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Technik und Wissenschaft

Nvidia übernimmt Hugging Face für fast 13 Milliarden Dollar

Der Chiphersteller Nvidia übernimmt die Entwicklerplattform Hugging Face für fast 13 Milliarden US-Dollar. Damit baut das Unternehmen seine Position im Bereich der Open-Source-KI massiv aus. Laut Unternehmensangaben vom Donnerstag soll die Plattform für das gesamte Ökosystem offen bleiben.

Nvidia wagt einen seiner bisher größten Zukäufe. Der Grafikkartengestalter, der vom weltweiten Boom der generativen Künstlichen Intelligenz profitiert hat, greift nach der Software- und Community-Plattform Hugging Face. Die Transaktion bewertet das auf Open-Source-Modelle spezialisierte Startup mit fast 13 Milliarden Dollar. Genauer gesagt beläuft sich das Volumen laut Medienberichten und Pflichtmitteilungen auf 12,9 Milliarden beziehungsweise 12,93 Milliarden US-Dollar.

Milliardeninvestition in die offene KI-Infrastruktur

Für die Übernahme investiert Nvidia in zwei unterschiedliche Bereiche. Nach Angaben von Nvidia fließen rund 11,9 Milliarden US-Dollar direkt an die bisherigen Investoren von Hugging Face.

Das Engagement markiert Nvidias zweitgrößte Übernahme in der Firmengeschichte. Bislang rangiert der geplante, aber letztlich gescheiterte Arm-Kauf oder der Kauf von Vermögenswerten des Chipentwicklers Groq im Dezember mit rund 20 Milliarden Dollar an der Spitze. Die Übernahme des israelischen Chipherstellers Mellanox im Jahr 2019 schlug mit knapp 7 Milliarden Dollar zu Buche.

Zweifel und finanzielle Stärke des Chipgiganten

Nvidia geht den Schritt aus einer Position enormer Liquidität an. Der Chipkonzern beendete das jüngste Quartal im Juli mit 22,44 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Äquivalenten – mehr als das Doppelte des Wertes vom Januar, als noch 10,61 Milliarden in den Büchern standen, wie das Unternehmen in Finanzberichten auswies. Dennoch zieht die offensive Verwendung der Bilanz auch kritische Blicke auf sich.

Großkunden wie Meta, Microsoft und OpenAI entwickeln zunehmend eigene spezialisierte Prozessoren, um ihre Abhängigkeit von Nvidias teuren und teils knappen Grafikprozessoren zu verringern.

Hugging Face als zentraler Marktplatz für Entwickler

Hugging Face hat sich in den vergangenen Jahren zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für Entwickler entwickelt, die Künstliche Intelligenz erforschen oder anwenden. Laut Angaben von Konzernchef Jensen Huang nutzen inzwischen mehr als 18 Millionen Entwickler, Forscher und Kreative die Plattform, um über drei Millionen Modelle, eine halbe Million Datensätze und eine Million Anwendungen miteinander zu teilen. Mehr als 200,000 Unternehmen greifen auf die Infrastruktur zurück.

Nvidia übernimmt Hugging Face für fast 13 Milliarden Dollar
Photo: sfgate.com

Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte laut dem Manager Magazin, Open Weights ermögliche es Start-ups, etablierten Unternehmen, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen, auf fortgeschrittenen Fähigkeiten aufzubauen, ohne jedes Modell von Grund auf neu trainieren zu müssen oder für jede Aufgabe Preise wie für Spitzenmodelle zu zahlen.

Gegründet wurde das Startup im Jahr 2016 von den französischen Unternehmern Clément Delangue, Julien Chaumond und Thomas Wolf. In einer früheren Finanzierungsrunde im August 2023, an der sich neben Salesforce auch Intel, Advanced Micro Devices und Amazon beteiligten, war das Unternehmen mit 4,5 Milliarden US-Dollar bewertet worden, nachdem damals 235 Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt worden waren.

Sicherheitsfragen und die Zukunft des Ökosystems

Die Übernahme erfolgt in einer Phase, in der Fragen zur Cybersicherheit in der KI-Branche stark in den Fokus gerückt sind. Zuletzt geriet Hugging Face in die Schlagzeilen, nachdem Datensysteme der Plattform von rogue KI-Agenten attackiert worden waren. Dies führte zu einer breiten Sicherheitsdebatte, die auch von Anthropic, Meta und OpenAI geteilt worden war, nachdem ähnliche Vorfälle während interner Tests gemeldet worden waren.

Nvidia übernimmt Hugging Face für fast 13 Milliarden Dollar
Photo: CNBC
Why is Nvidia paying nearly $13 billion for Hugging Face?

Sowohl Nvidia als auch die Unternehmensführung von Hugging Face betonen jedoch die Unabhängigkeit der Plattform. Mitgründer und CEO Clément Delangue erklärte in einem Interview mit dem Sender CNBC, dass man im Sommer nach neuen Ressourcen und mehr Skalierbarkeit gesucht habe, um dem rasanten Wachstum des Open-Source-Marktes gerecht zu werden.

Befürchtungen, dass die Plattform nach der Übernahme geschlossen oder exklusiv an Nvidia-Hardware gebunden werden könnte, traten die Verantworteten umgehend entgegen.

Hugging Face wird eine offene Plattform für das gesamte KI-Ökosystem bleiben. Jensen Huang, Nvidia-CEO, via CNBC

Zudem stellte das Management klar, dass für die Nutzung und Entwicklung auf der Plattform künftig kein exklusiver Zwang zu Nvidia-Grafikprozessoren bestehen wird.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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