Drei völlig unterschiedliche Insolvenzfälle aus den Bereichen Bauwesen, Lebensmittel und Bildung haben in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Während der Nevada-Bauunternehmer Blue Reef Enterprises, LLC den Schritt ins Chapter-11-Verfahren wagte, kämpft der Eisdosenhersteller Rebel Creamery nach einer verlorenen Markenrechtsklage mit Millionenverlusten. Gleichzeitig treibt die Lourdes University ihre vollständige Liquidation voran.
Blue Reef Enterprises und die Pleitewelle am Bau
In Reno, Nevada, hat das Bauunternehmen Blue Reef Enterprises, LLC offiziell einen Antrag auf Schutz nach Chapter 11, Subchapter V gestellt. September 2026 von Steve Rosenthal eingereicht wurden, sieht sich das traditionsreiche Generalunternehmen mit erheblichen Verbindlichkeiten konfrontiert. Das 1989 gegründete Unternehmen, das bislang über 500 Projekte im Bereich des Wohn- und Gewerbebaus realisiert hat, beziffert seine Verbindlichkeiten in den Gerichtsdokumenten auf eine Summe zwischen 1 Million und 10 Millionen US-Dollar, während die geschätzten Vermögenswerte lediglich zwischen 100.001 und 500.000 US-Dollar liegen.
Zu den ungesicherten Gläubigern, die in dem Verfahren genannt werden, gehören unter anderem Kreditinstitute, Handwerksbetriebe und Lieferanten wie American Express, Holt of California, Meeks West, CC Welding Inc, Stone Creations of Nevada sowie Wolf Capital Global. Harris von der Kanzlei Harris Law Practice LLC. Das Subchapter-V-Verfahren bietet kleinen Unternehmen eine gestraffte Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht, während der operative Betrieb fortgeführt werden soll.
Der Fall von Blue Reef reiht sich in eine wachsende Welle von Insolvenzen im Bausektor ein. In den Vormonaten mussten bereits weitere Firmen diesen Schritt gehen. April 2026 mit Verbindlichkeiten von über 1 Million US-Dollar.
Rebel Creamery taumelt nach Millionenurteil im Markenstreit
Völlig anders gelagert ist die Krise in der Lebensmittelbranche. August 2026 ebenfalls Gläubigerschutz nach Chapter 11 beim US-Konkursgericht für den Distrikt Utah beantragt. Das in Midway, Utah, ansässige Unternehmen listet in seiner Petition Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in einer Spanne von jeweils 10 bis 50 Millionen US-Dollar.

Ausgelöst wurde die akute Finanznot durch eine schwere Niederlage vor Gericht. Juli 2026 zur Zahlung von 23,8 Millionen US-Dollar an den Konkurrenten Van Leeuwen verurteilt. Dem Urteil zufolge hatte Rebel Creamery das Design und die Verpackung von Van Leeuwen vorsätzlich kopiert. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Verbraucher im Markt verwechselt wurden.
In seiner Begründung betonte Komitee, dass Rebel Creamery nun nicht nur seine Gewinne aus den verletzenden Produktverkäufen herausgeben müsse, sondern auch zu einer kompletten Neugestaltung seiner Verpackungen verpflichtet sei. Der exakte Betrag beläuft sich laut Gerichtsbeschluss auf Millionen von US-Dollar an abzuschöpfenden Gewinnen. August 2026 Berufung eingelegt, während das laufende Insolvenzverfahren nun einen automatischen Stillstand sämtlicher Gerichtsverfahren bewirkt.
Lourdes University treibt geordneten Rückzug voran
Im Bildungssektor vollzieht sich unterdessen ein endgültiges Kapitel. Die im US-Bundesstaat Ohio gelegene Lourdes University hat am Montag einen freiwilligen Chapter-11-Antrag eingereicht, um eine geordnete Abwicklung des Betriebs und eine faire Begleichung der verbleibenden finanziellen Verpflichtungen sicherzustellen. Der Vorstand der Universität hatte nach intensiven Beratungen einstimmig für diesen Schritt gestimmt.

Jonnie Hodges, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Lourdes University, erklärte, man habe festgestellt, dass Chapter 11 den verantwortungsvollsten und gerechtesten Prozess für die Lourdes University, ihre Gläubiger und andere beteiligte Parteien biete.
Bereits im Februar hatte die Hochschule angekündigt, den Betrieb nach Ablauf des akademischen Jahres wegen sinkender Studierendenzahlen und finanzieller Probleme einzustellen. Die Studierenden hatten ihre letzten Kurse am Freitag vor der Bekanntgabe beendet. Laut offiziellen Angaben soll die Insolvenz weder die Ausstellung der akademischen Grade noch die Beschäftigungsverhältnisse verbleibender Mitarbeiter beeinträchtigen. Die Universität bleibt bis mindestens Sommer 2026 durch die Higher Learning Commission akkreditiert, während die geplanten Maßnahmen zur Unterstützung der Studierenden beim Abschluss ihrer Ausbildung weiterlaufen.