September 2026, mehrere ballistische Kurzstreckenraketen von seinem Testgelände in Wonsan in Richtung des Ostmeers abgefeuert. Die Flugkörper legten nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund 250 Kilometer zurück, während Washington und Seoul den Vorfall als Reaktion auf beendete Militärmanöver bewerten.
Ballistische Raketentests vor der Ostküste Nordkoreas
Nordkorea hat erneut seine militärische Präsenz demonstriert und mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Meeres vor seiner Ostküste abgefeuert. Wie das südkoreanische Militär mitteilte, wurden die Flugkörper aus dem Gebiet um die Küstenstadt Wonsan gestartet. Die Detektion erfolgte am Samstagmorgen um etwa 5:20 Uhr Ortszeit, was nach Angaben von Reuters einer Zeit von 20:20 Uhr GMT am Freitagabend entspricht.
Die Raketen legten auf ihrem Flug eine Strecke von etwa 250 Kilometern (155 Meilen) zurück. Südkoreanische und US-amerikanische Geheimdienstbehörden verfolgten die Starts von Beginn an und tauschten die gewonnenen Daten eng mit Japan aus, um die genauen technischen Spezifikationen der Waffen zu analysieren.
Südkoreanisches Militär und Nationale Sicherheitsbüro reagieren
Als Reaktion auf die Raketentests berief das südkoreanische präsidiale Nationale Sicherheitsbüro umgehend eine Dringlichkeitssitzung ein. An dem Treffen nahmen Vertreter des Verteidigungsministeriums, des Generalstabs und weiterer relevanter Behörden teil, um die Sicherheitslage im Land zu bewerten, die Regierungsantwort zu prüfen und notwendige Maßnahmen zu untersuchen.

Die Regierung in Seoul forderte Pjöngjang auf, ballistische Raketenstarts sofort einzustellen, und nannte sie einen schweren Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.
“South Korea’s military is closely monitoring North Korean activity and maintaining the capability and readiness to respond overwhelmingly to any provocation under its combined defence posture with the United States,”
Joint Chiefs of Staff, South Korea
Gemeinsame US-Militärmanöver als Auslöser im Fokus
Der jüngste Waffentest erfolgt nur einen Tag, nachdem Südkorea, Japan und die Vereinigten Staaten eine fünftägige gemeinsame maritime Militärübung beendet hatten, die auf Nordkoreas Raketen- und Nuklearwaffenbedrohungen ausgerichtet war.

Bereits kurz nach Beginn der Übungen am Montag hatte der nordkoreanische Verteidigungsminister Kim Song Gi das Manöver kritisiert und gewarnt, Nordkorea sei zu „starken und reflexiven Gegenmaßnahmen vom Standpunkt der Macht aus“ fähig. Spät im Vormonat kritisierte das Land Pläne für sogenannte Freedom Edge-Übungen in internationalen Gewässern vor Südkorea als „Bedrohungfür Pjöngjang und andere Länder in der Region.
”
Das Land betrachtet derartige gemeinsame Manöver der Verbündeten traditionell als Proben für eine Invasion, weshalb es rund um die Übungen häufig zu Raketentests kommt.
Einschätzung des US-Militärs und diplomatische Hintergründe
Das US-Pazifikkommando erklärte, dass es über die Starts informiert war und eng mit Verbündeten und Partnern konsultierte. Nach seiner aktuellen Einschätzung stellten die Starts keine unmittelbare Bedrohung für US-Personal, US-Territorium oder Verbündete dar.
“The United States remains committed to the defence of the US homeland and our allies in the region,”
U.S. Pacific Command
Die neuerlichen Spannungen stehen im Kontrast zu früheren diplomatischen Initiativen. Letzten Monat feuerte Nordkorea mehr als 10 Kurzstreckenraketen ab, obwohl US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un für dieses Jahr angekündigt hatte.
Der Start im August ereignete sich während einer kürzeren Ausgabe der jährlichen Ulchi Freedom Shield-Militärübungen von Südkorea und den USA, die auf Befehl von Trump verkleinert wurden. Trump nannte die Übungen zuvor „inappropriat and hostile(unangemessen und feindselig) gegenüber Nordkorea, womit er bei US-Verbündeten in der Region Besorgnis auslöste. Nordkorea ordnete während der damaligen Übungen an, dass sein Militär volle Einsatzbereitschaft wahren soll.