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Technik und Wissenschaft

Apple entwickelt Berichten zufolge smarte Heimkamera ohne Videoaufzeichnungen

Apple entwickelt unter dem internen Codenamen J450 eine neuartige smarte Heimkamera, die im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen keinerlei Videoaufnahmen speichert oder an Nutzer und Server überträgt. Stattdessen analysiert ein auf künstlicher Intelligenz basierter Sensor die häusliche Umgebung auf dem Gerät selbst, um Textaktualisierungen und Aktivitätsberichte zu liefern.

Das Prinzip von J450: Keine Videos, nur Textmeldungen

Im Zentrum der Pläne von Apple steht ein Produkt, das sich grundlegend von etablierten Überwachungskameras wie Ring oder Google Nest unterscheidet. Laut Berichten von Mark Gurman im Rahmen seines Power On-Podcasts arbeitet das Unternehmen an einer Hardware, die zwar mit einer Optik ausgestattet ist, aber ganz bewusst auf eine fortlaufende Aufzeichnung verzichtet. Wer eine Live-Übertragung seines Wohnzimmers aufrufen möchte, wird mit diesem Gerät nicht bedient.

Die zylindrische Kamera, die optisch an ein großes Metall-Liplbalm-Döschen erinnert, arbeitet mit einer niedrigen Bildrate. Sie erfasst Bewegungen im Raum nicht, um sie für Menschensegen oder Dritte sichtbar zu machen. Stattdessen läuft die Auswertung lokal ab. Du bekommst nur eine Textbeschreibung. Du kannst damit nichts anfangen. Es gibt keine Videoaufzeichnung, beschrieb Gurman das Funktionsprinzip im Podcast, wie unter anderem laut Biggo berichtet wurde.

Bloomberg Live Schedule
Foto: Bloomberg.com

Mark Gurman erklärte laut Bloomberg: Das wird die erste Mainstream-Videokamera sein, die eine Heim-Videokamera ist, die dir keinerlei Filmmaterial liefert.

Das Konzept zielt darauf ab, der aus Sicht von Gurman sehr verstörenden Idee einer Massenüberwachung entgegenzuwirken und den Schutz der Privatsphäre in den Vordergrund zu rücken. Die verwendete Technologie weist dabei starke Ähnlichkeiten zu einer Kameralösung auf, die Apple früheren Berichten zufolge für AirPods vorbereitet. Statt auf Millimeterwellen-Radar setzt der Konzern voraussichtlich auf Bildsensoren mit integrierter KI-Verarbeitung, um sämtliche Berechnungen direkt vor Ort auszuführen und das Risiko von Datenabflüssen zu minimieren.

Power On podcast

Gesichtserkennung und Automatisierung im Heimnetzwerk

Obwohl das System keine Videodateien anlegt, soll es dank integrierter Infrarotsensoren und Gesichtserkennung in der Lage sein, Personen und Haustiere präzise zuzuordnen. Die Technik erkennt, welches Familienmitglied einen Raum betritt oder verlässt, und informiert den Nutzer über entsprechende Textmitteilungen. Solche Funktionen zielen vor allem darauf ab, smarte Haustechnik zu steuern, wie Apple World Today darlegt. Lichtquellen können sich beim Verlassen des Raumes automatisch abschalten oder Musikwiedergaben an die anwesenden Personen angepasst werden.

Diese architektonische Ausrichtung erinnert an bestehende Ansätze von Apple. Die Plattform HomeKit Secure Video besitzt bereits Modi zur Aktivitätserkennung, bei denen das Streaming und Aufzeichnen zeitweise ausgesetzt wird, während Bewegungen registriert bleiben. Das J450-Projekt treibt diesen Datenschutzgedanken jedoch auf die Ebene der reinen Produktdefinition: Es existiert schlicht keine Speicheroption für Bildmaterial, wodurch das Risiko von Datenlecks oder externen Zugriffen auf Videodateien entfällt.

Apple entwickelt Berichten zufolge smarte Heimkamera ohne Videoaufzeichnungen
Foto: finance.biggo.com

Das Ökosystem rund um das neue HomePad und die offenen Fragen

In die breitere Smart-Home-Strategie des Technologiekonzerns fügt sich die Kamera als Begleitprodukt ein. Medienberichten zufolge ist die Hardware als Ergänzung zu einem kommenden, auf den 13. Oktober datierten Smart-Home-Display geplant, das intern als J490 gehandelt wird. Auch die Technologie für die Sensoren weist laut MacRumors Parallelen zu kamerabasierten AirPods auf, die sich ebenfalls in der Entwicklung befinden.

Dennoch bleiben wesentliche Fragen offen. Kritiker und Beobachter weisen darauf hin, dass ein textbasierter Bericht bei einem tatsächlichen Einbruch kaum als Beweismittel dienen kann. Wenn du einen Einbruch hast und ihn auf Kamera festhältst, was sollst du mit der Beschreibung anfangen? Du wirst sie doch wohl nicht einfach der Polizei geben? Die werden mit der Beschreibung absolut nichts anfangen können. Ob Apple eine Übergabe von Standbildern ermöglichen wird oder wie eine geplante Überwachungsdienstleistung im Detail funktioniert, ist bislang nicht offiziell bestätigt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.