Ein massiver russischer Luftangriff mit ballistischen Raketen und Drohnen hat in der Ukraine mindestens zwölf Menschen getötet und zahlreiche Verletzte gefordert. Besonders schwer getroffen wurde die Hauptstadt Kiew, wo unter anderem ein Eisenbahndepot und Wohngebäude beschädigt wurden. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte angesichts der anhaltenden Angriffe eine rasche Aufstockung der westlichen Flugabwehr.
Der jüngste Großeinsang traf die ukrainische Bevölkerung an einem symbolträchtigen Tag, an dem im Land traditionell das neue Schuljahr beginnt. Laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X forderten die Angriffe in der Hauptstadt und dem umliegenden Gebiet zahlreiche Todesopfer. Allein in einem Eisenbahndepot der Metropole rissen die Raketen sieben Menschen in den Tod, wie Bahnchef Olexander Perzowskyj auf Facebook mitteilte. Dutzende Beschäftigte der Bahn konnten sich rechtzeitig in Schutzräumen in Sicherheit bringen.
Das erklärte Präsident Selenskyj, der betonte, dass die Ukraine zwar dankbar für alle Hilfen zur Flugabwehr sei, die Lieferungen in diesem Herbst jedoch aufgestockt werden müssten. Unweit von Kiew in der Stadt Boryspil starben vier weitere Menschen, nachdem ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden war. Das russische Militär sprach demgegenüber von Angriffen auf Rüstungsbetriebe und Treibstoffdepots in und um Kiew.
Krieg gegen die Ukraine
Tote und Schäden in mehreren ukrainischen Regionen
Die Angriffe beschränkten sich nicht auf das Gebiet um die Hauptstadt. Auch aus anderen Landesteilen meldeten die Behörden Zerstörungen und Opfer. In Sumy im Nordosten des Landes forderten russische Luft- und Drohnenangriffe unter der Zivilbevölkerung erneut Opfer. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten nach einem Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wobei andere Quellen von mindestens zehn Verletzten sprachen. Nach Angaben aus Kyjiw waren insgesamt zehn ukrainische Regionen von den Luftschlägen betroffen. Verletzte gab es darüber hinaus in der südlichen Region Odessa, in Krywyj Kih und in der Hauptstadt Kyjiw.

Debatte über diplomatische Initiativen und Abwehrmunition
Im Rahmen eines informellen Verteidigungsministertreffens in Irland widmete sich die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas der Suche nach zusätzlicher Abwehrmunition. Man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe, sagte Kallas, weshalb es gut wäre, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung einsetzen könne. Welche EU-Länder Abfangraketen abgeben könnten, sagte Kallas nicht, während Diplomaten angaben, es solle sich vor allem um Griechenland und Spanien handeln.
Ukraine-News: Massive Luftangriffe auf Odessa
Parallel dazu sorgte ein Treffen für politische Diskussionen, bei dem der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow scharf kritisierte. Ich sehe das Treffen sehr kritisch, sagte Kiesewetter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Montagsausgabe, und fügte hinzu, im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen, denn das Ergebnis bleibe das Gleiche. Das Treffen hinterlasse den Eindruck eines deutschen Sonderwegs und habe lediglich falsche Hoffnungen geschürt.
Moskau täuscht Friedensbereitschaft vor und Ziele im russischen Hinterland
Präsident Wolodymyr Selenskyj scharte die Kritik um sich und verurteilte die jüngsten russischen Angriffe gegen Kiew und andere Städte scharf.
Unterdessen hat die Ukraine nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Russland angegriffen und beschädigt. Zuvor hatte der Generalstab in Kyjiw bereits von dem Angriff im Gebiet Samara berichtet, demnach auf dem Gelände des Betriebs in Toljatti ein Brand festgestellt worden war. Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew schrieb am frühen Morgen bei Telegram lediglich von einem großen ukrainischen Drohnenangriff, während der Bürgermeister der Stadt Toljatti, Ilja Suchich, mitteilte, dass ein Mensch infolge eines massiven Angriffs auf die Stadt ins Krankenhaus gebracht worden sei und einige mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt wurden. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die eine große Rauchwolke in Toljatti zeigen sollen, während die Ukraine sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion verteidigt und als Teil ihres Abwehrkampfes immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier nimmt. Zum Abschluss gab der Kreml bekannt, dass die Entscheidung über eine Teilnahme von Präsident Wladimir Putin am G20-Gipfel im Dezember in Miami in den USA noch offen ist, wobei Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur erklärte, man wisse noch nicht, ob man nach Miami reisen werde.
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