt das Kieler Startup Ona, um die Cloud-Infrastruktur für sein Programmier-Tool Codex zu stärken. Der Deal, der am Donnerstag bekannt gegeben wurde, gilt als einer der größten deutschen Tech-Exits der letzten Jahre. Ziel ist es, KI-Agenten eine sichere, dauerhafte Arbeitsumgebung zu bieten, die unabhängig von lokaler Hardware funktioniert.
Infrastruktur für die Ära der KI-Agenten
Die Entwicklung von Software verändert sich grundlegend: Weg von der lokalen Entwicklung auf dem Laptop, hin zu autonomen Agenten in der Cloud. Ona, das 2020 unter dem Namen Gitpod in Kiel gegründet wurde, liefert genau diese Umgebung. Im September 2025 vollzog das Unternehmen einen strategischen Schwenk und nannte sich Ona, um den Fokus massiv auf die Bedürfnisse von KI-Agenten zu legen. Bisherige Nutzerzahlen belegen das Bedürfnis nach solchen Systemen. Rund zwei Millionen Entwickler haben die Plattform bereits genutzt. Das Problem für OpenAI war bisher technischer Natur: Wenn ein Nutzer seinen Laptop zuklappt, stoppen lokale Prozesse. Komplexe Aufgaben wie mehrstufige Analysen oder umfangreiche Code-Refactorings erfordern jedoch Umgebungen, die über Stunden oder Tage hinweg stabil und erreichbar bleiben.„Agenten brauchen mehr als Intelligenz – sie brauchen einen vertrauenswürdigen Arbeitsplatz.“ Johannes Landgraf, Ona-Mitgründer, via <a href="https://www.business-punk.

Der strategische Schlagabtausch mit Anthropic

Von Programmierern zu Wissensarbeitern

- Wöchentlich aktive Nutzer: Über 5 Millionen
- Wachstum seit Jahresbeginn: 400 Prozent
- Vergleichswert April 2026: 3 Millionen Nutzer
Das europäische Skalierungsproblem
Obwohl der Exit von Ona einen Erfolg für den Standort Deutschland darstellt, verdeutlicht er gleichzeitig eine strukturelle Schwäche des europäischen Tech-Ökosystems. Während Europa zwar hochspezialisierte KI-Anwendungen hervorbringt, fehlt das Kapital für eine globale Skalierung. Wie die FAZ berichtet, ist die Diskrepanz zwischen den USA und Deutschland bei den Investitionen eklatant. Zudem profitieren US-Unternehmen von deutlich höheren Bewertungen europäischer Start-ups, was diese zu attraktiven Zielen für Übernahmen macht.| Metrik | Europa / Deutschland | Vereinigte Staaten |
|---|---|---|
| Tech-Investitionen (% des BIP) | ~0,15 % (Deutschland) | 0,8 % |
| Übliche Umsatzmultiplikatoren | 10 bis 20 | 20 bis 50 |
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