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Unterhaltung

Danger Dan veröffentlicht neues Album Keine Angst trotz ZDF-Ausladung

Im Sommer sorgte ein geplanter Fernsehauftritt für heftige Kontroversen, als das ZDF den Musiker Danger Dan – mit bürgerlichem Namen Daniel Pongratz – kurz vor der Ausstrahlung aus der Satiresendung „Die Anstalt“ auslud. Auslöser war das Lied „Keine Angst“, in dem der als aufrechter Antifaschist bekannte Künstler nicht nur die Gründung einer antifaschistischen Gruppe beschreibt, sondern in einer siebenminütigen Aufzählung auch zu diversen Aktionen aufruft und Grüße an Personen wie Lina, Gucci, Maja und Nanuk sendet. Der öffentlich-rechtliche Sender sah darin einen Text, der als Aufruf zu Gewalt und Selbstjustiz verstanden werden könnte, wie unter anderem die Augsburger Allgemeine berichtete. Die kurzfristige Absage des gemeinsamen Auftritts mit dem Starpianisten Igor Levit entfachte wochenlange öffentliche Debatten und steigerte die Aufmerksamkeit für das Werk enorm.””

Politische Provokationen und radikale Intimität auf „Keine Angst“

Gleichzeitig schlägt das Werk die Brücke zu sehr persönlichen Themen. So verarbeitet Daniel Pongratz in „Warum es nicht geklappt hat“ seine eigene, spät eingestandene Bisexualität und geht im Interview mit sich hart ins Gericht. Noch persönlicher zeigt sich der Musiker im vielbeachten Lied „Dass es hier so schön ist, in dem er über eine ernsthafte Augenerkrankung singt, die ihn unweigerlich in die Erblindung führen wird. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung betonte er die ständige Bedrohung durch militante Neonazis, betonte jedoch gleichzeitig, dass er sich diesen Gefahren aus einer privilegierten Position heraus stelle.”

Reaktionen, Debatten und die Folgen der Kontroverse

Die intensive Vorgeschichte des Sommer-Skandals hat das Echo auf die Veröffentlichung massiv beeinflusst. Auf die Frage, ob die Aufregung um die Ausladung der Sache geschadet oder genützt habe, sprach Danger Dangegenüber der Augsburger Allgemeine von einem „Sowohl als auch und kritisierte, dass die Debatte oft am eigentlichen Kern – dem Umgang mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck und rechter Gewalt – vorbeigeführt worden sei. Einen persönlichen Dialog mit ZDF-Intendant Norbert Himmler, der den Vorgang öffentlich als Fehler bei der Einladung bezeichnet hatte, gab es laut dem Musiker nie.

YouTube-Video

Dennoch zeigt das Lied bereits konkrete Wirkungen im Alltag. So berichtete der Künstler, dass ihm bei Konzerten von Zuhörern Aufkleber mit dem Titel „Keine Angst zugesteckt wurden, die auf die von Anhängern ins Leben gerufene Meldestelle nazismelden.org verweisen. So bleibt das Werk weit mehr als nur ein Musikalbum: Es ist das Zeugnis einer aufgeladenen politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung, die den Künstler persönlich wie künstlerisch vollkommen ungeschützt in den Mittelpunkt stellt.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.